Domenicali neuer Chef der Formel 1

Stefano Domenicali

Ehemaliger Ferrari-Manager

Domenicali neuer Chef der Formel 1

Stefano Domenicali wird neuer CEO der Formel 1. Der Italiener, einst erfolgreicher Sportdirektor bei Ferrari, tritt die Nachfolge von Chase Carey an.

Der Formel-1-Eigner Liberty Media bestätigte am Freitag (25.09.2020) am Rande des Grand Prix in Sotschi, dass Domenicali ab Januar 2021 den Führungsposten in der Königsklasse übernehmen wird.

Teil von Ferraris Erfolgs-Ära

Mit Domenicali übernimmt nun ein erfahrener Formel-1-Manager den Chefposten. Als ehemaliger Sportdirektor bei der Scuderia Ferrari war er einer der führenden Köpfe der legendären Ära, in der Michael Schumacher von 2000 bis 2004 ununterbrochen Weltmeister war. An seiner Seite hatte Domenicali einen Teamchef namens Jean Todt, heute Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, und einen genialen Technikchef namens Ross Brawn, seit vier Jahren Sportdirektor der Formel 1.

Domenicali - ein "Petrolhead" an der Spitze

Dieses Triumvirat ist künftig wieder vereint: An der Spitze der Formel 1, wo Domenicali im Januar den seit 2017 amtierenden CEO Chase Carey ablösen wird. Dass Carey, der US-Manager mit dem gewaltigen Schnauzbart, seinen Platz nach vier Jahren räumt, soll bereits zu Beginn seiner Amtszeit klar gewesen sein. Der 66-Jährige, der sich selbst nicht als "Petrolhead", sondern als Sportfan bezeichnet und dessen Herz den New York Yankees gehört, soll der Formel 1 in beratender Funktion erhalten bleiben. So wie vor ihm bereits der im Januar zurückgetretene Finanzchef Sean Bratches, dessen Aufgaben Carey zuletzt mitübernommen hatte.

Mick Schumacher will bald auch in der Formel 1 begeistern Mittagsmagazin 25.09.2020 02:48 Min. Verfügbar bis 25.09.2021 Das Erste

Und nun also Stefano Domenicali, der Mann, der als Teamchef im Jahr 2007 den bis dato letzten WM-Triumph für Ferrari durch Kimi Räikkönen mitverantwortete und Maranello 2014 nicht im allerbesten Einvernehmen verließ. Er ging dann zunächst zu Audi, von dort 2016 zur VW-Tochter Lamborghini, wo er als CEO etliche Neuerungen auf den Weg brachte und die Verkaufszahlen deutlich verbesserte. Der Top-Manager gilt als ruhig und umgänglich mit herausragenden Qualitäten in der Personalführung.

Formel 1 in der Coronakrise

Die italienischen Medien bejubelten die Berufung Domenicalis auf den Chefposten und verbinden mit ihm wohl auch die Hoffnung, dass der neue Formel-1-Boss auch dem taumelnden Ferrari-Rennstall wieder zurück in die Spur verhilft. Domenicali wird für die Scuderia künftig in jedem Fall ein wichtiger Ansprechpartner sein, die dringendste Aufgabe des neuen CEO wird es allerdings sein, die Formel 1 durch die Coronakrise zu führen, meinte auch der "Corriere della Sera": "Er wird strategische Beschlüsse zur Revitalisierung der von der Coronapandemie schwer gebeutelten Formel 1 ergreifen müssen."

Toto Wolff bleibt bei Mercedes

Dass Formel-1-Eigner Liberty Media sich bei der Suche nach einem Nachfolger für Carey letztlich für Domenicali entschied, ist eine kleine Überraschung. Zuletzt war unter anderem Mercedes-Teamchef Toto Wolff als heißer Kandidat gehandelt worden, doch der Österreicher wiegelte ab. "Mein Platz ist bei Mercedes", sagte Wolff bei "Sky": "Der Plan ist, das Team noch einmal in eine neue Liga weiterzuentwickeln."

Chase Carey hinterlässt in jedem Fall ein bestelltes Haus. Die Concorde-Vereinbarung, in der die kommerziellen Voraussetzungen für die kommenden fünf Jahre geregelt sind, hat er mit den zehn Teams ausgehandelt und verabschiedet. Die Basis für die Zukunft der Formel 1 ist gelegt, nun ist Domenicali am Zug.

dpa/sid/red | Stand: 25.09.2020, 17:19

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