Bottas sagt Hamilton den Kampf an

Valtteri Bottas aus Finnland startet ab sofort mit Mercedes

Mercedes-Pilot will verstärkt eigene Ziele verfolgen

Bottas sagt Hamilton den Kampf an

Imagewandel bei Valtteri Bottas, eine überraschende Bestzeit von Debütant Alexander Albon im Toro Rosso und ein cooler Ferrari-Jungstar Charles Leclerc - die Formel 1 hatte auch zum Auftakt ihres vierten und vorerst letzten Testtages in Barcelona einiges zu bieten.

Für viel Aufsehen sorgte am Donnerstag (21.02.2019) vor allem Bottas, der künftig nicht mehr als Helferlein von Weltmeister Lewis Hamilton unterwegs sein, sondern eigene Ziele verfolgen will. Auch optisch gibt sich Bottas alle Mühe, seine neue Einstellung auch zur Schau zu tragen: In der Winterpause hat sich der Finne einen Bart stehen lassen. "Ich habe mich im Winter nicht rasiert, ich fand den Bart gut, und er passt auch zu dem, wie es in mir aussieht und was ich vermitteln will", sagte er "Auto Bild Motorsport".

"Ich habe nur eine Karriere"

Ende letzten Jahres sei er "enttäuscht und verärgert" gewesen, besonders über den Verlauf der zweiten Saisonhälfte. Deshalb habe er sich geschworen: "So etwas darf nie mehr passieren. Um meine Ziele zu erreichen, bin ich dieses Jahr bereit zu tun, was nötig ist. Wenn ich dafür an einigen Stellen härter agieren muss, gehört das dazu."

Sein Teamkollege Hamilton muss sich also darauf einstellen, dass ihn Bottas im Zweifel nicht mehr vorbeilässt, wie er es noch 2018 in Sotschi getan hat: "In dieser Situation, wenn ich da noch einmal wäre, würde ich anders handeln", versicherte der Finne. Zwar wolle er weiterhin ein guter Teamplayer sein, aber "ich habe nur eine Karriere im Leben, und wenn ich immer unterstütze, anstatt selbst zu attackieren, erreiche ich meine Ziele nie".

Albon schnell, Kubica steht im Weg

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Schnell unterwegs: Neuling Alexander Albon beeindruckt im Toro Rosso

Davon unbeeindruckt ging Hamilton am Donnerstag erstmals auf Zeitenjagd, nachdem bei Mercedes in den Tagen zuvor die Standfestigkeit des Autos im Blickpunkt gestanden hatte. In 1:17,977 Minuten war der Brite auf einer weichen Reifenmischung (C4) eine Zehntel schneller als Leclerc (1:18,046/C3) und belegte in der Tageswertung den fünften Platz.

Hülkenberg mit der schnellsten Zeit

Die schnellste Zeit des Donnerstags und damit der ersten Testwoche drehte Renault-Pilot Nico Hülkenberg. Der Emmericher absolvierte die Strecke in 1:17,393 Minuten und verdrängte damit den lange führenden Thailänder Alexander Albon (Toro Rosso) noch von der Spitze. Die schnellsten vier Fahrer waren allesamt auf der weichsten Reifenmischung C5 unterwegs. Kurz nach seiner Bestzeit rollte Hülkenberg mit einem technischen Problem aus und sorgte für eine kurze Unterbrechung des Testbetriebs.

Wenig Freunde machte sich Rückkehrer Robert Kubica im Williams. Der Pole, der neun Jahre nach seinem schweren Rallye-Unfall sein Comeback in der Formel 1 gibt, stand oft im Weg und provozierte beinahe einen Crash mit Hamilton. Kubicas Zeit von 1:21,542 war nicht besonders aussagekräftig, Williams beschränkte sich nach dem verspäteten Einstieg in die Testwoche auf Aerodynamik-Messungen.

Leclerc deckt die Karten noch nicht auf

Charles Leclerc aus Monaco in seinem neuen Scuderia Ferrari Mission Winnow SF90

Charles Leclerc aus Monaco in seinem neuen Scuderia Ferrari Mission Winnow SF90

Einen kleinen Ausritt leistete sich Leclerc, der den Ferrari durchs Kiesbett jagte und umgehend an die Box zurückkehrte. Der 21-Jährige ließ die erste von zwei Testwochen erstaunlich cool Revue passieren. "Sebastian und ich sind viele Runden ohne Probleme gefahren, von daher können wir alle sehr zufrieden sein", sagte Leclerc, schränkte aber sofort ein: "Niemand hat hier seine Karten auf den Tisch gelegt, auch wir nicht, deshalb sind die Zeiten nicht besonders aussagekräftig."

Alles andere als zufrieden waren die beiden Renault-Fahrer Ricciardo und Hülkenberg. "Der Start war ganz vernünftig", sagte Hülkenberg, "aber ich bin insgesamt nicht so glücklich." Die Balance des Autos macht ihm noch Sorgen, das bestätigte auch Ricciardo: "Das Auto lässt sich ganz gut fahren, wir sind nicht so weit weg, aber ich wünsche mir mehr Downforce."

red; sid; dpa | Stand: 21.02.2019, 19:14

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