Vettel siegt in seinem 200. Grand Prix

Sebastian Vettel in Bahrain

GP von Bahrain

Vettel siegt in seinem 200. Grand Prix

Im Flutlicht-Spektakel von Bahrain hat sich Wüsten-König Sebastian Vettel zum zweiten Formel-1-Saisonsieg gezittert. Nach einem echten Action-Krimi feierte der Ferrari-Star am Sonntag (08.04.2018) in Sakhir mit einer waghalsigen Reifenstrategie einen hauchdünnen Sieg vor dem finnischen Mercedes-Piloten Valtteri Bottas, der ihm am Ende des Rennens noch einmal gefährlich nahe kam.

Vettel rettete sich mit 0,6 Sekunden Vorsprung auf abgefahrenen Reifen ins Ziel. "Diese Reifen waren die letzten zehn Runden hinüber, völlig hinüber, Mamma mia", jubelte er via Boxenfunk, als das Feuerwerk den Himmel über Bahrain erleuchtete, "Grazie mille." Vettel fügte auf dem Siegerpodest hinzu: "Wir hatten Stress, wir hatten Druck, aber wenn man unter diesen Bedingungen gewinnt, dann schmeckt das noch viel süßer." In der WM-Gesamtwertung baute Vettel mit seinem vierten Sieg in Bahrain den Vorsprung auf Mercedes-Superstar Hamilton aus, der dank einer fahrerischen und taktischen Meisterleistung noch von Startplatz neun auf Rang drei fuhr.

Verletzter Mechaniker bei Ferrari

Vettels Stallrivale Kimi Räikkönen schied nach einem Boxenstopp-Drama, bei dem auch ein Mechaniker der Scuderia verletzt wurde, aus. Nico Hülkenberg schaffte es im Renault beim Großen Preis von Bahrain auf den sechsten Platz.

Für Vettel, der mit vier Siegen nun der erfolgreichste Pilot beim Bahrain-Rennen ist, verlief der Start noch wie erhofft, für Ferrari insgesamt schon weniger. Bottas schob sich zwischen den Deutschen und Räikkönen. Damit schränkte der Finne im Silberpfeil sofort die taktischen Optionen des roten Duos ein - Spannung war garantiert.

Sebastian Vettel siegt knapp vor Bottas

Sportschau | 08.04.2018 | 00:27 Min.

Weiter hinten musste sich Hamilton noch gedulden. Nicht nur das: Gleich in Runde eins kam die Attacke von Max Verstappen. Aggressiv und kompromisslos.

Vestappen zu aggressiv

Verstappen zog an Hamilton vorbei, raste dabei aber mit dem linken Hinterreifen über den Frontflügel des Mercedes - der Reifen war platt. Verstappen schleppte seinen Red Bull noch in die Box. Daniel Ricciardo schaffte nicht mal das. In Runde zwei stand sein Red Bull am Streckenrand. Das virtuelle Safety Car wurde aktiviert, kaum war die Phase vorbei, stellte auch Verstappen seinen Wagen ab. Ein Desaster für das Red-Bull-Team, das in diesem Jahr Mercedes und Ferrari ernsthaft attackieren wollte.

Härtere Reifen?

Das Rennen wurde zum mitreißenden Taktik-Thriller wegen unterschiedlicher Reifenstrategien. Vettel hing kurz hinter Hamilton, kam dann aber vorbei, der Brite fuhr an die Box. Er bekam ebenfalls die weiß markierten Reifen, damit war klar: Mercedes setzte auf eine Einstopp-Strategie und den führenden Vettel damit gehörig unter Druck. Die Rechnerei, die Mercedes und Hamilton in Australien im Duell mit Vettel noch zum Verhängnis geworden war, ging los. Denn auch der Spritverbrauch konnte am Ende den Ausschlag geben.

Weiterer Stopp oder kein weiterer Stopp

Alles wartete auf den nächsten Stopp von Vettel. Würde er genug Vorsprung haben, um vor Hamilton wieder rauszukommen? Doch dann ereignete sich das Drama beim Stopp von Räikkönen: Der 38 Jahre alte Ex-Champion bekam die Rausfahrerlaubnis, obwohl noch nicht alle Räder gewechselt waren. Als Räikkönen losfuhr traf er mit seinem Wagen dann den Mechaniker, der verletzt liegenblieb. "Das bereitet uns Sorgen, wir schicken unserem Mechaniker die besten Wünsche", sagte Vettel nach dem Rennen. Später stellte sich heraus, das Räikkönen dem Teammitglied beim Anfahren Schien- und Wadenbein gebrochen hatte. Die Ampel, die dem Piloten freie Fahrt nach dem Boxenstopp anzeigt, war eindeutig grün - den Piloten traf keine Schuld.

Vettel musste sein ganzes Können aufbieten, er wollte nun auf den weicheren Reifen durchfahren. Hinter ihm Bottas und Hamilton, der Brite war zu weit weg, Bottas näherte sich aber. Es kam zum Showdown in der letzten Runde, aber Vettel ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Thema in: Deutschlandfunk, Sport aktuell, Sonntag, 08.04.2018, 22.50 Uhr

dpa/sid/red | Stand: 08.04.2018, 19:24

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