GP von Baku: Bottas und Mercedes wieder unschlagbar

Bottas

Formel 1 in Aserbaidschan

GP von Baku: Bottas und Mercedes wieder unschlagbar

Valtteri Bottas hat das Formel-1-Rennen in Aserbaidschan gewonnen. Lewis Hamilton holte sich Platz zwei und bescherte Mercedes damit den vierten Doppelsieg im vierten Grand Prix 2019. Sebastian Vettel wurde Dritter.

"In dieser Saison waren wir bisher nicht auf der Höhe, wir können nicht mehr als Favoriten gelten", sagte ein ernüchterter Vettel, "vor uns liegt noch jede Menge Arbeit, weil wir nicht da sind, wo wir hinwollen. Wir müssen Mercedes jagen." Bottas hatte den Start gegen seinen Teamkollegen für sich entschieden und Startplatz eins souverän verteidigt.

Charles Leclerc zeigte in den ersten Runden eine grandiose Aufholjagd von Startplatz neun aus und übernahm in Runde 14 die Führung, als die Führenden zu ihren ersten Boxenstopps abbogen. Der Ferrari-Pilot baute seinen Vorsprung bis auf zehn Sekunden aus. Leclerc konnte seinen Boxenstopp hinauszögern, weil er nach seinem Unfall im Qualifying auf den haltbareren Medium-Reifen gestartet war.

Leclerc vorne - aber nur bis zur Rennhälfte

Zur Hälfte des Rennens verkleinerten die Verfolger - allen voran Polesetter Valtteri Bottas - den Rückstand auf Leclerc dramatisch. In Runde 29 funkte die Box Bottas an, jetzt den Angriff auf den Monegassen zu starten, in Runde 31 erfolgte das Überhol-Manöver. Auch Lewis Hamilton zog nach, ebenso Vettel. "Wir denken, dass der weiche Reifen nicht lange hält" funkte der Renningenieur Leclerc in den Helm, "deswegen müssen wir länger fahren."

16 Runden vor dem Ende bog Leclerc zu seinem letzten Boxenstopp ab und wechselte auf den weichen Reifensatz. Weil der Stopp aber mit 2,8 Sekunden einen Tick zu lange dauerte, kam Leclerc hinter Pierre Gasly zurück auf die Strecke, der den Ferrari-Piloten als Schützenhilfe für Red-Bull-Kollege Max Verstappen eine Runde lang aufhielt. Gasly schied in Runde 40 mit Problemen im Antriebsstrang aus. Leclercs Zeiten auf den frischen und eigentlich schnelleren weichen Reifen fielen jedoch gegenüber der Konkurrenz ab. Seine Siegchancen lösten sich zu diesem Zeitpunkt in Luft auf. "Heute war nicht mehr zu machen", sagte der Youngster nach dem Rennen, "schade, dass ich uns gestern so weit nach hinten gebracht hatte."

Rennen zum Vergessen für Renault

Nico Hülkenberg und Renault erlebten ein Rennwochenende zum Vergessen. Von Platz 15 aus gestartet, konnte sich der Emmericher im Rennen nur minimal verbessern. Sein Teamkollege Daniel Ricciardo hatte weiter vorne Chancen auf Punkte, musste seinen Rennwagen jedoch nach einem Verbremser in der Garage abstellen. Grund: Ricciardo war beim seltenen Rückwärtsfahren aus dem Notausgang in Daniil Kwjat (Toro Rosso) gekracht, sodass beide Fahrzeuge ausfielen. "Ich habe einfach nicht richtig geschaut", sagte der Australier nach dem Rennen kleinlaut, "aber das war dumm für mich, fürs Team und Daniil."

Sebastian Vettel fährt Mercedes und den Erwartungen hinterher

Sportschau 28.04.2019 01:24 Min. Verfügbar bis 28.04.2020 ARD Von Volker Hirth

Vorne aber drehten die beiden Mercedes-Piloten unangefochten ihre Führungsrunden und fuhren den nächsten überragenden Doppelsieg nach Hause. Vettel konnte nach vorne nicht mehr angreifen, sicherte seinen dritten Rang gegen Verstappen aber gut ab. Leclerc wurde kurz vor Rennende noch einmal an seine Garage gelotst, um den Extra-Punkt für die schnellste Rennrunde zu ergattern. Wenigstens das gelang: 1.43,009 Minuten und Platz fünf.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, ab 18.00 Uhr

jo | Stand: 28.04.2019, 17:24

Darstellung: