Formel 1 - Räikkönen darf zum Abschluss noch einmal lachen

Der lachende Kimi Räikkönen (Archivfoto)

Großer Preis der USA

Formel 1 - Räikkönen darf zum Abschluss noch einmal lachen

Von Jo Herold

Kimi Räikkönen hat gegen Ende seiner Zeit bei Ferrari noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt: fünfeinhalb Jahre ohne Sieg, nun der Triumph in den USA. Ein denkwürdiger Erfolg.

Zwei Sätze, die Sieger Räikkönen nach dem Triumph beim Großen Preis der USA von sich gab, charakterisieren den 39 Jahre alten Finnen besser, als es andere 3.000 Sätze tun könnten: Auf die Frage, wie sich der erste Sieg seit mehr als fünf Jahren anfühle, sagte Räikkönen: "Ich bin happy. Besser, als Zweiter zu werden." Punkt. Und dann im Raum, in dem sich die drei Erstplatzierten auf die Siegerehrung vorbereiten, fragte Räikkönen in Richtung Lewis Hamilton: "Und? Bist Du jetzt schon Weltmeister?" Zu diesem Zeitpunkt hatte alle Welt kaum ein anderes Thema, als die vertagte Titelentscheidung - nur an Räikkönen war die Diskussion offenbar komplett vorbeigegangen.

Unbekümmert, mit Worten sparsam, eiskalt

Unbekümmert, mit Worten sparsam, eiskalt: Räikkönen ließ bereits am Ende der ersten Geraden beim USA-Grand Prix noch einmal sein Können aufblitzen, als er den Trainingsschnellsten Hamilton kompromisslos überholte und sich auf Rang eins schob. Jenes Können, das ihn 2007 bei Ferrari zum Weltmeister machte. Und jetzt, vier Rennen, bevor er die Roten aus Maranello verlassen wird, stand der "Iceman" noch einmal ganz oben auf dem Siegertreppechen. Wechseln wird er zu Sauber, zu dem Team, bei dem der damals 21 Jahre alte Finne seine Rennfahrerkarriere in der Formel 1 begann.

WM-Entscheidung vertagt - Räikkönen siegt in Austin

Sportschau 21.10.2018 00:31 Min. Verfügbar bis 21.10.2019 ARD

Schnellster Formel-1-Pilot

Seither fuhr er 289 Grand Prix, fuhr dabei 46 mal die schnellste Rennrunde, sammelte 20 Siege (sechs davon im WM-Jahr 2007) und bewies in seinem letzten Ferrarijahr 2018 schon einmal, dass er mit fast 40 noch keinesfalls zum alten Eisen gehört: Der coole Finne absolvierte im Qualifying zum Großen Preis von Italien die schnellste, je in der Formel 1 gefahrene Runde: Im Schnitt 263,588 km/h.

Nach 2.044 Tagen ohne Sieg hat es der aktuell älteste Fahrer noch einmal allen gezeigt: Begünstigt durch die Unbeherrschtheit seines Teamkollegen Sebastian Vettel im Duell mit Daniel Ricciardo in der ersten Runde, begünstigt auch durch den womöglich vorschnellen Reifenwechsel bei Lewis Hamilton während der Safety-Car-Phase spulte Räikkönen in Austin ein fehlerfreies Rennen ab und konnte nach der Zieldurchfahrt noch einmal "ausgelassen" im Boxenfunk feiern: "Endlich, verdammt!"

Stand: 22.10.2018, 08:14

Darstellung: