Formel 1- Hülkenberg fährt weit hinterher

Nico Hülkenberg

Trotz großer Ambitionen bei Renault

Formel 1- Hülkenberg fährt weit hinterher

Nico Hülkenberg und Renault wollen mitmischen im Kampf um die Formel-1-WM, doch davon waren sie in dieser Saison weit entfernt. 2019 soll es besser werden.

Erster vom Rest zu sein, das reicht Hülkenberg nicht. Der Formel-1-Pilot aus dem niederrheinischen Emmerich wollte und sollte Renault zurück in Richtung Spitze führen und die drei großen Teams unter Druck setzen, doch davon ist er weit entfernt.

Vor dem letzten Saisonrennen in Abu Dhabi am Sonntag (25.11.2018) liegt der 31-Jährige auf Platz sieben, hinter den Fahrern von Mercedes, Ferrari und Red Bull. Was nicht weiter schlimm und vielleicht sogar als Erfolg zu sehen ist. Wäre da nicht der satte Abstand von 89 Punkten. "Wir stehen, wo wir stehen", sagt Hülkenberg, und die Enttäuschung ist ihm anzumerken.

Große Ambitionen

Seit 2017 fährt er für das französische Werksteam. Die Hoffnungen auf eine Renaissance bei Renault sind groß. Die beiden WM-Titel mit Fernando Alonso in den Jahren 2005 und 2006 sind der Maßstab. Der bestreitet in Abu Dhabi übrigens sein letztes Formel-1-Rennen. Mit Hülkenberg wollte man wieder mitfahren um den Titel. Die interne Vorgabe: Bis 2020 will man ernsthaft oben mitmischen. "Jetzt will ich als Teil der Renault-Familie das Auto weiterentwickeln und neue Erfolgsgeschichten schreiben", hatte er bei seiner Vorstellung gesagt.

Doch davon kann keine Rede sein. Weil Hülkenbergs Teampartner Carlos Sainz junior die Saison wohl auf Platz zwölf beendet, reicht es in der Konstrukteurswertung nur zu Platz vier - mit 278 Punkten Abstand auf Red Bull. Das sind Welten in der Formel 1.

Noch kein Podestplatz

Bitter für Hülkenberg: Er hat keinen einzigen Podestplatz eingefahren. Sein bestes Ergebnis war ein fünfter Platz beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring. Statt Mercedes-Weltmeister Lewis Hamilton und Ferrari-Pilot Sebastian Vettel Paroli zu bieten, musste Hülkenberg ein ums andere Mal der "ärmeren" Konkurrenz von Sauber, Haas oder Racing Point Force India den Vortritt lassen. Dass es beim letzten Rennen in Abu Dhabi für einen Platz auf dem Treppchen reicht, ist mehr als fraglich.

"Noch in der Entwicklungsphase"

"Insgesamt muss man festhalten, dass einfach zu wenig gelaufen ist bei uns", sagt Hülkenberg: "Wir sind unserem Anspruch, ein Werksteam zu sein, nicht gerecht geworden." Doch der Deutsche bleibt optmistisch, was bleibt ihm auch übrig. "Wir müssen einige Dinge verstehen und positiv in diese Herausforderung gehen", sagt er. Nächstes Jahr soll dann alles besser werden. "Natürlich ist es unser Ziel, in ein paar Jahren in der Nähe der Spitze zu sein, und wir sind immer noch in dieser Entwicklungsphase", erklärt Hülkenberg.

Ricciardo kommt

In der kommenden Saison bekommt er auch einen neuen Fahrer an die Seite. Die Franzosen haben sich von Sainz junior getrennt und Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo verpflichtet - was durchaus als Coup auf dem "Fahrer-Transfermarkt" zu sehen ist. Zudem wird der Australier Hülkenberg auch teamintern viel mehr unter Druck setzen als Sainz das getan hat. Der interne Konkurrenzkampf wird größer, was ja eigentlich nur gut für das Team sein kann.

Zudem soll Renault an einem komplett neuen Motor arbeiten, um den Leistungsnachteil so klein wie möglich zu halten. Hülkenberg hofft jedenfalls, dass seine Blütezeit noch kommen wird.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 23.11.18, 22.50 Uhr

sid/dpa | Stand: 22.11.2018, 09:30

Formel 1 | Fahrer-WM

Name P
1. Lewis Hamilton 408
2. Sebastian Vettel 320
3. Kimi Räikkönen 251
4. Max Verstappen 249
5. Valtteri Bottas 247
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