Analyse - Für Vettel wird es nicht leichter

Sebastian Vettel

Formel-1-Saison 2018 ist beendet

Analyse - Für Vettel wird es nicht leichter

Von Christian Hornung

Sebastian Vettel hat die Saison 2018 mit einer Niederlage beendet, doch der Ferrari-Star wird nächstes Jahr sicher wieder angreifen. Leicht wird es für ihn aber nicht, im Gegenteil - eine Analyse.

Die 54. und vorletzte Runde dieser Formel-1-Saison sprach mal wieder Bände: 1:40,867 Minuten wurden da für Vettel gemessen, das war die schnellste Zeit an diesem Tag. Sein Auto war also erneut auf Top-Niveau, es half aber einmal mehr nichts: Das Rennen in Abu Dhabi und natürlich auch die Weltmeisterschaft mit am Ende satten 88 Punkten Unterschied waren längst für Lewis Hamilton im Mercedes gelaufen.

Nettigkeiten unter den Stars

Danach wurden die üblichen Nettigkeiten ausgetauscht. Hamilton sprach davon, dass Vettel enormen Druck auf ihn ausgeübt und ihn und sein Team damit zur Höchstleistung getrieben habe. "Und das wird 2019 sicher wieder so sein", mutmaßte der Brite mit der Großzügigkeit eines Fünffach-Weltmeisters höflich.

Auch Vettel blickte auf das Duell mit seinem Erzrivalen, erkannte fair seine klare Niederlage an und meinte zur kommenden Saison: "Wir werden versuchen, ihm im nächsten Jahr einen noch härteren Kampf zu liefern." Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass es nur ein Zweikampf sein wird.

Die richtigen Schlüsse und die richtige Balance

Schon in dieser Saison hatte Vettel nicht nur mit Hamilton zu tun. Er stand sich auch immer wieder selbst im Weg, warf Siege durch Fahrfehler weg. Dazu kamen teilweise herbe Patzer des Ferrari-Teams, die ebenfalls Siege kosteten. Wenn sie wirklich um die WM kämpfen wollen, müssen die Roten aus diesem Jahr die richtigen Schlüsse ziehen, endlich ihr renntaktisches und strategisches Geschick wiederfinden.

Aber möglicherweise reicht auch das für Vettel nicht. Sein künftiger Teamgefährte Charles Leclerc hat bereits deutlich formuliert, dass er sich keineswegs als Nummer zwei bei Ferrari sieht, sondern selbst um Siege und sogar um den Titel fahren will. Hier die richtige Balance zwischen den beiden Piloten zu finden, um Punktverluste durch teaminterne Reibereien zu vermeiden, wird eine hochkomplizierte Angelegenheit für Ferrari.

Verstappen ist ein WM-Kandidat

Und dann ist da noch Max Verstappen. Der Niederländer ist fahrerisch inzwischen in der Lage, mit Hamilton und Vettel mitzuhalten. Und er ist dabei, sein Temperament zumindest soweit in den Griff zu bekommen, dass er seine enorm aggressive und höchst spektakuläre Fahrweise in positive Ergebnisse umsetzt.

Hinzu kommt, dass Red Bull im letzten Saisondrittel den größten Entwicklungsschritt der drei Top-Teams gemacht hat und phasenweise Mercedes und Ferrari sogar schon überlegen war. Es wäre also ein großer Fehler, wenn die Roten glauben würden, dass 2019 nur Hamilton dem WM-Titel von Vettel im Wege steht.

Stand: 26.11.2018, 08:30

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