Die Fakten zum Großen Preis der Eifel

 Sebastian Vettel fährt in seinem Red Bull eine Trainingsrunde auf dem Nürburgring im Juli 2011

Fakten zum Grand Prix auf dem Nürburgring

Die Fakten zum Großen Preis der Eifel

Nach sieben Jahren Pause feiert der Nürburgring ein vor Monaten noch unvorstellbares Formel-1-Comeback inmitten der Coronakrise. Der Auftritt von Mick Schumacher verleiht dem Rennen einen besonderen Touch. Die Fakten zum Grand Prix der Eifel.

Ausgangslage

Zweite Chance für Lewis Hamilton: Vor zwei Wochen kosteten den Gesamtführenden der Fahrerwertung zwei Zeitstrafen den sicheren Sieg in Sotschi. Nun will der Favorit auf den Titel seinen siebten Saisonerfolg feiern. Es wäre ein ganz besonderer, denn dann würde Hamilton mit 91 Grand-Prix-Siegen mit Rekordhalter Michael Schumacher gleichziehen - ausgerechnet am Nürburgring. "Es ist immer gut für Mercedes, nach Deutschland zu kommen. Wir haben eine emotionale Beziehung zum Nürburgring", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Strecke

Ex-Weltmeister Jackie Stewart bezeichnete die einst wegen ihrer Unbarmherzigkeit berüchtigte Nordschleife als "Grüne Hölle". Gefahren wurde früher über 20,832 Kilometer pro Runde. Der heutige Grand-Prix-Kurs erstreckt sich nur noch über 5,148 Kilometer. 60 Runden werden absolviert.

Der Nürburgring bietet mit langsamen, mittelschnellen und schnellen Passagen viel Abwechslung. Das Profil des Kurses ist zudem sehr wellig. Das wechselhafte Wetter sorgt immer wieder für Überraschungen. Die Reifen auf die nötige Temperatur zu bringen, wird zur Herausforderung.

Statistik

Kein Fahrer war auf dem Traditionskurs erfolgreicher als Michael Schumacher. Der Kerpener gewann gleich fünfmal auf dem Nürburgring (1995, 2000, 2001, 2004, 2006). Schumachers Bruder Ralf trug sich 2003 in die Siegerliste ein. Sebastian Vettel war 2013 beim bislang letzten Eifel-Rennen nicht zu schlagen.

Fokus Mick Schumacher

Mick Schumacher steht vor seinem ersten Formel-1-Trainingseinsatz an einem Grand-Prix-Wochenende auf dem Nürburgring - dort, wo sein Vater einst große Erfolge feierte. Der Erwartungshaltung ist er sich bewusst. "Natürlich habe ich vor der ganzen Sache Respekt. Es ist das erste Mal, dass wir vor den großen Augen fahren: vor allen Teamchefs, vor allen CEOs, vor allen Teams - von daher werde ich versuchen, das zu machen, was ich kann", sagte der 21-Jährige vor dem Rennen.

Mick Schumacher

Mick Schumacher gehört zur Nachwuchsakademie von Ferrari. Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für ein Cockpit bei Alfa Romeo 2021.

Historie

Niki Lauda überlebte in seinem Ferrari 312 T2 am 1. August 1976 nur wie durch ein Wunder einen schrecklichen Feuer-Unfall. Im Krankenhaus gab ihm damals ein Priester sogar schon die letzte Ölung. Nach dem Horror-Crash schon in der zweiten Runde auf dem Nürburgring machte die Formel 1 einen Bogen um die Nordschleife. Erst 1984 kehrte die Motorsport-Königsklasse in die Eifel zurück - nicht aber auf die alte Strecke, sondern auf den deutlich verkürzten Grand-Prix-Kurs.

Darum Nürburgring

Die Corona-Pandemie hat für reihenweise Absagen im Kalender der Motorsport-Königsklasse gesorgt - von Frankreich bis Singapur. In ihrer Not wendete sich die Formel 1 an Kurse in Europa, die Rennen mühelos ausrichten können und so weitläufig sind, dass man die Corona-Verordnungen reibungslos umsetzen kann. Wie eben der Kurs in der Eifel, der 2013 letztmals Formel-1-Gastgeber war, sich danach die Antrittsgebühr aber nicht mehr leisten konnte.

Fans und Wetter

Bis zu 20.000 Zuschauer sind an diesem Grand-Prix-Wochenende zugelassen. Sie müssen sich wie auch die Fahrer auf wechselhaftes Wetter einstellen. "Das Wetter spielt da immer eine Rolle. Wenn es nass ist, bringt es einiges durcheinander. Dann könnten wir in unserer Lage profitieren", meinte Ferrari-Pilot Sebastian Vettel, der 2013 die letzte Auflage im Red Bull gewann.

Am Rennsonntag soll es aktuell acht Grad kalt sein und mit hoher Wahrscheinlichkeit am Nachmittag regnen. Ein Nürburgring-Rennen im Oktober ist übrigens nichts Neues: Schon 1984 und 1995 fuhr die Formel 1 Anfang Oktober auf dem Kurs inmitten von Wäldern.

Corona-Regeln

"Jeder Schritt - von der Anreise über das Erlebnis auf der Tribüne bis hin zur Abreise - ist organisiert und auf Corona-Sicherheit geprüft", versicherte Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort. Wenn der Warnwert für Infektionen im Kreis Ahrweiler, wo der Kurs liegt, in die Höhe schnellen sollte, würde das Rennen selbst auf jeden Fall stattfinden. "Was mit den Zuschauern wäre, müsste man dann neu klären", sagte Markfort.

Formel 1: Jochen Rindt vor 50 Jahren verunglückt Sportschau 04.09.2020 12:14 Min. Verfügbar bis 04.09.2021 Das Erste

red/sid/dpa | Stand: 08.10.2020, 09:00

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