WM-Tagebuch - harte Tage nach dem Vollmond

Nationalspieler Sami Khedira

Das WM-Tagebuch

WM-Tagebuch - harte Tage nach dem Vollmond

Von Marcus Bark (Kasan)

Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist beim Versuch, in Russland ihren Weltmeistertitel erfolgreich zu verteidigen gescheitert. Unser Reporter begleitet sie dabei und führt darüber Tagebuch.

Mittwoch, 27. Juni 2018

Aus. Raus. Tatsächlich. Als Gruppenletzter. Der Weltmeister am Boden. Die Welt tritt drauf. Spott, Häme. Das, was Brasilien 2014 abbekommen hat nach dem 7:1. Es werden harte Tage. Löw wird gefragt, ob jetzt "die dunkle Zeit des deutschen Fußballs kommt". Er glaubt es nicht.

Was macht er jetzt, der Bundestrainer? Was macht Khedira? Was macht Özil?

Marco Reus wird weiter in der Nationalmannschaft spielen. Er war so froh. Keine Verletzung. Keine muskulären Probleme. Kein Seuchenvogel mehr. Endlich wieder ein großes Turnier spielen. Er wollte einen ganz großen Titel, wie ihn viele andere haben. Matthias Ginter etwa. Der Weltmeister. Zehn Spiele hat er auf der Bank gegessen. Jede Minute. Zehn WM-Spiele, jede Minute auf der Bank. Irgendwann wird auch er mal gefragt werden, was das bedeutet.

"Zusammen Geschichte schreiben", steht auf dem Mannschaftsbus. Hat geklappt. Der Bus rollt aus dem Stadiontor. Im Hintergrund der Vollmond über Kasan.

Kasan ist das neue Cordoba. Oder Watutinki. Zurück in den Birkenwald. Noch eine Nacht.

Stand: 27.06.2018, 21:40

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