WM-Tagebuch - Rückzug aus der Sportschule

Das verlassene Mannschaftshotel der deutschen Nationalmannschaft

Das WM-Tagebuch

WM-Tagebuch - Rückzug aus der Sportschule

Von Marcus Bark

Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Unser Reporter bleibt trotzdem in Russland und berichtet über seine Erlebnisse im Tagebuch.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Noch eine Elena. Sie verkauft diese leckeren Kirschen. Deren Geheimnis ist seit ein paar Tagen gelüftet. Kommen aus Usbekistan. Sagte die andere Elena.

Dicke und süße Kirschen. Deutschland arbeitet auf. Löw, Prüfstand, Grindel, Abflug, knallharte Analyse, Verspätung, Bierhoff, Landung, Weltmeister, Umbruch - da helfen dicke und süße Kirschen.

Mannschaft ist weg. Elena, die Obsthändlerin, hat sie nie gesehen. Löw? Kennt sie nicht. Ausgeschieden? Weiß sie nichts von. Fußball ist ihr egal.

Kirschenkauf klappt erst im zweiten Versuch. Ohne Akkreditierung gibt’s kein Zurück aufs Gelände. Klare Ansage. Akkreditierung liegt auf dem Schreibtisch, weiter weg als die Kirschen. Hilft ja nichts, Ärger mit der Staatsmacht muss nicht sein.

Die Staatsmacht vor dem nun ehemaligen Mannschaftsquartier sitzt im weißen Hemd auf der Bank und guckt nur zu. Ordner winkt durch, auch ohne Akkreditierung. Ist ja nur für ein Foto. Ist ja auch nur ein Hotel, in dem Fußballer wohnten. Für Löw bessere Sportschule. Kommt hin auf den ersten Blick.

Wer zieht da wohl als nächstes ein? Morgen mal die Elenas fragen.

Stand: 28.06.2018, 19:55

Darstellung: