WM-Tagebuch - Ein letztes Foto

Das Spartak-Stadion

Das WM-Tagebuch

WM-Tagebuch - Ein letztes Foto

Von Marcus Bark (Moskau)

Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Unser Reporter bleibt trotzdem in Russland und berichtet über seine Erlebnisse im Tagebuch.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Tag ist sehr jung, aber auch schon vorbei. Verloren. Im Elfmeterschießen. Gegen England. Verstohlener Blick nach links, kurz vor der Metrostation Spartak. Da hinten, in diesem beleuchteten Raumschiff, ist der Traum geplatzt. Kolumbien raus. Ein letztes Foto, dann verschwindet die gelbe Masse in der Metro.

Die meisten sitzen da und glotzen. Einer tanzt. So leicht war das Bier wohl doch nicht, wie der Sponsor verspricht. Hämmert mit seiner Box unter die Decke. Gibt sofort Mecker. Die Gruppe regelt das.

Muss ein Hit sein. Drei tanzen, andere glotzen. Einfach so. Komplett vor. Die Magie des Fußballs. Der Schmerz der Niederlage.

Morgens wieder Metro. Zum ersten Mal rush hour. 14 Milliarden Gäste sollen jährlich die Moskauer Metro nutzen. Internet kann recht haben.

Raus zu den Russen nach Novogorsk. Fünf Sterne sind’s nicht. Cherchessov ist auch eher drei Sterne plus mit leckerer Hausmannskost, reichlich sollte es sein, Getränke inklusive.

"Was ist da passiert?" Russische Reporter sind erstaunt. Hatten gedacht, dass sie nach Watutinki kommen. Und die deutschen Reporter nach Novogorsk.

Ganz schöner Ritt für die paar Kilometer. Zwei Ehrenrunden in der Metro, Schild übersehen. Kann Kilometer kosten. Kostet’s auch. Inneres Fluchen.

Tag endet früh. Spielfrei.

Nur noch acht. Spartak-Stadion hat's schon hinter sich - mit Fußball. Am 13. Juli spielen Guns N' Roses. Die haben’s auch hinter sich. Ist zu lesen. Vielleicht mal überprüfen.

Stand: 04.07.2018, 19:30

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