WM-Tagebuch - die Wolga, der Wolga

Nischgi Nowgorod: Ein Denkmal des russischen Volkswagens

Das WM-Tagebuch

WM-Tagebuch - die Wolga, der Wolga

Von Marcus Bark (Moskau)

Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Unser Reporter bleibt trotzdem in Russland und berichtet über seine Erlebnisse im Tagebuch.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Dauert immer länger, den Wochentag herauszufinden. Letzte Kurve jetzt vor der Zielgeraden. Viertelfinale in Nischni Nowgorod.

Wieder die Wolga. Längster Fluss Europas mit 3530 Kilometern, einer der längsten der Welt, sagt Wikipedia. Auf der Karte ist trotzdem noch sehr viel Russland östlich der Wolga.

Wladiwostok, Irkutsk, Nowosibirsk. Wie es da wohl aussieht? Was sie da von Putin halten, von der FIFA, interessiert sie der Fußball überhaupt?

Wladiwostok, mehr als 9.000 Kilometer von Moskau entfernt, nahe der Grenzen zu China und Nordkorea. Sechs Tage würde das mit dem Auto von der Hauptstadt aus dauern, wenn die Pausen kurz gehalten werden. Neun Stunden sind es nur mit dem Flugzeug. Für eine Fußballmannschaft immer noch zu viel. Außerdem ist da der Zeitunterschied.

Es gibt so viele Barrieren, die Sprache ist die höchste, die Weite Russlands ist auch eine.

Rein nach Nischni Nowgorod. Geradeaus die Wolga, rechts der Wolga. Hier wurde er gebaut. Der russische Volkswagen. Gerade Schichtwechsel.

Gorkowski Awtomobilny Sawod heißt der Konzern, 1932 gegründet aufgrund des ersten Fünfjahresplans der Sowjetunion. In dem Jahr wurde Nischni Nowgorod in Gorki umbenannt, nach dem russischen Schriftsteller Maxim Gorki, der wiederum als Alexei Maximowitsch Peschkow auf die Welt kam und sich später Maxim Gorki nannte.

Sein Werk ist umstritten. Wie Russland.

Stand: 05.07.2018, 19:44

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