Schiedsrichter Brych im Mittelpunkt der Diskussionen

Leitete die hitzige Partie Serbien - Schweiz: Felix Brych (r.)

WM-Debüt des deutschen Schiris

Schiedsrichter Brych im Mittelpunkt der Diskussionen

Obwohl Felix Brych bei seinem ersten WM-Einsatz in Russland eine gute Leistung zeigte, wurde der deutsche Schiedsrichter von den Serben für ihre Niederlage gegen die Schweiz verantwortlich gemacht.

Es gab wahrscheinlich keine schwierigere Aufgabe für einen Schiedsrichter an diesem 2. Spieltag, als die, die dem deutschen Unparteiischen Brych zugeteilt wurde. Er leitete am Freitag (22.06.2018) die sportlich und politisch brisante Begegnung zwischen Serbien und der Schweiz.

Lutz Michael Fröhlich, der deutsche Schiedsrichter-Chef, war zufrieden mit der Leistung des Gespanns aus Brych und den Video-Assistenten um Felix Zwayer und Bastian Dankert: "Das war unaufgeregt, sicher und klar in den Entscheidungen. Erneut eine prima Visitenkarte von ihm für das deutsche Schiedsrichterwesen."

Auch Urs Meier lobt

Und Fröhlich war nicht der einzige ehemalige Schiedsrichter, der Brych im Nachgang des Spiels Lob zollte. "Er war wirklich gut", sagte der Schweizer Ex-Referee Urs Meier im ZDF: "Er war sehr ruhig, sehr souverän. Es gibt ihm Recht, dass das Spiel ohne Rudelbildung ausgegangen ist. Sonst hätten wir ein anderes Bild gehabt."

Vielleicht hätten ihm da auch alle Beteiligten zugestimmt, wenn sich nicht in der 66. Minute eine Szene ereignet hätte, über die man im serbischen Lager auch am folgenden Tag noch erbost war.

Wer foulte wen?

Serbiens Stürmer Aleksandar Mitrovic kämpfte da im Strafraum mit den Schweizern Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär um den Ball. Die Eidgenossen klammerten, der Angreifer stützte sich auf und verschaffte sich so zusätzlich Platz. Auch nach zig Wiederholungen war nicht klar zu erkennen, wer wen als ersten gefoult hatte und was eher ahndungswürdig war.

Brych entschied auf Foul von Mitrovic und beließ es bei seiner ersten Bewertung, der Videobeweis kam nicht zum Einsatz. Er soll ohnehin nur bei klaren Fehlern des Referees zum Einsatz kommen.

"Das ist skandalös"

"Das ist skandalös", sagte Serbiens Verbandsfunktionär Savo Milosevic: "Wir hätten schon gegen Costa Rica einen Strafstoß bekommen müssen. Wir wurden das zweite Mal betrogen. Das sind spielentscheidende Szenen. Dafür gibt es doch den Videobeweis, um solche Fehler zu vermeiden." Und Serbiens Linksverteidiger Aleksandar Kolarov sagte: "Ich kann nicht glauben, dass ein Deutscher für ein Schweiz-Spiel angesetzt wird. Die haben die ganze Zeit Deutsch gesprochen. Ich hab sie dauernd gebeten, Englisch zu sprechen - wir sind ja nicht in Deutschland. Es war ein klares Foul an Aleksandar Mitrovic."

Serbien protestiert

Medienberichten zufolge will der serbische Fußballverband FSS Beschwerde beim Weltverband FIFA über die Leistung des Referees einlegen. Die Föderation mochte dies zunächst nicht bestätigen, kündigte jedoch ein "offizielles Statement" auf ihrer Homepage an. Bei der WM gab es bereits Beschwerden mehrerer Verbände über Schiedsrichter, konkrete Folgen hatte dies nicht.

red/dpa/sid | Stand: 23.06.2018, 13:45

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