Analyse DFB-Elf - Ansätze für das Spiel gegen Schweden

Bundestrainer Joachim Löw

Deutschland bei der WM unter Druck

Analyse DFB-Elf - Ansätze für das Spiel gegen Schweden

Von Marcus Bark (Watutinki)

Die deutsche Mannschaft reist früh nach Sotschi, um sich dort auf das eminent wichtige Spiel gegen Schweden vorzubereiten. Was dort häufiger eingesetzt oder besser werden muss, zeigt eine Analyse mit Videos.

Schon vier Tage vor dem Spiel gegen Schweden fliegt die deutsche Nationalmannschaft nach Sotschi. Das ist lange geplant. Bundestrainer Joachim Löw hat die Olympiastadt am Schwarzen Meer beim Confed Cup schätzen gelernt. Er hätte dort auch gerne mit dem gesamten Tross des Deutschen Fußball-Bundes für die WM das "Base Camp" bezogen. Logistische Gründe, vor allem mit Blick auf das vermutlich lange Turnier, gaben dann jedoch den Ausschlag für Watutinki nahe Moskau.

"Wir müssen uns auch ein bisschen an die Hitze gewöhnen", nannte Löw nach dem Auftaktspiel gegen Mexiko einen weiteren Grund für den frühen Abflug, außer der willkommenen Abwechslung zum abgeschotteten Leben im Birkenwald.

Die Temperaturen in Sotschi sollen in den kommenden Tagen zwar auf gleichem Niveau sein wie in Watutinki, aber es wäre für den Bundestrainer leicht zu verkraften, wenn die "Hitze"-Prognose seine einzige Fehleinschätzung bliebe.

Kein Training beim DFB-Team

In der Theorie würde ein Unentschieden der deutschen Mannschaft die Hoffnung erhalten, am letzten Spieltag der Vorrunde mit einem Sieg gegen Südkorea noch das Achtelfinale zu erreichen. Realistisch werden aber sechs Punkte aus den beiden Partien gebraucht.

Am Dienstag (19.06.2018), dem Tag des Abflugs, verzichtete Löw auf eine Trainingseinheit auf dem Gelände von ZSKA. "Regeneration im Teamquartier", stand laut DFB auf dem Programm. Das verwunderte ein wenig, da das 0:1 gegen Mexiko zwei Tage zurücklag und die Spieler, die im Luschniki zum Einsatz kamen, schon am Montag regeneriert hatten.

Die Frische, die Dynamik, die einigen Spielern - auffällig: Sami Khedira, Joshua Kimmich, Thomas Müller, Jerome Boateng - gegen Mexiko fehlte, dürfte gegen die Schweden vonnöten sein. Die Mannschaft von Trainer Jan Olof, genannt "Janne", Andersson zeigte beim 1:0 gegen Südkorea, dass sie taktisch sehr diszipliniert in einem 4-4-2 weit in der eigenen Hälfte auf den Gegner wartet.

Löw hofft gegen Schweden auf mehr Tempo

Es wird für die deutsche Mannschaft daher wichtig sein, mit hohem Tempo zu spielen. Das betrifft die Geschwindigkeit der einzelnen Spieler wie auch das Tempo des Balls.

Bei aller berechtigten Kritik am Auftritt der deutschen Mannschaft, es gab sogar in der sehr schwachen ersten Halbzeit einige gute Szenen. Etwa eine Seitenverlagerung von Jerome Boateng, an dem häufig der Spielaufbau hing, da die Mexikaner Mats Hummels zustellten. Das könnten die Schweden nachahmen. Auf der linken Seite, auf der Marvin Plattenhardt für den erkrankten Jonas Hector spielte, ergaben sich häufig große Räume für den Verteidiger und Julian Draxler davor. Schnelle Seitenverlagerungen könnten den kompakten schwedischen Block in Bedrängnis bringen.

Erfolgversprechend war auch ein "Tiefenlauf", wie Löw gerne sagt, von Timo Werner. Der Stürmer nutzte seine Geschwindigkeit, um hinter den mexikanischen Verteidiger zu kommen, erhielt den Pass von Kimmich und kam zum Abschluss. Eventuell wäre sogar auch ein Rückpass auf Draxler möglich gewesen.

Die Schweden dürften im Konter kaum so gefährlich sein wie Mexiko. Sollten sie jedoch zu schnellen Angriffen kommen, muss das Umschaltverhalten in der deutschen Mannschaft deutlich besser werden. Das gilt nicht nur für die Positionierung, sondern auch für die Geschwindigkeit. Dieses Video zeigt, dass Kimmich den Weg auf seine Position nicht als Sprint zurücklegt, sondern nur in einem "intensiven Lauf", wie es in eine Statistik einfließen würde.

Stand: 19.06.2018, 06:00

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