Isco - der schwer zu fassende Vagabund

Spaniens Isco

Spanien - Russland  | Achtelfinale

Isco - der schwer zu fassende Vagabund

Isco ist der bisher auffälligste Akteur beim noch wenig glanzvollen Titelfavoriten aus Spanien. Das liegt auch daran, dass er auf dem Platz ein schwer zu fassender Vagabund ist.

Andres Iniesta? Unspektakulär. David Silva? Solide. Lucas Vazquez? Unauffällig. Der herausragende Akteur in Spaniens Mittelefeld bei der Fußball-WM in Russland ist eindeutig Francisco Roman Alarcon Suarez, kurz Isco.

Der 26-Jährige aus dem Starensemble von Real Madrid ist ein Edeltechniker. Er hat auf dem Platz alle Freiheiten, ist überall zu finden und besetzt vor allem den Platz zwischen den Räumen. Zwar hat der Mitfavorit bei der WM noch nicht sonderlich geglänzt, doch wenn er das tut, dann passiert das vor allem dank Isco.

Durch ihn hat Spanien Kontrolle über Ball und Gegner. In Sachen Ballsicherheit steht er längst schon auf einer Stufe mit Iniesta, ganz nebenbei gilt er auch noch als zweikampfstark. "Die Geiger finden nicht den Ton - außer Isco", schrieb jüngst die Sportzeitung "As" über die Mannschaft des Weltmeisters von 2010. Nun hoffen die Spanier, dass Isco auch im Achtelfinale gegen Gastgeber Russland am Sonntag (01.07.2018) den Takt vorgibt.

279 angekommene Pässe zählen die Statistiker für Isco, nur 209 für Iniesta. Isco stand in allen drei Vorrundenspielen der Spanier über die volle Distanz auf dem Platz. Er gilt als ein genialer Herumtreiber auf dem Rasen, vom Gegner ist er kaum zu fassen.

Ballkünstler, Raumdeuter, Dribbler, Torschütze

Doch Isco ist nicht nur Ballkünstler, Raumdeuter und Dribbler, er erzielt auch Tore - bisher elf in 31 Länderspielen. So schoss er drei Treffer beim 6:1 im Vorbereitungsspiel gegen Argentinien. Die Zuschauer im neuen Stadion von Reals Stadtrivalen Atletico feierten ihn euphorisch. "Drei Tore mit magischer Zauberkunst", schwärmte das Sportblatt "Marca" damals.

Ansonsten glänzt er als Vorbereiter. So legte er zwei Treffer beim 3:0 in der WM-Qualifikation gegen Italien auf. Bei der WM traf er beim 2:2 gegen Marokko zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Längst gilt Isco in Spanien als Nachfolger für Spielmacher Andres Iniesta, der nach der WM seine Karriere in Japan ausklingen lässt.

Bei Real den Durchbruch geschafft

Bei Real Madrid hatte er es unter Trainer Zinédine Zidane nicht immer leicht. Erst im vergangenen Jahr schaffte er dort den Durchbruch, wurde zur festen Größe und bekam in den wichtigen Spielen meist den Vorzug vor Gareth Bale und Marco Asensio. Daran wird sich wohl auch nichts ändern, denn Zidane hat Madrid inzwischen verlassen und sein Nachfolger ist ein Mann, der im Nationalteam schon lange auf Isco setzt - Ex-Nationaltrainer Julen Lopetegui.

"Ein Spieler, der keine Anweisungen braucht"

"Er ist ein Trainer, den ich seit vielen, vielen Jahren kenne", sagt die Nummer 22 der Spanier: "Ich habe mit ihm in den Junioren-Auswahlteams zusammengearbeitet. Selbst wenn ich in meinem Klub kein Stammspieler war, er hat mir immer das volle Vertrauen geschenkt. Abgesehen davon ist er ein großartiger Coach."

Kein Wunder, dass Iscos Abschiedsumarmung mit Lopetegui in Krasnodar besonders innig ausfiel, als der Chefcoach der Spanier zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel überraschend den Posten für Fernando Hierro räumen musste, weil er bei Real unterschrieben hatte. Unter Hierro hat sich für Isco nichts geändert. "Ich bin extrem glücklich mit ihm", sagt der Trainer: "Er ist ein Spieler, der keine Anweisungen braucht."

red/sid/dpa | Stand: 01.07.2018, 08:00

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