Kroatien nach Elfmeterschießen im Viertelfinale

Kroatien - Dänemark 4:3 nach Elfmeterschießen | Achtelfinale

Kroatien nach Elfmeterschießen im Viertelfinale

Von Christian Hornung

120 Minuten Kampf und Defensivpower auf beiden Seiten - dann musste zum zweiten Mal an diesem Achtelfinal-Sonntag der WM in Russland das Elfmeterschießen entscheiden. Da setzte sich Kroatien gegen Dänemark durch und steht unter den Top-Acht. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden, der Endstand lautete 4:3.

"Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen. Es ist schwer heute", sagte Dänemarks Kapitän Simon Kjaer. Keeper Kasper Schmeichel meinte: "Es ist alles ein bisschen scheiße. Wir haben so viel hineingesteckt und nichts daraus gemacht. Wir hätten es verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen." Ivan Rakitic freute sich für seine Kroaten: "Gott sei Dank, dass unser Torwart dreimal an der richtigen Stelle war. Jetzt möchten wir das Turnier weiter genießen, ein Viertelfinale gegen den Gastgeber ist einfach unglaublich."

Spektakulärer Start

Das über lange Strecken zähe und ereignisarme Spiel am Sonntag (01.07.2018) begann spektakulär: Nach noch nicht mal einer Minute lag der Außenseiter schon vorne. Nach einem vom künftigen Dortmunder Thomas Delaney verlängerten Einwurf von Jonas Knudsen brach in der kroatischen Abwehr Chaos aus - Thomas Jörgensen nutzte das mit einem Flachschuss aus fünf Metern zum 1:0.

Aber Abwehrchaos konnten in der Anfangsphase auch die Skandinavier. Beim Versuch eines Befreiungsschlags schoss Henrik Dalsgaard seinem Kollegen Andreas Christensen ins Gesicht, der Ball flipperte vor die Füße von Mario Mandzukic, der zum 1:1 abstaubte (4. Minute).

Braithwaite und Rakitic scheitern

Erst danach kehrte auf beiden Seiten etwas mehr Kontrolle in die Defensivaktionen ein. Kroatien eroberte das Mittelfeld, doch den nächsten Hochkaräter hatten die Dänen: In der 28. Minute scheiterte Martin Braithwaite frei vor Kroatiens Torhüter Danijel Subasic. Auch dessen Gegenüber konnte sich Sekunden später auszeichnen: Schmeichel parierte einen Distanzschuss von Ivan Rakitic, den Abpraller setzte Ivan Perisic über die Latte.

Noch näher kam Dejan Lovren nach einem Freistoß von Luka Modric der kroatischen Führung, doch sein Kopfball aus fünf Metern strich Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

Nur noch wenig Torgefahr

In der zweiten Halbzeit lieferten sich beide Teams einen verbissenen Kampf, der sich aber vornehmlich in der neutralen Zone zwischen beiden Strafräumen abspielte. Torszenen wie der Flachschuss von Jörgensen in der 72. Minute, den der kroatische Keeper Subasic aber entschärfte, gab es kaum noch. In der 78. Minute versuchte es Ante Rebic aus der Halbdistanz, aber auch sein Schuss war zu zentral, um Schmeichel vor Probleme zu stellen.

Zweikampf zwischen Mathias Jörgensen (rechts) und Kroatiens Ante Rebic

Zweikampf zwischen Mathias Jörgensen (rechts) und Kroatiens Ante Rebic

Für Freunde des taktisch disziplinierten Verteidigens, und das bereits im Mittelfeld, war diese Partie bis zum Ende der Verlängerung zunehmend ein Fest. Vor allem, wie es beiden Mannschaften gelang, die Protagonisten des Gegners zu neutralisieren, beeindruckte: Bei Kroatien spielten Luka Modric und meist auch Rakitic weit unter dem Radar, bei den Dänen war Christian Eriksen bestens beschattet, je näher er dem kroatischen Tor kam.

Schmeichel pariert Modric-Elfmeter

Doch als kaum noch etwas auf eine Entscheidung innerhalb der 120 Minuten hindeutete, hatte Kroatien fünf Minuten vor dem Ende der Overtime Matchball. Jörgensen stoppte nach einem genialen Pass von Modric den durchgebrochenen Rebic per Notbremse, es gab (nur) Gelb und Elfmeter. Doch den schoss Modric so schwach, dass ihn Schmeichel sogar festhalten konnte.

Im Elfmeterschießen patzte dann zunächst Eriksen für die Dänen, doch Schmeichel parierte direkt im Anschluss gegen den Ex-Hamburger Milan Badelj. Als es Modric dann besser machte als wenige Minuten zuvor und Subasic gegen Lasse Schöne hielt, war der Weg ins Viertelfinale für die Kroaten geebnet. Doch auch diesmal hielt Schmeichel sein Team im Rennen und holte den Schuss von Josip Pivaric aus dem Eck. Dann jedoch scheiterte Jörgensen - und Rakitic beförderte seine Mannschaft in die Top-Acht, wo nun am Samstag (07.07.2018) in Sotschi Gastgeber Russland wartet.

Statistik

Fußball · Weltmeisterschaft 2018

Sonntag, 01.07.2018 | 20.00 Uhr

Flagge Kroatien

Kroatien

Subasic – Vrsaljko, Lovren, Vida, Strinic (81. Pivaric) – Modric, Brozovic (71. Kovacic) – Rebic, Rakitic, Perisic (97. Kramaric) – Mandzukic (108. Badelj)

4
Flagge Dänemark

Dänemark

Schmeichel – Dalsgaard, Kjaer, M. Jörgensen, Knudsen – Christensen (46. Schöne), Delaney (98. Krohn-Dehli) – Poulsen, Eriksen, Braithwaite (106. Sisto) – Cornelius (66. N. Jörgensen)

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 M. Jörgensen (1.)
  • 1:1 Mandzukic (4.)

Strafen:

  • gelbe Karte M. Jörgensen (2 )

Zuschauer:

  • 40.851

Schiedsrichter:

  • Nestor Pitana (Argentinien)

Vorkommnisse:

  • Schmeichel (Dänemark) hält Foulelfmeter (116.) von Modric (Kroatien). Elfmeterschießen: 1:1 Eriksen (gehalten), 1:1 Badelj (gehalten), 1:2 Kjaer, 2:2 Kramaric, 2:3 Krohn-Dehli, 3:3 Modric, 3:3 Schöne (gehalten), 3:3 Pivaric (gehalten), 3:3 N. Jörgensen (gehalten), 4:3 Rakitic.

Stand: Samstag, 07.07.2018, 04:37 Uhr

Stand: 01.07.2018, 22:48

Darstellung: