Nordkoreanische Arbeiter auf WM-Baustelle in Moskau

ARD-Dokumenation vor dem Confed Cup in Russland

Nordkoreanische Arbeiter auf WM-Baustelle in Moskau

Autoren der ARD-Dokumentation "Putins Generalprobe" haben nordkoreanische Arbeiter auf einer weiteren russischen WM-Baustelle angetroffen. Damit würde das Regime eine UN-Resolution umgehen. Die Verantwortlichen schweigen oder streiten ab.

Wie die Dokumentation "Putins Generalprobe - Russland, die FIFA und der Confed Cup", eine Koproduktion des WDR und SWR berichtet hat, ist der Einsatz von Arbeitern aus Nordkorea an russischen WM-Baustellen offenbar weiter verbreitet als bisher bekannt. Reporter haben an der Baustelle des Luschniki-Stadions in Moskau nordkoreanische Arbeiter angetroffen. Ihre Nationalität wurde von den Arbeitern bestätigt.

Das Stadion ist Spielort des WM-Finales 2018 in Russland. Bereits vor einigen Monaten hatte die norwegische Fußballzeitschrift "Josimar" über Arbeiter aus Nordkorea an der WM-Baustelle des Stadions in St. Petersburg berichtet. Deren Einsatz haben die FIFA und das WM-Organisationskomitee mittlerweile zugegeben.

Devisen für Nordkorea

Im Interview gab der Chef des WM-Organisationskomitees, Alexej Sorokin, an, nicht zu wissen, ob auch an weiteren WM-Baustellen Arbeiter aus Nordkorea tätig sind. Die Praxis, nordkoreanische Arbeiter einzusetzen, wird von den Vereinten Nationen massiv kritisiert. Ende November 2016 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat eine Resolution. Nordkoreanische Arbeiter, die in anderen Staaten tätig seien, würden demnach durch die dort erworbenen Devisen mit dazu beitragen, nordkoreanische Nuklear- und Raketenprogramme zu finanzieren.

Der UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Nordkorea, Tomas Quintana, bestätigt, dass der Lohn der Arbeiter zu einem Großteil an das Regime in Pjöngjang zwangsabgeführt werden muss. Auf die Recherchen angesprochen, sagte er im Interview: "Diese Information über die WM 2018, die sie mir mitteilen, werde ich nutzen und die FIFA um Informationen bitten. Denn wenn es Arbeiter aus Nordkorea gibt, die Stadien für die Weltmeisterschaft bauen, dann ist offensichtlich, dass man die FIFA nicht aus der Verantwortung nehmen kann."

Verantwortliche schweigen

Weder die Stadt Moskau noch das zuständige Bauunternehmen haben die Anfragen zu nordkoreanischen Arbeitern auf WM-Baustellen beantwortet. Die FIFA teilte auf Anfrage mit, außer in St. Petersburg habe man bislang "keinerlei Beweise für die Beschäftigung nordkoreanischer Arbeiter auf anderen WM-Baustellen gefunden." Sollten neue Beweise gefunden werden, würde man dagegen vorgehen.

wdr | Stand: 26.05.2017, 12:39

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