Deutschland nach dem Aus - ab ins Bett, ab nach Hause

Joachim Löw nach dem WM-Aus

Bundestrainer und Spieler lassen Zukunft offen

Deutschland nach dem Aus - ab ins Bett, ab nach Hause

Von Marcus Bark (Kasan)

Die deutsche Nationalmannschaft scheitert erstmals in der Vorrunde einer WM. Trainer und Spieler bitten um Zeit, bis sie plausible Antworten auf drängende Fragen geben.

Mats Hummels zeigte an, dass er es gerne kompakter hätte. "Warum steht ihr denn alle so weit auseinander", fragte er ein bisschen genervt, aber vor allem tief enttäuscht. Hummels sprach zu den Reportern, die hundertfach in den langen Gängen in der Arena Kasan warteten und Fragen stellten. Einige Erklärungen fand Hummels schon, aber er bat um Geduld: "Es wird einige Zeit dauern, bis ich das verarbeitet habe."

DFB-Akteure mussten irgendwann los

Den sportlichen Höhepunkt und Tiefpunkt haben ihm zwei Weltmeisterschaften beschert. Was den Tiefpunkt betrifft, wird das auch den anderen deutschen Spielern so gehen, die am Mittwochabend (27.06.2018) darüber sinnierten, wie es zu dem historischen Vorrunden-Aus bei einer Weltmeisterschaft gekommen war. Nur wenige gingen wortlos an den Reportern vorbei. Zu ihnen gehörte auch wieder Mesut Özil. Andere gaben bereitwillig Auskunft, zu ihnen gehörte auch wieder Mario Gomez. Irgendwann musste er jedoch abbrechen. "Wir müssen jetzt los", drängte ihn der Pressesprecher. Für 21 Uhr Ortszeit war der Rückflug nach Moskau angesetzt. Am Donnerstagmittag geht es dann schon zurück nach Frankfurt.

Eine letzte Nacht in Watutinki. Auf ein mögliches "Frustsaufen", nach dem er gefragt wurde, hatte Julian Brandt keine Lust. "Ich denke, dass wir alle nur noch ins Bett wollen", sagte der Leverkusener.

Die Zukunft von Löw

Joachim Löw wollte auch erst eine Nacht schlafen, um dann über seine Zukunft nachzudenken und vor allem darüber zu sprechen. "Das war’s. Das ist seine letzte Pressekonferenz als Bundestrainer", prophezeite einer der erfahrenen Reporter, der Löws Weg beim DFB seit 14 Jahren begleitet. Wie Löw so durch die Tür kam, wie er auf dem Podium saß, was er sagte, das weckte schon den Eindruck, als sei es das tatsächlich gewesen.

Aber Löw überraschte in den vergangenen Jahren immer wieder. Vor vier Jahren wurde prophezeit, der Bundestrainer werde zurücktreten, wenn er erst Weltmeister sei. Sein Vertrag, Mitte Mai erst unterschrieben, ist bis 2022 gültig.

Fragen nach der Zukunft von Kroos, Neuer und Müller

Toni Kroos, Manuel Neuer, Thomas Müller: Auch ihnen ist die Frage gestellt worden, ob es für sie in der Nationalmannschaft weitergeht. Für Neuer geht es weiter: "Ich habe jetzt nicht vor, aufzuhören." Das sei ja nun wirklich ein sehr schlechter Zeitpunkt für diese Frage, reagierte Müller bissig, auch ein bisschen verletzt.

Kroos sagte in ruhigem Ton, dass er sich darüber noch überhaupt keine Gedanken gemacht habe. Ein Ausscheiden in der Vorrunde sei ihm auch nie einen Gedanken wert gewesen. Dann trottete er weiter, die Hände in den Hosentaschen, bis er am nächsten Pulk aufgehalten und um Erklärungen gebeten wurde.

Stand: 27.06.2018, 21:08

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