Pro und Contra zum Verbleib von Bundestrainer Löw

Holger Dahl und Alexander Bleick

Joachim Löw bleibt Bundestrainer

Pro und Contra zum Verbleib von Bundestrainer Löw

Joachim Löw bleibt trotz des frühen Ausscheidens bei der Fußball-WM Bundestrainer. Die beiden ARD-Hörfunkreporter Holger Dahl und Alexander Bleick haben dazu unterschiedliche Meinungen. Ein Pro und Contra.

Pro (Holger Dahl)

Danke für diese schnelle und richtige Entscheidung, Joachim Löw. Sie ist gut für den deutschen Fußball. Natürlich auch, weil es aktuell keinen verfügbaren, besseren gibt. Aber da sind noch andere Argumente: Das Versagen bei der WM war in erster Linie nicht das des Trainers, sondern seiner Spieler, die mehrheitlich eben nicht über den Zenit sind. Es gab wenig Grund, sie auszutauschen. Jede beliebige Spielerzusammenstellung aus dem 23er Kader hätte Südkorea schlagen müssen, war grundsätzlich konkurrenzfähig. Das Aus war viel mehr eine Einstellungsfrage, als eine Aufstellungsangelegenheit. Löw wird aus seinen Fehleranteilen lernen und die anderen offen ansprechen. Mit der jungen Confed-Cup-Siegermannschaft hat der Bundestrainer seine Erneuerungsfähigkeit bewiesen. Also: Jetzt ordentlich durchlüften und die Mannschaft renovieren. Mit Joachim Löw! Das ist gut so!

Holger Dahl: Pro Löw - warum die Entscheidung richtig ist

Sportschau | 03.07.2018 | 00:53 Min.

Contra (Alexander Bleick)

Das Signal ist verheerend. Nach der größten Blamage in der deutschen WM-Geschichte reagiert der DFB mit einem kraftvollen: Weiter so! So kann man keine Erfolgsgeschichten schreiben. Grundlage ist nicht etwa ein neues Konzept, mit dem Joachim Löw darlegt,  wie er zukunftsgerichtet Strukturen verändern und Fehler künftig vermeiden will.  Nein, dem DFB-Präsidium reicht ein „Ich-schaff-das-schon“ seines Bundestrainers. Nie zuvor hat sich ein so mächtiger Verband so planlos präsentiert und so in die Abhängigkeit eines Angestellten begeben.  Damit wir uns nicht missverstehen: Joachim Löw hat 12 Jahre lang hervorragende Arbeit geleistet. Aber nach der desaströsen  Niederlage gegen Korea hat er es selbst zugegeben: Seine Mannschaft sei selbstherrlich aufgetreten, seine Warnungen seien ungehört verhallt. Ein Trainer, auf den die Spieler nicht mehr hören, sollte gehen und nicht bleiben.

Alexander Bleick: Contra Löw - warum die Entscheidung falsch ist

Sportschau | 03.07.2018 | 00:46 Min.

Stand: 03.07.2018, 14:30

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