Joachim Löw bleibt Bundestrainer

Trotz des Ausscheidens in der Vorrunde bei der WM in Russland

Joachim Löw bleibt Bundestrainer

Joachim Löw hat sich entschieden, trotz des frühen Ausscheidens bei der Fußball-WM als Bundestrainer weiterzumachen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte Löw trotz des Ausscheidens in der Vorrunde bei der WM in Russland zuvor das Vertrauen ausgesprochen. Jetzt hat sich Löw entschieden, die Mannschaft zur Euro 2020 zu führen. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund am Dienstag (03.07.2018).

"Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das der DFB weiterhin geschlossen in mich setzt, und ich spüre trotz der berechtigten Kritik an unserem Ausscheiden auch generell viel Rückhalt und Zuspruch", sagte Löw: "Auch meine Enttäuschung ist nach wie vor riesig. Aber ich möchte nun auch mit ganzem Einsatz den Neuaufbau gestalten."

Analyse kommt später

In der Verbandszentrale in Frankfurt am Main hatte die WM-Delegation mit DFB-Präsident Reinhard Grindel, DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball, dem 1. Vizepräsidenten Rainer Koch, Generalsekretär Friedrich Curtius, Vizepräsident Peter Peters sowie Oliver Bierhoff als zuständigem Direktor Nationalmannschaften zuvor einen offenen Austausch über die WM in Russland und das Aus in der Vorrunde geführt. Bereits am vergangenen Freitag hatte die Verbandsführung in einer Telefonkonferenz dafür votiert, mit Löw weitermachen zu wollen.

Löw hatte das Amt 2006 als Nachfolger von Teamchef Jürgen Klinsmann übernommen. Höhepunkt seiner Amtszeit war der Gewinn des WM-Titels 2014 in Brasilien. Bei allen Turnieren bis zum Misserfolg in Russland führte Löw das DFB-Team mindestens ins Halbfinale. Die Krönung war der WM-Titel 2014 in Brasilien. Der Kontrakt mit Löw war von DFB-Chef Grindel erst Mitte Mai vorzeitig um weitere zwei Jahre bis 2022 verlängert worden.

"Gemeinsam kam man überein, dass eine überstürzte und oberflächliche Bewertung wenig Sinn mache. In den kommenden Wochen werden das Trainerteam um Löw sowie Bierhoff eine tiefgehende Analyse vornehmen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Konsequenzen noch vor dem nächsten Länderspiel dem Präsidium vorstellen", hieß es in einer Erklärung des DFB.

Medien zufolge auch scharfe Kritik aus Spielerkreisen

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Dienstag erfahren Löw und Bierhoff allerdings auch massive Kritik aus den eigenen Reihen. Aus Spielerkreisen sowie von zwei erfahrenen Kennern der sportlichen und organisatorischen Verhältnisse beim DFB-Team wurden Vorwürfe laut, die das Bild des langjährigen Führungsduos erschüttern.

Joachim Löw unter Beobachtung

Sportschau | 04.07.2018 | 01:54 Min.

Demnach sei die Mannschaft bei der WM in Russland tatsächlich in zwei Lager, Etablierte und Junge, gespalten gewesen. Vor allem aber habe die Sorglosigkeit der Verantwortlichen Löw und Bierhoff zum Desaster Vorrunden-Aus geführt. So werden die falsch ausgewählten letzten Testgegner und die Sonderstellung des lange verletzten Torwarts Manuel Neuer genannt, die dem Leistungsgedanken widersprochen habe.

Erstes Länderspiel nach dem WM-Aus im September

Löw hatte nach dem Aus in Kasan "tiefgehende Maßnahmen" angekündigt. Diese muss er nun in Angriff nehmen. Am 6. September steht in München gegen Frankreich im Rahmen der neuen Nations League das erste Länderspiel nach dem WM-Desaster an.

sid/dpa | Stand: 03.07.2018, 14:04

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