WM 2018 - Löw nominiert Petersen und Neuer, Götze nicht dabei

Fußball-WM 2018

WM 2018 - Löw nominiert Petersen und Neuer, Götze nicht dabei

Der Freiburger Angreifer Nils Petersen gehört überraschend zum vorläufigen Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die WM in Russland. Auch der lange verletzte Torwart Manuel Neuer ist nominiert - im Gegensatz zu Mario Götze.

Überraschung in Joachim Löws WM-Aufgebot: Der Bundestrainer nimmt den Freiburger Stürmer Nils Petersen in seinen vorläufigen Kader für die Mission Titelverteidigung in Russland (14. Juni bis 15. Juli).

Der 29-Jährige war in der abgelaufenen Saison mit 15 Bundesliga-Treffern der beste deutsche Stürmer und belegte in der Torschützenliste Rang zwei hinter Robert Lewandowski von Bayern München. Petersen bestritt noch kein A-Länderspiel, gewann 2016 in Rio de Janeiro aber mit der deutschen Olympiaauswahl Silber. Mit sechs Toren in sechs Spielen wurde der frühere Junioren-Nationalspieler Torschützenkönig.

Nils Petersen bei den Olympischen Spielen in Brasilien

Petersen bekam bei der Nominierung in Dortmund den Vorzug vor Sandro Wagner. Der Münchner steht nicht im Aufgebot von Löw. Zudem nominierte Löw die Stürmer Mario Gomez (VfB Stuttgart) und Timo Werner (RB Leipzig). "Die Nominierung ist eine sehr große Ehre für mich. Ich habe damit nicht wirklich gerechnet und bin sehr dankbar. Die Chance dabei sein zu können, ist die Krönung der Saison", sagte Petersen.

Neuer darf hoffen

Auch Nationalmannschafts-Kapitän Manuel Neuer darf weiter auf seine WM-Teilnahme hoffen. Neuer ist einer von vier Torhütern im Kader. Neben seiner etatmäßigen Nummer eins nominierte Löw dessen bisherigen Stellvertreter Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona, Leverkusens Bernd Leno und Kevin Trapp (Paris St. Germain). Bayern-Kapitän Neuer wartet nach seinem Fußbruch im September noch immer auf sein Comeback.

Verzicht auf Götze

Löw verzichtete dagegen auf den formschwachen Dortmunder Mario Götze. Der hatte bei der WM 2014 in Brasilien im Finale gegen Argentinien das Siegtor geschossen. Sein lange verletzter Mannschaftskollege Marco Reus bekommt dagegen eine Chance. "Mein Job als Bundestrainer ist auch, harte Entscheidungen zu treffen", sagte Löw zum Thema Götze: "Reus hat eine besondere Gabe und steht für außergewöhnliche Dinge."

Für den angeschlagenen Abwehrchef Jerome Boateng steht Löw der Leverkusener Jonathan Tah als "Backup" bereit. Ungeachtet der Debatte um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gehören Mesut Özil und Ilkay Gündogan wie erwartet zum DFB-Team.

Der Kader im Überblick

Tor Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Manuel Neuer (Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Paris Saint-Germain).

Abwehr Jérôme Boateng, Mats Hummels, Joshua Kimmich, Niklas Süle (alle Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

Mittelfeld Thomas Müller, Sebastian Rudy (beide Bayern München), Ilkay Gündogan, Leroy Sané (beide Manchester City), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Leon Goretzka (FC Schalke 04), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Mesut Özil (FC Arsenal), Marco Reus (Borussia Dortmund), Julian Brandt (Bayer Leverkusen)

Angriff Mario Gomez (VfB Stuttgart), Timo Werner (RB Leipzig), Nils Petersen (SC Freiburg)

Am 4. Juni endet die Meldefrist

Den endgültigen 23-köpfigen Kader für das Turnier muss Löw am 4. Juni benennen. Dieser muss aus Spielern des vorläufigen Kaders bestehen. Löw muss auf jeden Fall einen der Torhüter streichen. Toni Kroos wird einen Teil der Vorbereitung verpassen, weil er mit Real Madrid noch im Finale der Champions League spielt.

Die WM-Termine der deutschen Mannschaft
TerminEreignis
23. MaiAbflug Trainingslager in Eppan (Italien)
26. MaiChampions-League-Finale (mit Toni Kroos)
2. JuniTestspiel gegen Österreich (in Klagenfurt)
4. JuniBekanntgabe endgültiger Kader
8. JuniTestspiel gegen Saudi-Arabien (in Leverkusen)
9. JuniEnde Trainingslager
12. JuniAbflug nach Russland
14. JuniWM-Eröffnung
17. JuniErstes Gruppenspiel gegen Mexiko
23. JuniZweites Gruppenspiel gegen Schweden
27. JuniDrittes Gruppenspiel gegen Südkorea

Nachnominierungen nur unter Bedingungen möglich

Eine "ernsthafte Verletzung" kann laut Reglement der FIFA die Nachnominierung eines Spielers möglich machen - allerdings nur bis zu 24 Stunden vor dem Anpfiff des ersten Spiels der Mannschaft, im deutschen Fall also bis zum 16. Juni, 17 Uhr (MESZ). Das medizinische Komitee der FIFA muss dem zustimmen, der neue Spieler muss nicht aus dem vorläufigen Kader stammen.

sid/dpa/red | Stand: 15.05.2018, 12:50

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