Frankreich dominiert die Top-Elf der WM

Frankreich dominiert die Top-Elf der WM

Ein paar Franzosen, ein junger Russe und ein Torhüter, den man vor dem Turnier nicht unbedingt auf dem Zettel hatte - das alles und mehr gibt's in der Top-Elf der WM 2018 von sportschau.de.

Danijel Subasic

Tor - Danijel Subasic (33 Jahre, Kroatien): Zugegeben, alle vier Torhüter, die mit ihren Teams im Halbfinale dieser WM standen, hätten es verdient gehabt, in der Top-11 zu stehen. Danijel Subasic ist, im Vergleich zu Thibaut Courtois, Hugo Lloris und Jordan Pickford, der am wenigsten bekannte - und doch gehörte er bei diesem Turnier zu den ganz Großen. Der 33-jährige Kroate hielt seinen Kasten in zwei von drei Gruppenspielen sauber und führte sein Team bei zwei Elfmeterschießen in Folge (Achtelfinale und Viertelfinale) zum Erfolg. Gegen Dänemark hielt Subasic sensationelle drei Elfmeter. Der Torhüter der AS Monaco überzeugte aber auch ansonsten als ruhiger und besonnener Rückhalt einer mitunter auch mal hektisch agierenden kroatischen Abwehrreihe.

Tor - Danijel Subasic (33 Jahre, Kroatien): Zugegeben, alle vier Torhüter, die mit ihren Teams im Halbfinale dieser WM standen, hätten es verdient gehabt, in der Top-11 zu stehen. Danijel Subasic ist, im Vergleich zu Thibaut Courtois, Hugo Lloris und Jordan Pickford, der am wenigsten bekannte - und doch gehörte er bei diesem Turnier zu den ganz Großen. Der 33-jährige Kroate hielt seinen Kasten in zwei von drei Gruppenspielen sauber und führte sein Team bei zwei Elfmeterschießen in Folge (Achtelfinale und Viertelfinale) zum Erfolg. Gegen Dänemark hielt Subasic sensationelle drei Elfmeter. Der Torhüter der AS Monaco überzeugte aber auch ansonsten als ruhiger und besonnener Rückhalt einer mitunter auch mal hektisch agierenden kroatischen Abwehrreihe.

Abwehr - Raphael Varane (25 Jahre, Frankreich): Sein Tor im Viertelfinale gegen Uruguay ebnete Frankreich den Sieg. Raphael Varane hat damit bewiesen, dass er nicht nur defensiv herausragende Arbeit verrichtet, sondern bei Standardsituationen auch immer wieder gefährlich sein kann. Als älterer zweier immer noch junger Innenverteidiger (neben Samuel Umtiti) geht der Star von Real Madrid voran und agiert mit seinen 25 Jahren schon als Führungsspieler. Varane bewahrte bei diesem Turnier stets die Ruhe und überzeugte mit Passsicherheit, Stellungsspiel und Zweikampfstärke. Der Franzose war der beste Verteidiger dieser Weltmeisterschaft.

Abwehr - Yerry Mina (23 Jahre, Kolumbien): Er gehört zu den Gesichtern dieser WM. Kolumbiens Yerry Mina, den vor dem Turnier bestensfalls Fans des FC Barcelona kannten, hat in nur vier Spielen gezeigt, dass er bei den Katalanen durchaus richtig aufgehoben ist. Er gehört zu den größten Verteidiger-Talenten der Welt. Der stämmige Kolumbianer misst 1,95 Meter und bringt gut 95 Kilogramm auf die Waage. Das macht nicht nur Luft-Zweikämpfe mit ihm zum nahezu unmöglichen Unterfangen. Im zweiten Gruppenspiel gegen Polen steuerte Mina ebenso einen Kopfballtreffer bei wie im Achtelfinale gegen England. Dort hielt er sein Team mit seinem Tor in der Nachspielzeit überhaupt im Spiel. Nach dem Turnier geht es zurück nach Barcelona - dort freut man sich schon auf den Shooting-Star dieser WM.

Abwehr - Harry Maguire (25 Jahre, England): Es gibt diese eine Geschichte über Harry Maguire, die inzwischen wohl die ganze Fußball-Welt kennt: Vor zwei Jahren, bei der EM 2016, war der 25-jährige Engländer noch als Fan in Frankreich - jetzt erreichte er mit England das Halbfinale, als Stammspieler nebenbei bemerkt. Es ist eine märchenhafte Geschichte, die Maguire in den vergangenen zwei Jahren geschrieben hat, angefangen mit seinem Wechsel zu Leicester City. Bei der WM biss sich so mancher Angreifer am 100 Kilogramm schweren, 1,94 Meter großen Maguire die Zähne aus. Der "Baum" in Englands Abwehrblock war sogar offensiv erfolgreich - mit dem Kopfball-Treffer zum 1:0 im Achtelfinale gegen Schweden. Auch wenn es bessere Verteidiger auf der Welt gibt: Bei diesem Turnier zählte Maguire zu den Stars.

Mittelfeld - Luka Modric (32 Jahre, Kroatien): Der größte Erfolg der kroatischen Fußballgeschichte ist ohne Frage ein Erfolg des Teams. Dabei hat der Vize-Weltmeister herausragende Individualisten in seinen Reihen. Der beste ist zweifellos Luka Modric, das hat er auch in Russland unter Beweis gestellt. Der vierfache Champions-League-Gewinner von Real Madrid ist Schaltzentrale und Ruhepol zugleich in Kroatiens Mittelfeld. Ohne ihn läuft (fast) nichts. Der 32-Jährige hat gelernt, sein Spiel so umzustellen, dass er problemlos drei Mal in Folge 120 Minuten spielen kann - eine Kunst. Ebenso wie seine Ballbehandlung und sein Abschluss. Sein Treffer im zweiten Gruppenspiel gegen Argentinien ist der Beweis dafür. Modric ist unumstritten einer der großen Stars dieser WM.

Mittelfeld - N'Golo Kanté (27 Jahre, Frankreich): Wenn es um Frankreich geht, sprechen die meisten von Kylian Mbappé, Paul Pogba und Antoine Griezmann. Oftmals vergessen wird aber N'Golo Kanté. Dabei ist der 27-jährige Mittelfeldspieler vom FC Chelsea der vielleicht beste Sechser der Welt. Offensiv tritt er so gut wie nie in Erscheinung, den Job haben andere. Aber seine Leistungen in der Defensive lassen sich gar nicht hoch genug einschätzen. Kanté ist bei jedem gegnerischen Angriff zur Stelle und schafft es meist, diesen schon früh zu unterbinden. Er beherrscht das Umschaltspiel, die Ruhe und die Passsicherheit, die es braucht, um zu den ganz Großen zu gehören. Kanté ist der lebende Beweis dafür, dass ein Mann, der nahezu überall und immer zu finden ist auf dem Platz, dem Zuschauer oftmals gar nicht groß auffällt.

Mittelfeld - Aleksandr Golovin (22 Jahre, Russland): Gastgeber Russland war eine der großen Überraschungen des Turniers. Dass das Team das Viertelfinale erreicht hat, haben sie auch ihrem jüngsten Spieler zu verdanken: Aleksandr Golovin. Der 22-Jährige überzeugte mit guten Standardsituationen und überragender Technik. Sein Freistoßtreffer im Auftaktspiel gegen Saudi Arabien zählt zu den schönsten des Turniers. Zudem bereitete Golovin zwei weitere Treffer der Russen vor und unterstrich damit, warum er in Russland als großer Hoffnungsträger gefeiert wird. Ob der Offensivspieler nach dem Sommer noch immer in der Heimat bei ZSKA Moskau spielt, ist derzeit völlig offen - zahlreiche europäische Topklubs haben bereits Interesse bekundet.

Mittelfeld - Philippe Coutinho (26 Jahre, Brasilien): Auch wenn für Topfavorit Brasilien im Viertelfinale Schluss war, der Rekordweltmeister hat ein gutes Turnier gespielt. Das lag in erster Linie nicht am alles überstrahlenden Neymar, sondern an Barcelonas Philippe Coutinho. Er war es, der mit seinem Traumtor gegen die Schweiz Brasiliens ersten Turniertreffer erzielte und sein Team mit seinem Treffer in der Nachspielzeit im zweiten Gruppenspiel gegen Costa Rica rettete. Der technisch versierte Offensivspieler bereitete zudem zwei weitere Treffer der Brasilianer vor und fiel - ganz anders als Teamkollege - Neymar nicht durch sinnlose Showeinlagen auf.

Mittelfeld - Eden Hazard (27 Jahre, Belgien): Belgiens Kapitän spielte eine herausragende WM. In einem spielerisch überzeugenden Team ging Eden Hazard stets voran und überzeugte mit seinem feinen Fuß. Nach sechs Einsätzen stehen herausragende Zahlen in seiner Bilanz: 518 gespielte Minuten, drei Tore, zwei Torvorlagen. Vor allem in Momenten, in denen Belgiens andere Weltklasse-Akteure wie Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku nicht so sehr überzeugten, stach Hazard heraus. Der 27-Jährige vom FC Chelsea war es auch, der Belgien im letzten WM-Spiel die Bronze-Medaille bescherte. Im Spiel um Platz drei war Hazard einmal mehr Belgiens bester Mann auf dem Platz. Und das will in einem Team, das fast ausschließlich überzeugende Auftritte hinlegte, schon etwas heißen.

Angriff - Kylian Mbappé (19 Jahre, Frankreich): 19 Jahre jung und 200 Millionen Euro schwer. Kylian Mbappé gehört die Zukunft im Fußball, das ist unstrittig. Wie der Franzose aber bereits im Teenager-Alter Weltklasse-Verteidiger einfach links stehen lässt, ist bemerkenswert. Mbappé lebt von seinem herausragendem Tempo - im Spiel gegen Argentinien war Mbappé, bevor er einen Elfmeter herausholte, 38 Stundenkilometer schnell. Zum Vergleich: Sprint-Star Usain Bolt lief bei seinem 100-Meter-Weltrekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,58 km/h. Mbappé überzeugte aber auch mit seinem Abschluss (vier Tore) und seiner Arbeit auf dem Flügel - sogar in der Defensivbewegung.

Angriff - Harry Kane (24 Jahre, England): Auch wenn er in den letzten drei WM-Auftritten keinen Treffer mehr beigesteuert hat: Harry Kane gehört zu den Stars dieser Weltmeisterschaft. Der englische Kapitän überragte schon in der Vorrunde mit fünf Treffern, besiegelte dann im Achtelfinale mit einem seiner souveränen Elfmeter das Weiterkommen seiner Mannschaft. Dabei wird Kane in seiner Heimat nicht nur für seine Tore geschätzt, sondern auch für seine Art, als Kapitän voranzugehen. In einer blutjungen Mannschaft wirkt Kane wie ein alter Hase - dabei ist er selbst gerade einmal 24 Jahre alt und hat erst 30 Länderspiele absolviert. Es wird nicht seine letzte WM gewesen sein.

Trainer - Gareth Southgate (47 Jahre, England): In Sachen Trainer gilt das gleiche wie für die Torhüter: Jeder der vier Halbfinalisten hätte es verdient gehabt. Sogar Russlands Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow wäre ein Kandidat gewesen. Der bei dieser WM aber alles überstrahlende Coach war Gareht Southgate. Als B-Lösung nach dem Rausschmiss von Sam Allardyce vor knapp zwei Jahren installiert, führte er ein verunsichertes englisches Team zur WM und leitete den dringend benötigten Umbruch ein. Die Devise war von vorneherein klar: Die Jugend soll es richten. Dazu griff Southgate zu ungewöhnlichen Maßnahmen im Vorlauf des Turniers: Zwei Jahre lang ließ er Elfmeterschießen trainieren und schickte seine Spieler zu seinem Survival-Training für Soldaten - um den Teamgeist zu stärken. All diese Maßnahmen haben Früchte getragen - mit Englands erstem Halbfinal-Einzug bei einer WM-Endrunde seit 28 Jahren.

Die sportschau.de-Top-Elf der WM im Überblick:

Stand: 15.07.2018, 19:00 Uhr

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