Löw und Bierhoff fordern Ende der Debatte um Özil und Erdogan

Joachim Löw (r.) mit Ilkay Gündogan

Bei Länderspiel gegen Saudi-Arabien

Löw und Bierhoff fordern Ende der Debatte um Özil und Erdogan

Joachim Löw und andere DFB-Mitglieder haben die Pfiffe gegen Nationalspieler Ilkay Gündogan im Testspiel gegen Saudi-Arabien kritisiert.

"Dass ein Nationalspieler so ausgepfiffen wird, hilft niemandem", monierte der Bundestrainer gleich nach dem 2:1-Sieg am Freitagabend (08.06.2018) in Leverkusen im ARD-Interview. Gündogan war bei seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit und anschließend auch im Spiel deutlich hörbar von vielen der 30.210 Zuschauern in der BayArena ausgepfiffen worden.

"Wir werden ihn unterstützen"

Löw verteidigte seinen Mittelfeldspieler auch in der anschließenden Pressenkonferenz. "Ich habe ihn in der Kabine gesehen, er war geknickt. Da muss er einfach jetzt durch. Ich hoffe, dass er es kann. Wir werden ihn unterstützen", versprach der Weltmeister-Trainer.

Der Fan-Unmut ist Folge der umstrittenen Fotos von Gündogan und Teamkollege Mesut Özil bei einem Treffen mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Mai. Özil spielte gegen Saudi-Arabien wegen Knieproblemen nicht. Der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hatte zuvor vor allem Özil kritisiert, der im Gegensatz zu Gündogan nicht selbst konkret Stellung zur Thematik bezogen hatte: "Ich finde es nur schade, dass er die Chance nie genutzt hat, auch als Persönlichkeit außerhalb des Platzes zu reifen. Immer wenn es unangenehm wird, schiebt er es ab an sein Beraterteam."

Auch Bierhoff will Ende der Debatte

Löw forderte indes bezogen auf Gündogan: "Was soll Ilkay noch tun? Er hat gesagt: Ich lebe die deutschen Werte, ich identifiziere mich mit Deutschland. Er hat sich der Presse gestellt. Irgendwann ist das Thema auch mal vorbei. Wir haben im Trainingslager mehrfach darüber gesprochen. Es hat beide Spieler beschäftigt, jetzt müssen wir den Blick nach vorne richten."

Schon vor dem Spiel hatte Teammanager Oliver Bierhoff ein Ende der Debatte gefordert: "Mein Ratschlag ist: Redet nicht mehr darüber, konzentriert euch auf den Sport."

dpa/sid/red | Stand: 09.06.2018, 10:24

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