Eden Hazard macht für Belgien den Unterschied

Eden Hazard im Duell mit gleich drei Brasilianern

Belgien schlägt Brasilien

Eden Hazard macht für Belgien den Unterschied

Von Frank van der Velden

Eden Hazard hat im hochklassigen Viertelfinalspiel zwischen Brasilien und Belgien den Unterschied gemacht. Der Mann vom FC Chelsea machte eines der besten Spiele in seiner Karriere.

Für die Fans war die Sache klar. Nach dem Offensivspektakel zwischen Brasilien und Belgien im Viertelfinale der Fußball-WM wählten sie den Belgier Kevin De Bruyne zum "Man oft the match", also zum besten Spieler. Das ist nachvollziehbar, denn Fans lieben Tore, und der Mann von Manchester City hatte beim 2:1-Sieg das 2:0 gemacht. In Führung gegangen waren die Belgier dank eines Eigentores von Fernandinho.

Brasiliens Trainer Tite hatte einen anderen Favoriten: "Für mich hat Thibaut Courtois den Unterschied ausgemacht", sagte der Coach. Was auch nachvollziehbar ist. Denn der Torwart hielt den Sieg in der zweiten Halbzeit mit einigen Glanzparaden fest. Und dennoch: Der beste Mann auf dem Platz war eindeutig Eden Hazard.

Die personifizierte Spielfreude

Der Kapitän der "Roten Teufel" machte in Kasan wohl eines der besten Spiele in seiner Karriere. Der 27-Jährige war die personifizierte Spielfreude, er war Anführer und Taktgeber. Hazard war der, der das Tempo bestimmte, der im Mittelfeld stets den Überblick hatte, er war lauf- und zweikampfstark, passsicher und auch in der Defensive präsent. Die taktischen Vorgaben seines Trainers Roberto Martinez setzte er perfekt um. Kurzum: Er war all das, was einen Weltklasse-Fußballer ausmacht.

Die selbst technisch brillanten Brasilianer konnten ein ums andere Mal nur staunen, wie geschmeidig Hazard sie stehen ließ. Mit dem Ball eng am Fuß reichte ihm in seinen Tempodribblings oft nur eine einfache Körpertäuschung, um an gleich zwei oder drei Gegenspielern vorbei zu kommen. Die wussten sich teils nur durch ein Foul zu helfen, was den Belgiern dann die ein oder andere gefährliche Freistoßsituation oder zumindest Zeit bescherte.  Die Brasilianer waren im "Katz-und Maus"-Spiel dem beidfüßigen Mann mit der Nummer "10" auf dem Rücken unterlegen. Das kennt man eigentlich so nur von Argentinies Lionel Messi.

"Jetzt kommt meine Zeit"

Der ist bei der WM schon im Viertelfinale gescheitert, genau wie sein portugiesisches Pendant Cristiano Ronaldo und natürlich Brasiliens Neymar. Hazard ist bereit, deren Rolle zu übernehmen. "Jetzt ist die Zeit, zu glänzen. Ich hoffe, jetzt kommt meine Zeit", sagte er vor dem Achtelfinale gegen Japan. In dem Spiel lagen die Belgier schon 2:0 zurück. Hazard war es, der in der zweiten Halbzeit voran ging und sein Land dann doch noch zum 3:2-Sieg führte.

Gerüchte um Wechsel zu Real Madrid

Bei all dem verwundert es nicht, dass sich schon die ersten Wechselgerüchte um Hazard ranken. Er spielt seit 2012 beim FC Chelsea. Vier große Titel hat er mit den "Blues" schon geholt, er wurde 2015 und 2017 englischer Meister, 2013 Europa-League-Sieger und 2018 gewann er den FA-Cup. 2011 war er in Frankreich mit dem OSC Lille sensationell französischer Meister und Pokalsieger geworden.

Jetzt werden dem 90-maligen Nationalspieler (24 Tore) Kontakte zu Real Madrid nachgesagt. Die Verhandlungen mit dem FC Chelsea über eine Verlängerung des Vertrags über 2020 hinaus sind jedenfalls auf Eis gelegt. Hazards aktueller Marktwert liegt bei rund 110 Millionen Euro.

"Es liegt in unseren Händen"

Doch der konzentriert sich jetzt voll und ganz auf das Halbfinale gegen Frankreich, und er peilt offen den Titel an. "Wir haben eine Menge tolle Spieler, na klar, wäre ich gerne im Finale. Wir sind jetzt auf unserem absoluten Top-Level", sagte Hazard: "Es liegt in unseren Händen."

red/sid/dpa | Stand: 07.07.2018, 09:20

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