Belgiens Tormaschine rollt auch gegen Tunesien

Belgien - Tunesien 5:2 | Gruppe G | 2. Spieltag

Belgiens Tormaschine rollt auch gegen Tunesien

Von Christian Mixa

Belgien hat gegen Tunesien in eindrucksvoller Manier den zweiten Sieg im zweiten Spiel eingefahren und kann bereits fürs Achtelfinale planen.

Eden Hazard (6. Minute, 51.), Romelu Lukaku (16., 45.+3) und Michy Batshuayi sorgten am Samstag (23.06.2018) in Moskau für einen souveränen 5:2-Erfolg der Belgier, Dylan Bronn (18.) und Wahbi Khazri (90.+3) sorgten für Tunesiens Treffer.

"Wir wussten, dass es einfacher werden würde, wenn wir schnell treffen. Die einzigen Fehler, die wir gemacht haben, waren die Gegentore. Wir sind glücklich mit dem 5:2", sagte Belgiens Kapitän und Doppel-Torschütze Eden Hazard.

Jubel nach Belgiens Treffer zum 2:0 durch Romelu Lukaku (l.), Eden Hazard

Die Belgier, im bewährten 3-4-2-1-System von Coach Roberto Martinez, setzten auf die identische Startelf wie gegen Panama - und gleich vom Anpfiff weg voll auf die Offensive. Gleich beim ersten schnellen Vorstoß hatte Lukaku (3.) die Führung auf dem Fuß. Tunesiens Keeper Farouk Ben Mustapha, für den verletzten Mouez Hassen zwischen den Pfosten, rettete im letzten Moment.

Zwei Minuten später war Tunesiens Schlussmann das erste Mal geschlagen. Syam Ben Youssef holte Hazard arg ungestüm genau auf der Strafraumgrenze von den Beinen. Der angeforderte Videobeweis belegte, dass die Attacke des Tunesiers tatsächlich innerhalb des Sechzehners stattfand. Der Kapitän versenkte den fälligen Strafstoß selbst souverän im linken Eck.

Belgien hellwach und eiskalt im Abschluss

Belgien blieb hellwach, hielt das Tempo und den Druck auf die Nordafrikaner weiter hoch: Ali Maaloul ließ sich den Ball in der Vorwärtsbewegung von Dries Mertens abknöpfen, der bediente Lukaku genau im richtigen Moment, und der Stürmer von Manchester United vollendete eiskalt (16.).

Tunesien war nach dem frühen Doppelschlag nur kurz geschockt, die Antwort quasi im Gegenzug: Den Freistoß von Khazri wuchtete Bronn per Kopf ins Netz (18.). Die übertölpelten Belgier monierten eine angebliche Abseitsstellung des Torschützen - doch auch hier beseitigte der Videobeweis alle Zweifel, der Treffer war regulär.

Der Anschlusstreffer verlieh den Tunesiern merklich Auftrieb. Der Außenseiter hielt die Partie im Anschluss offen und spielte mutig nach vorne, immer wieder angetrieben von Kapitän Khazri. Ferjani Sassi vergab nach einer halben Stunde die gute Chance zum Ausgleich, setzte den Ball knapp neben den Pfosten.

Torreichste Hälfte des Turniers - Lukaku mit Doppelpack

Die Belgier zeigten aber weiterhin die reifere Spielanlage, warteten geduldig auf ihre Chance - um dann ihr eindrucksvolles Umschaltspiel aufzuziehen. Meistens initiiert vom großartig aufgelegten Kevin De Bruyne, der immer wieder das Tempo beschleunigte und Tunesiens Abwehr aushebelte. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Belgiens Regisseur selbst die Großchance, legte aber freistehend nochmals quer auf Lukaku, der vergab.

Kurz darauf schlug Lukaku doch zum zweiten Mal zu: Thomas Meunier eroberte den Ball am tunesischen Strafraum, behielt die Übersicht und passte genau in die Schnittstelle, Lukaku lupfte den Ball über Keeper Ben Mustapha hinweg ins Netz (45.+3) und beendete die bislang torreichste erste Hälfte des Turniers.

De Bruyne glänzt als Vorbereiter - Lukaku verletzt

Die Tunesier suchten gleich nach Wiederanpfiff ihre Chancen auf den möglichen Anschluss, Saifeddine Khaoui und Khazri verpassten jeweils knapp. Kurz darauf sorgte De Bruyne mit einer erneut glänzenden Vorbereitung und einem Traumpass auf Hazard für die Vorentscheidung. Chelseas Offensivmann verlud Keeper Ben Mustapha und schob den Ball ins leere Tor (51.).

Im Anschluss nahmen die Belgier den Druck etwas aus der Partie, die Doppel-Torschützen Lukaku und Hazard gingen vom Platz. Vor allem Lukaku, der sich am Knöchel eine Bänderverletzung zuzog und schon während des Spiels behandelt wurde, ist nach der bereits gelungenen Qualifikation für das Achtelfinale nun ein potenzieller Kandidat für eine Pause. Die Schwere der Verletzung ist noch nicht abschließend geklärt. Für ihn übernahm der eingewechselte Michy Batshuayi das Kommando. Der Mann, der vergangene Saison im BVB-Dress stürmte, ließ drei Großchancen liegen, traf dann aber in der Schlussminute doch noch aus kurzer Distanz. Tunesiens Kapitän Khazri setzte den Schlusspunkt kurz vor dem Abpfiff.

Sollte England am Sonntag gegen Panama seine Pflichtaufgabe lösen, kommt es zwischen den beiden Top-Teams zu einem Finale um den Gruppensieg. Die Tunesier treffen zum Abschluss auf Panama, haben aber nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel nur noch theoretische Chancen aufs Weiterkommen.

Fußball · Weltmeisterschaft · 2. Spieltag 2018

Samstag, 23.06.2018 | 14.00 Uhr

Flagge Belgien

Belgien

Courtois – Vertonghen, Boyata, Alderweireld – Meunier, De Bruyne, Witsel, Carrasco – Mertens (86. Tielemans), Lukaku (59. Fellaini), E. Hazard (68. Batshuayi)

5
Flagge Tunesien

Tunesien

Ben Mustapha – Bronn (24. Nagguez), S. Ben Youssef (41. Benalouane), Meriah, Maâloul – Skhiri, Badri, Sassi (59. Sliti) – F. Ben Youssef, Khaoui – Khazri

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 E. Hazard (6./Foulelfmeter)
  • 2:0 Lukaku (16.)
  • 2:1 Bronn (18.)
  • 3:1 Lukaku (45.+3)
  • 4:1 E. Hazard (51.)
  • 5:1 Batshuayi (90.)
  • 5:2 Khazri (90.+3)

Strafen:

  • gelbe Karte Sassi (1 )

Zuschauer:

  • 44.190

Schiedsrichter:

  • Jair Marrufo (USA)

Stand: Samstag, 23.06.2018, 15:57 Uhr

Wappen Belgien

Belgien

Wappen Tunesien

Tunesien

Tore 5 2
Schüsse aufs Tor 11 6
Ecken 4 2
Abseits 3 1
gewonnene Zweikämpfe 89 72
verlorene Zweikämpfe 72 89
gewonnene Zweikämpfe 55,28 % 44,72 %
Fouls 11 13
Ballkontakte 584 575
Ballbesitz 50,39 % 49,61 %
Fehlpässe 47 64
Passquote 87,7 % 83,38 %
Flanken 11 16
Alter im Durchschnitt 27,3 Jahre 26,6 Jahre

Stand: 23.06.2018, 18:09

Darstellung: