"Es funktioniert": Eishockey-Nationalspieler geben Signal für den Saisonstart

Torjubel der Deutschen zum 1:0 durch Andreas Eder

Deutschland Cup

"Es funktioniert": Eishockey-Nationalspieler geben Signal für den Saisonstart

Das deutsche Eishockey hat sich nach der Corona-Pause zurückgemeldet. Die Nationalmannschaft verlor beim Deutschland Cup zwar das Finale, gab aber ein wichtiges Signal.

Beim Eishockey-Restart nach acht Monaten Corona-Zwangspause reichte es für die deutsche Nationalmannschaft nicht zum Turniersieg beim Deutschland Cup, doch die sportliche Bilanz war zweitrangig. "Der größte Erfolg ist, dass wir der Sportart das Signal geben, auch in der Liga: Es geht, es funktioniert", sagte DEB-Präsident Franz Reindl am Sonntag (08.11.2020) schon vor dem 2:3 nach Verlängerung (1:2, 0:0, 1:0, 0:1) im Finale gegen Lettland.

"Ein gelungenes Turnier ist in diesen Tagen, wenn wir keinen Coronafall haben", erläuterte der Verbandschef, der die Veranstaltung trotz der Absagen der meisten internationalen Gegner, des Zuschauerverbots und der Corona-Erkrankung des Bundestrainers Toni Söderholm durchgezogen hatte: "Du musst beweisen, dass es trotz Lockdown funktioniert, Eishockey zu spielen." Diesen Beweis lieferten die Nationalspieler nach der längsten Sommerpause ihrer Karriere eindrucksvoll. In ihrer "Blase" nahmen sie alle Einschränkungen "in Kauf, um den Sport möglich zu machen", betonte Olympia-Silbermedaillengewinner Matthias Plachta: "Es ist ein Riesenschritt, um auch die DEL in Schwung zu bekommen."

Eishockey: Deutschland Cup hat mehr als nur einen Gewinner

Sportschau 08.11.2020 01:10 Min. Verfügbar bis 08.11.2021 ARD Von Burkhard Hupe


Entscheidung über DEL-Restart am 19. November

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL), die nach dem letzten Hauptrundenspieltag am 8. März die Saison abgebrochen hatte, entscheidet am 19. November über ihren schon zweimal verschobenen Wiederbeginn. "Ich hoffe, dass die Saison so schnell wie möglich beginnt", sagte Jungstar Lukas Reichel, der vor einem Monat in der ersten Runde des NHL-Drafts von den Chicago Blackhawks gezogen worden war, vorerst aber weiter bei den Eisbären Berlin spielen soll.

500 Coronatests ließ der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) bei seinem Heimturnier durchführen, davon 300 Schnelltests und 200 PCR-Abstriche, die letzten am Sonntag, alle waren negativ. Ein Tracker, den die Spieler während der Partien am Trikot und außerhalb der Bande am Handgelenk trugen, registrierte alle Kontakte. Niemand durfte sich außerhalb von Halle, Hotel und Bus bewegen. "In der Bubble lässt sich das ganz gut managen", sagte Verteidiger Korbinian Holzer, der diese Maßnahmen schon beim NHL-Playoff-Turnier in Edmonton erlebt hatte, "jeder muss viel opfern, aber ich bin froh, dass es geklappt hat."

Deutsches Team sportlich erfolgreich

Gutes Eishockey boten die Nationalspieler den Fans daheim vor den Fernsehern obendrein. Nach dem 7:2-Torfestival gegen das eigene Olympia-Perspektivteam erkämpfte sich die DEB-Auswahl im ersten "echten" Länderspiel seit einem Jahr am Samstag ein 2:0 gegen Lettland. Im Endspiel gegen denselben Gegner tags drauf reichten die Tore des Straubingers Andreas Eder (10. Minute) und von Marc Michaelis (47.), vom NHL-Klub Vancouver Canucks an die Adler Mannheim ausgeliehen, nicht zum ersten Turniersieg seit 2015.

Ein Doppelschlag von Gatis Sprukts und Frenks Razgals innerhalb von zwölf Sekunden (18.) sowie weiterer ein Treffer von Razgals in der fünften Minute der Verlängerung bescherten Lettland den Pokal. Weiter geht es für die meisten ab Mittwoch im "MagentaSport Cup", bei dem acht der 14 DEL-Klubs Liga-Eishockey mit Heim- und Auswärtsspielen testen. "Wir haben lange genug darüber gesprochen, was alles nicht geht", sagte Ersatztrainer Thomas Popiesch, der Söderholm an der Bande vertrat und mit seinen Fischtown Pinguins Bremerhaven an dem Wettbewerb teilnimmt: "Jetzt müssen wir mal zeigen, was geht."

sid/dpa | Stand: 08.11.2020, 17:00

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