DEL - Plötzlich sind die Grizzlys wieder Außenseiter

Wolfsburgs Dominik Bittner (m) und Berlins Mathias Niederberger (l) und Sebastian Streu in Aktion

Finalserie zwischen Grizzlys Wolfsburg und Eisbären Berlin

DEL - Plötzlich sind die Grizzlys wieder Außenseiter

Zumindest für wenige Stunden stand der Meisterpokal der Deutschen Eishockey Liga schon einmal in Wolfsburg. Die Spieler der Grizzlys durften ihn am Mittwochabend (05.05.2021) allerdings nur anschauen und doch noch nicht anfassen.

Nach ihrer 1:4-Niederlage im zweiten Playoff-Finale gegen die Eisbären Berlin wurde die silberne Trophäe wieder eingepackt und in die Hauptstadt gefahren. Dort wird sie nun am Freitagabend definitiv übergeben. Dann fällt in einem dritten und letzten Spiel die Entscheidung, wer der 100. Meister der deutschen Eishockey-Geschichte wird (19.30 Uhr).

Grizzlys: Nervös vor dem letzten großen Schritt

Nach ihrem Auftaktsieg in Berlin (3:2 n.V.) hätten die Wolfsburger schon am Mittwochabend alles klarmachen können. Doch dann bewahrheitete sich, was ihr Erfolgsmanager Karl-Heinz Fliegauf schon vor der Partie betont hatte: "Der letzte Schritt ist der größte."

Eine Mannschaft, die in dieser Corona-Saison gleich mehrfach die Playoffs zu verpassen drohte, die dann gegen den Nordrivalen Bremerhaven kurz vor dem Aus stand und den großen Titelfavoriten aus Mannheim besiegte: Eine Mannschaft also, die schon so häufig in den vergangenen Wochen Nervenstärke bewies, wurde so kurz vor dem größten Triumph der Klubgeschichte auf einmal nervös. "Die Möglichkeit, Meister zu werden, war vielleicht schwierig für uns", räumte Trainer Pat Cortina ein. Am Freitagabend sind seine Grizzlys gegen die Eisbären wieder der Außenseiter. Erleichterung oder Bürde?

Wolfsburgs Trainer Pat Cortina

Wolfsburgs Trainer Pat Cortina

Eisbären: Frischer, nervenstärker - und selbstbewusster

Denn auf einmal spricht wieder vieles für die Berliner. Dass sie den besser besetzten Kader haben, war schon vor dem ersten Bully dieser Finalserie klar. In Spiel zwei wirkten sie dazu noch frischer und vor allem nervenstärker. Uneingeschränkt selbstbewusste Töne waren danach jedenfalls nur aus der Kabine der Eisbären zu hören: "Wir haben die Serie noch nicht gewonnen. Aber wir haben einen Weg gefunden. Im nächsten Spiel holen wir uns den Titel", sagte Berlins Toptalent Lukas Reichel. Dieses Selbstverständnis haben die Berliner den Wolfsburgern voraus.

Mit dem Rücken zur Wand fühlen sich die Eisbären offenbar besonders wohl. Die Erfahrungen dieser kurzen Playoffs haben sie jedenfalls gestärkt. Auch gegen Iserlohn und Ingolstadt verlor das beste Vorrundenteam des Nordens das erste Spiel und war nur eine Niederlage vom K.o. entfernt. Immer wieder befreite sich Berlin eindrucksvoll aus dieser Drucksituation. Klappt das auch ein drittes Mal?

Acht Titel wären Rekord

Seit der Gründung der DEL im Jahr 1994 standen sie zehn Mal im Playoff-Finale und gewannen sieben Mal. Der achte Titel wäre Rekord. Die Niedersachsen dagegen verloren 2011 (gegen Berlin), 2016 (gegen München) und 2017 (gegen München) jeweils klar. Gerrit Fauser war bei zwei dieser Niederlagen bereits dabei. Noch einmal möchte der 31-Jährige das nicht erleben. "Wir müssen von der ersten Sekunde an bereit sein. Das waren wir heute nicht. Die Nerven gehören auch ein bisschen dazu. Aber ich weiß, dass wir es am Freitag bringen werden", sagte er.

dpa/sid/red | Stand: 06.05.2021, 17:25

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