Russland lässt WADA-Frist verstreichen

Travis Tygart

Zugang zu Doping-Daten in Moskau

Russland lässt WADA-Frist verstreichen

Der Chef der US-Antidoping-Agentur hat die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA aufgefordert, sich nicht länger von Russland an der Nase herumführen zu lassen. "Niemand ist überrascht, dass die Frist ignoriert wurde", sagte Travis Tygart.

"Es ist Zeit, dass die WADA nicht länger von den Russen mit sich spielen lässt." Er forderte die Organisation auf, das russische Antidoping-System als nicht regelgerecht zu erklären. "Die Situation ist ein totaler Witz und peinlich für die WADA und das globale Anti-Doping-System", twitterte Tygart am Neujahrstag.

Bis zum 31. Dezember hätte Russland Kontrolleuren den Zugang zum Moskauer Analyselabor und den dortigen Doping-Daten und -Proben gewähren müssen, um die Auflagen für eine dauerhafte Wiederzulassung der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA zu erfüllen. Experten der WADA waren jedoch unmittelbar vor Weihnachten mit leeren Händen aus Moskau abgereist, weil ihre Ausrüstung nicht nach russischem Recht zertifiziert war.

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Bewertung durch Compliance Review Committee

Die Welt-Anti-Doping-Agentur bestätigte, dass die Bedingung für die dauerhafte Wiederzulassung der RUSADA nicht erfüllt worden sei. Das Compliance Review Committee werde den Fall nun auf der Sitzung am 14./15. Januar bewerten und eine Empfehlung an die WADA-Exekutive geben. "Ich bin bitter enttäuscht, dass die Daten-Herausgabe bis zu dem im September 2018 mit der WADA vereinbarten Datum noch nicht abgeschlossen ist", sagte WADA-Chef Craig Reedie und betonte, dass der von der WADA vereinbarte Prozess nun eingeleitet werde.

Weltweite Kritik

Pawel Kolobkow

Pawel Kolobkow

Russlands Sportminister Pawel Kolobkow betonte am zweiten Weihnachtsfeiertag, Russland sei bereit, Kopien der Datenbank zur Verfügung zu stellen, "aber in Übereinstimmung mit dem russischen Gesetz".

Die WADA hatte die RUSADA am 20. September wieder als regelkonform ("compliant") eingestuft und dafür weltweit Kritik geerntet. Denn zwei zuvor formulierte wesentliche Voraussetzungen - die Herausgabe der Moskauer Daten sowie die öffentliche Anerkennung des McLaren-Reports - hatten die Russen zu diesem Zeitpunkt nicht erfüllt.

dpa/sid | Stand: 01.01.2019, 23:25

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