WADA entdeckt 100 Doping-Fälle in Russland

Craig Reedie

Daten aus Moskauer Analyselabor

WADA entdeckt 100 Doping-Fälle in Russland

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat bei der Auswertung der Daten aus dem Moskauer Analyselabor mehr als "100 starke Fälle" von russischen Athleten entdeckt.

Dies berichtete der scheidende WADA-Präsident Craig Reedie am Mittwoch (26.06.2019) auf der Session des Internationalen Olympischen Komitees. Die WADA werde diese Fälle mit Beweisen an die internationalen Sportverbände weiterleiten, die für Sanktionen zuständig sind.

Die WADA hat aber das Recht den Internationalen Sportgerichtshof CAS anzurufen, wenn Verbände Doping-Fälle nicht zu ihrer Zufriedenheit verfolgen.

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Daten und Dopingproben gesichert

Erst am Dienstag (25.06.2019) war bekannt geworden, dass der Biathlon-Weltverband IBU die Russen Alexander Petschonkin und Alexander Tschernyschow wegen Dopingvergehen für jeweils vier Jahre gesperrt hat. Das Urteil der IBU erfolgte aufgrund der Auswertung von Labordaten aus Moskau.

Ein Expertenteam der WADA hatte im Januar Daten mit einem Volumen von 24 Terabyte aus dem sogenannten Labor-Informations- und Management- System (LIMS) gesichert. In dem Datensatz enthalten sind alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015. In diesem Zeitraum sollen im Moskauer Labor systematisch positive Tests vertuscht worden sein. Zusätzlich wurden im April auch 2262 Doping-Proben in 4524 Fläschchen sichergestellt.

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Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 26.06.19, 22.50 Uhr

sid/dpa | Stand: 26.06.2019, 15:58

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