Russische Anti-Doping-Agentur vor Begnadigung

Mitarbeiter der RUSADA bei der Arbeit im Labor

Ausschuss der WADA empfiehlt Rückkehr

Russische Anti-Doping-Agentur vor Begnadigung

Die russische Anti-Doping-Agentur Rusada darf nach fast drei Jahren auf die Aufhebung der Suspendierung hoffen. Der Compliance-Prüfungsausschuss der Welt-Anti-Doping-Agentur hat eine Woche vor der Exekutivsitzung der WADA eine entsprechende Empfehlung abgegeben.

Wie die Agentur am Freitag (14.09.2018) mitteilte, sieht das Gremium die zwei noch offenen Kriterien von der Rusada als erfüllt an.

Ausschuss sieht zwei wichtige Kriterien erfüllt

Demnach habe das russische Sportministerium die im Zuge des Dopingskandals im McLaren-Report identifizierten Probleme anerkannt. Außerdem sei Russland bereit, unabhängigen Experten Zugang zum Labor in Moskau und den darin befindlichen Daten und Proben zu gewähren.

Das Exko der WADA wird sich am 20. September auf der Sitzung auf den Seychellen mit der Empfehlung beschäftigen. Es ist aber davon auszugehen, dass die WADA der Empfehlung folgen wird.

Britische Sportler protestieren gegen Ende der Suspendierung

Die Rusada war im November 2015 nach der Aufdeckung des staatlich gedeckten Dopingsystems von der WADA suspendiert worden. Russland wurde ein institutionalisiertes Dopingsystem attestiert. Whistleblower Grigori Rodschenkow, der das Moskauer Doping-Kontrolllabor jahrelang geleitet hatte, trug mit seinen Aussagen und Einblicken dazu bei, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Rodschenkow lebt heute anonym in den USA.

Am Donnerstag hatte eine Gruppe britischer Athleten davor gewarnt, die Suspendierung aufzuheben. Dieser Schritt wäre "eine Katastrophe für sauberen Sport", teilten die Sportler in einem Brief an die WADA mit und warnten weiter, dass "Athleten nicht mehr an das System glauben" würden, wenn die Rusada zu diesem Zeitpunkt wieder zugelassen würde.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 14.09., ab 22.50 Uhr

Stand: 14.09.2018, 19:45

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