Ermittler - Erfurter Doping-Netzwerk wie Mafia aufgebaut

Blutdoping-Skandal

Ermittler - Erfurter Doping-Netzwerk wie Mafia aufgebaut

Der leitende Ermittler des österreichischen Bundeskriminalamts hat das Erfurter Doping-Netzwerk des Sportarztes Mark Schmidt mit Mafia-Organisationen verglichen.

Die Organisation um den Erfurter Sportarzt sei hierarchisch aufgebaut gewesen, sagte Dieter Csefan am Montag (11.03.2019) in Wien. "Man ist arbeitsteilig vorgegangen, jeder hatte seine eigenen Aufgaben: die Blutbeutel von A nach B zu bringen, die Transfusionen zu setzen.“ Zudem seien ausländische Prepaid-Karten-Handys verwendet worden, um die Machenschaften zu verschleiern.

Sportler wurden angelockt

Wie Csefan weiter mitteilte, waren laut den derzeitigen Ermittlungen Athleten von Mark Schmidt zu Dopinganwendungen aufgefordert und zu Beginn zu kostenfreien Anwendungen eingeladen worden. Zudem habe man Sportler angelockt, indem auf bereits behandelte Athleten verwiesen wurde, die neue Profiverträge erhalten hätten.

 Seit Jahren bei Großevents

Die Ermittlungen hätten zudem gezeigt, dass Mark Schmidt und seine Komplizen nicht nur bei der WM in Seefeld "sondern auch seit Jahren weltweit bei internationalen Wettbewerben und Sportgroßveranstaltungen anwesend waren." Details dazu nannte Csefan nicht.

 Konkrete Hinweise führten zur Razzia

Vor der "Operation Aderlass" bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld habe man erfahren, dass an einem Tag vier Athleten an drei verschiedenen Orten behandelt werden sollten. Diese Information sei ausschlaggebend gewesen für die Entscheidung zur Razzia mit dem Ziel, einen der Sportler auf frischer Tat zu ertappen. Das gelang den Ermittlern bei einem österreichischen Langläufer.

dpa | Stand: 11.03.2019, 12:08

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