Gefälschte Doping-Daten? WADA gibt Russland drei Wochen

Urinproben

Welt-Anti-Doping-Agentur fordert Reaktion von RUSADA

Gefälschte Doping-Daten? WADA gibt Russland drei Wochen

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) setzt Russland unter Druck: Innerhalb von drei Wochen müssen die Verantwortlichen in dem Land auf die jüngsten Vorwürfe antworten. Wichtige Daten aus dem Moskauer Dopinglabor könnten manipuliert worden sein.

Konkret geht es um Daten, die das Ausmaß des institutionalisierten Dopingprogramms belegen sollen. Die Übergabe der Daten aus dem Labor-Informations- und Management-System (LIMS) des Moskauer Labors war eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA in die WADA. Darin enthalten sind die Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015, in diesem Zeitraum sollen im Moskauer Labor systematisch positive Tests vertuscht worden sein.

"Experten haben sich die Daten angesehen, die wir von Whistleblowern bekommen haben, und die Daten, die wir von Russland erhalten haben. Es gibt Fragen, die gestellt werden müssen", sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli nach einer Sitzung der WADA-Exekutive in Tokio.

Erneute Suspendierung droht

Wenn sich der Fälschungsvorwurf erhärten sollte, droht der RUSADA eine erneute Suspendierung. Nach einer dreijährigen Sperre hatte die WADA den Bann am 20. September 2018 aufgehoben - mit der Auflage, dass Russland die Doping-Daten und -Proben aus den Jahren 2012 bis 2015 an die WADA übergibt. Dies ist aber erst nach einigem Zögern geschehen. "Die Gewährung der Echtheit der Moskauer Labordaten war eine Bedingung für die Wiederaufnahme der RUSADA", betonte die WADA am Montag (23.09.2019) erneut in einer Erklärung.

Der russische Sportminister Pawel Kolobkow betonte, ausländische wie russische Experten würden in dem Fall zusammenarbeiten. "Wie werden weiterhin alles machen, um jede Unterstützung von unserer Seite zu garantieren", sagte er.

Der russische Leichtathletikverband teilte am Montagabend mit, das Problem liege nicht in seiner Zuständigkeit. Man sei selbst Geisel dieser Situation. Wer genau verantwortlich dafür ist aus Sicht des Verbands, wurde nicht gesagt.

Bei der WM (27. September bis 6. Oktober) dürfen auf jeden Fall aber 29 Leichtathleten aus Russland unter neutraler Fahne an den Start gehen. Diese Regelung gilt seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro auch für andere internationale Wettkämpfe wie WM und EM.

Russische Leichtathletik: Weiter wie bisher sport inside 13.03.2019 09:39 Min. Verfügbar bis 13.03.2020 WDR

dpa | Stand: 23.09.2019, 19:57

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