Toba und Voss siegen im Mehrkampf

Die Finals - Zusammenfassung Turnen, Mehrkampf der Männer, Finale Sportschau 03.08.2019 00:33 Min. Verfügbar bis 03.08.2020 Das Erste

Finals 2019 in Berlin

Toba und Voss siegen im Mehrkampf

Andreas Toba und Sarah Voss haben bei den deutschen Kunstturn-Meisterschaften in Berlin die Titel im Mehrkampf geholt.

Der 28-jährige Toba aus Hannover setzte sich vor Titelverteidiger Marcel Nguyen (Unterhaching) und Karim Rida (Berlin) durch und sicherte sich damit nach drei überstandenen Knie-Operationen am Samstag (03.08.2019) seinen zweiten Titel nach 2016.  "Das ist eine Bestätigung für die viele Arbeit. Wir haben extrem hart trainiert. Vielen Dank an meinen Trainer, der viel Geduld mit mir hatte", sagte Toba nach der Siegerehrung. 

Toba hatte bei den Olympischen Sommerspielen vor drei Jahren im Mannschaftswettbewerb am Boden einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten und trotz der schweren Verletzung seine Übung am Pauschenpferd geturnt.

Nicht ganz zufrieden mit der eigenen Leistung

Wie so oft war der neue deutsche Meister trotz seines starken Mehrkampfes vor 3.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle nicht ganz zufrieden. "Am Pferd waren die Beine einmal zu weit auseinander. Im Finale am Sonntag will ich zeigen, dass ich es besser kann", sagte Toba.

Bei den Titelkämpfen im Rahmen der Finals schufen sich die drei Erstplatzierten damit glänzende Ausgangspositionen im Kampf um die fünf Tickets für die Heim-Weltmeisterschaften ab 4. Oktober in Stuttgart. Dort werden die letzten Olympia-Tickets an neun Riegen vergeben.

Newcomer Rida überzeugt

Einen großartigen Einstand in der deutschen Elite feierte der erst 19 Jahre alte Karim Rida, der sein Glück kaum fassen konnte. "Ich habe gehört, wie mein verletzter Teamgefährte Lukas Dauser vor dem Wettkampf die Hoffnung geäußert hatte, dass ich auf dem Treppchen stehen könnte. Aber ich habe versucht, das komplett auszublenden", bekannte der Newcomer. Er bestätigte damit Cheftrainer Andreas Hirsch, der den Youngster zuvor in der Top-Riege eingeordnet hatte.

Überraschend stark präsentierte sich vor heimischer Kulisse auch Philipp Herder, der sich erst Ende April bei einem Trainingssturz eine Verletzung im Halswirbelbereich zugezogen hatte. Nach starken Übungen am Sprung (14,55) und am Barren (14,45) zog der 26 Jahre alte Berliner zwischenzeitlich an die Spitze und wurde erst am vorletzten Gerät von Toba abgefangen. Nach dem Schlussgerät und einem großen Punktabzug an den Ringen reichte es für ihn zu Rang vier, der ihn natürlich nicht ganz glücklich machte.

Nguyen mit Top-Note am Barren

Nguyen kam zum Auftakt an seinem Spezialgerät Barren trotz einiger Unsauberkeiten auf die Spitzennote von 14,70 Punkten und haderte ein wenig mit kleineren Ausführungsfehlern. "Es war eigentlich kein Gerät heute so, dass ich sagen konnte: geil. Aber insgesamt will ich nicht unzufrieden sein."

Andere WM-Kandidaten wie Nick Klessing (Halle/Saale), Andreas Bretschneider (Chemnitz) oder Nils Dunkel (Erfurt) leisteten sich schwere Patzer und müssen nun auf die zweite WM-Qualifikation in Kienbaum hoffen, um den Zug nach Stuttgart noch zu erwischen.

Seitz bei Voss-Sieg nur Fünfte

Elisabeth Seitz aus Stuttgart hat dagegen einen weiteren Rekord bei deutschen Meisterschaften deutlich verpasst. Die siebenmalige Mehrkampfmeisterin musste sich der Kölnerin Sarah Voss, Kim Bui, Sophie Scheder und Emelie Petz geschlagen geben. Die 19 Jahre alte Voss sicherte sich vor rund 3.000 Zuschauern mit 54,250 Punkten ihren ersten Titel im Mehrkampf vor Bui (52,550) und Scheder (52,500), die noch auf das Podium kamen.

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Nach gleich drei Stürzen am Schwebebalken war die Hoffnung von Seitz, die sich am Ende mit Platz fünf zufrieden geben musste, auf den achten nationalen Mehrkampf-Titel dahin. "Das war leider ein Total-Ausfall. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dreimal in einem Wettkampf abgestiegen bin", sagte sie enttäuscht nach dem fünften Mehrkampf-Rang (51,600 Punkte).

Gleichwohl hat die 25-Jährige am Sonntag in den Gerätefinalen noch die Chance, den 22. nationalen Einzel-Titel zu gewinnen und damit die Bestmarke der ehemaligen EM-Zweiten Ingrid Föst zu egalisieren, die zwischen 1953 und 1963 ebensoviele Titel in der DDR holte. Ähnlich wie Seitz erging es auch den Mitfavoritinnen Bui und Pauline Schäfer (Platz sechs), die ebenfalls am Balken patzten.

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Stand: 03.08.2019, 17:12

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