Blick ins Leichtathletik-Stadion in Braunschweig.

NDR-Sport

Leichtathletik-DM in Braunschweig vor Fans: Win-Win-Situation

Stand: 02.06.2021, 15:56 Uhr

Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften finden am Wochenende wieder in Braunschweig statt - in diesem Jahr mit Zuschauern. Jeweils 2.000 Fans dürfen an beiden Tagen ins Eintracht-Stadion, darunter viele "Corona-Helden".

Anders als im Vorjahr, als Malaika Mihambo & Co. vor leeren Rängen um Titel sprangen, sprinteten und warfen, wird wieder so etwas wie Leichtathletik-Stimmung im Stadion an der Hamburger Straße aufkommen. Im Rahmen eines Modellprojekts, das der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und der Stadt Braunschweig umsetzt, werden am Sonnabend und Sonntag jeweils 2.000 Zuschauer Einlass finden. Beim Stabhochsprung-Wettbewerb der Frauen am Freitag ist kein Publikum zugelassen.

Pistorius: "Ein Stück näher in Richtung Normalität"

"Auf meinen Vorschlag und mein Drängen hin ist dieses Modellprojekt genehmigt worden", sagte der für den Sport zuständige niedersächsische Innenminister Boris Pistorius auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Der SPD-Politiker sprach von einer "Win-Win-Situation": "Das ist ein wichtiges Signal für Menschen, die sich für Sport interessieren, aber auch für andere Bereiche, dass es wieder ein Stück näher hingeht in Richtung Normalität." Er habe keinen Zweifel daran, dass das Projekt funktioniere.

Tickets für "Corona-Helden"

Die Tickets wurden an "Corona-Heldinnen" und "Corona-Helden" vergeben, aber auch an Wohlfahrtsverbände sowie Ehrenamtliche aus der niedersächsischen Leichtathletik. "Ich freue mich sehr, dass Sie sich entschieden haben, die Karten an die Corona-Heldinnen und -Helden abzugeben", lobte Pistorius die Organisatoren. "Das sind Menschen, die in den letzten Monaten unter besonderem Druck standen und dem auch standgehalten haben. Das ist eine große Geste." Zudem werden 300 personalisierte Pappfiguren auf den Rängen platziert.

Strenge Hygiene-Auflagen

Der Einlass der Zuschauer erfolgt unter strengen Hygieneauflagen. Alle Tickets sind personalisiert. Besucher müssen entweder vollständig geimpft sein, einen tagesaktuellen Schnelltest oder einen positiven PCR-Test, der 28 Tage bis sechs Monate alt ist, als Nachweis einer Genesung vorlegen. Außerdem müssen sich Besucher ausweisen können, sie werden beim Zutritt auf das Stadiongelände registriert. Während der gesamten Veranstaltung gilt für alle Zuschauer Maskenpflicht (medizinische OP-Maske) sowie das Einhalten eines Abstands von 1,5 Metern. Sportler, die in den Vorkämpfen ausgeschieden sind, müssen das Stadion verlassen und dürfen auch nicht wieder rein.

OB Markurth: Braunschweig ist Mitte im Final-Sandwich

Die Leichtathletik-Meisterschaften, die auch als Generalprobe für die Olympischen Spiele in Tokio gelten, sind Bestandteil der Finals in 18 Sportarten, die von Donnerstag bis Sonntag hauptsächlich in Berlin und der Rhein-Ruhr-Region ausgetragen und von ARD und ZDF übertragen werden. "Wir liegen als Bestandteil der Finals zwischen Rhein-Ruhr und Berlin, und beim Sandwich ist das Beste ja immer in der Mitte", sagte Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD). "Die zweite deutsche Meisterschaft binnen elf Monaten. Das muss nicht zur Regel werden, kann aber."

Stars wie Storl, Lückenkemper und Klosterhalfen fehlen

Die Aktiven freuen sich über die günstige Wetterprognose für das Wochenende. "Schnelle Muskeln brauchen warme Temperaturen", sagte Chef-Bundestrainerin Annett Stein. Zu ihrem Bedauern werden einige hochkarätige Namen in den Startlisten fehlen: Neben Christina Schwanitz und David Storl im Kugelstoßen fehlen auch Sprinterin Gina Lückenkemper und Langstrecken-Ass Konstanze Klosterhalfen sowie die Hürden-Spezialistinnen Cindy Roleder und Pamela Dutkiewicz-Emmerich. Auf hochklassige Wettkämpfe dürfen sich die Fans vor allem beim Diskus- und Speerwerfen freuen.

"Wir liegen als Bestandteil der Finals zwischen Rhein-Ruhr und Berlin, und beim Sandwich ist das Beste ja immer in der Mitte."
— Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth

Weitspringer Markus Rehm, der bei den Para-Europameisterschaften im polnischen Bydgoszcz gerade einen Fabelweltrekord aufgestellt hat (8,62 m), darf entgegen seiner Erwartung nur außer Konkurrenz starten. Für viele Athletinnen und Athleten geht es noch um die Olympia-Norm. Das Nominierungsfenster für Tokio ist in der deutschen Leichtathletik bis zum 29. Juni geöffnet.

Weitsprung-Anlage wird in Fußballrasen eingelassen

Für die emsigen Arbeiter, die das Eintracht-Stadion für die Leichtathletik herrichten, geht es derzeit noch darum, eine wettkampf-taugliche Weitsprung-Anlage zu installieren. In diesem Jahr werden dafür Betonplatten in den Fußballrasen eingelassen, berichtete Stephan Lemke, Geschäftsführer der Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH. "Wir sind nicht froh, dass die Eintracht abgestiegen ist", sagte Lemke. "Aber wir sind froh, dass es kein Relegationsspiel gab. Das hätte für uns Nachtschichten bedeutet."

Dieses Thema im Programm:
Sport aktuell | 02.06.2021 | 13:25 Uhr

Quelle: NDR

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