Coronavirus-Ticker -  KW 16 (13.04.20 - 19.04.20)

Coronavirus

Coronavirus-Ticker -  KW 16 (13.04.20 - 19.04.20)

Die Ausbreitung des Coronavirus hat weiter Folgen für die Sportwelt - ein Überblick über Absagen, Verlegungen und aktuelle Entwicklungen.

Wir führen den Coronavirus-Ticker nicht weiter fort. Stattdessen halten wir Sie nach Sportarten sortiert über die wichtigsten Meldungen auf dem Laufenden. Hier geht's zur Coronavirus-Übersichtsseite: http://www.wdr.de/k/coronavirus-uebersicht

Sonntag, 19.04.2020

Sportpolitik: Am Montag (20.04.2020) beraten die Sportminister der Länder den weiteren Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. In der Telefonkonferenz soll es sowohl um den Breiten- als auch den Spitzensport gehen. Auch "Geisterspiele" in der Fußball-Bundesliga sollen thematisiert werden. "Wir waren ein bisschen enttäuscht, dass der Sport in der Runde der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin Mitte vergangener Woche noch keine größere Rolle gespielt hat", sagte Hamburgs Sportstaatsrat Christoph Holstein am Sonntag bei NDR 90,3.

Tennis: Nach mehreren Wochen Stillstand kommt Bewegung in den Tennissport. In vier Bundesländern öffnen die Plätze - und der DTB plant eine eigene Serie mit prominenten Profis.

Fußball/Mexiko: Die mexikanische Fußballliga hat aus der Corona-Krise langfristige Konsequenzen gezogen. Wie der Verband am Sonntag nach einer Telefonkonferenz mitteilte, wird es in den nächsten fünf Jahren weder Ab- noch Aufsteiger in den höchsten beiden Ligen geben. Mit der Aussetzung der Auf- und Abstiegsregelung sollen die durch die Krise geschwächten Vereine finanziell entlastet werden, indem ihnen etwas der Erfolgsdruck genommen wird.

Fußball/Bundesliga: Fußball-Nationalspieler Marco Reus hat mit Erling Haaland einen prominenten Förderer seiner Initiative "#HelpYourHometown" gefunden. "Wir freuen uns sehr, mit Erling Haaland einen weiteren Unterstützer der Stadt Dortmund an Bord zu haben. Vielen Dank für Dein Engagement und Deine Hilfe, Erling", hieß es auf der Instagram-Homepage der Initiative. Der Norweger stürmt seit Anfang des Jahres für den Bundesliga-Zweiten. BVB-Kapitän Reus hatte die Hilfsaktion aufgrund der Corona-Krise Ende März ins Leben gerufen. Mit einer Spende von 500.000 Euro wollen er und seine Frau Scarlett dazu beitragen, dass lokale Kleinunternehmen die finanzielle Notlage meistern. 

Fußball/International: Fußball-Stars wollen im Rahmen der FIFA-Kampagne #WeWillWin Menschen würdigen, die in Zeiten der Corona-Pandemie täglich ihre Gesundheit riskieren. Dazu werden 50 ausgewählte Größen des Fußballs in Videobotschaften dem Pflegepersonal und anderen Berufsgruppen danken, die zum Wohle der Gesellschaft beitragen. Der Aktion schließen sich auch die deutschen Rio-Weltmeister Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil an. Mit Pelé, Diego Maradona, Zinedine Zidane, Gianluigi Buffon und Harry Kane unterstützen weitere internationale Topstars die Kampagne.

Fußball/International: Die Fußball-Mannschaft des FC Wuhan aus dem Epizentrum der Corona-Pandemie hat nach über dreimonatiger Odyssee eine emotionale Rückkehr in die Heimat erlebt. Die Spieler aus der chinesischen Super League waren wegen des Ausbruchs der Pandemie 104 Tage von ihren Familien getrennt, nachdem Wuhan im Januar komplett von der Außenwelt abgeriegelt worden war. "Der Verein ist sehr dankbar für die Unterstützung und das Verständnis der Familien und der Spieler", hieß es in einer Mitteilung des Vereins.

Reiten: Ebenso wie die Galopper will auch der deutsche Trabrennsport den derzeit ausgesetzten Rennbetrieb am 1. Mai wieder aufnehmen. Die Rennen sollen aufgrund der Corona-Pandemie ohne Zuschauer ausgetragen werden. Darauf haben sich acht deutsche Trabrennveranstalter mit dem Vertriebspartner "GermanTote" verständigt. Mit dem Galopprennsport wird derzeit ein Veranstaltungs- und Hygienekonzept abgestimmt. Der erste Renntag soll am 1. Mai in Berlin-Karlshorst über die Bühne gehen.

Samstag, 18.04.2020

Fußball/Bundesliga: Der Fleischkonzern Tönnies, dessen Geschäftsführer Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ist, könnte Corona-Schnelltests für die Fußball-Bundesligisten auswerten. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte dem "Westfalen-Blatt", dass das Unternehmen über ein entsprechend zertifiziertes Labor verfüge und es bereits einen Kontakt mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) gegeben habe. Wo sonst Antikörpertests bei Schweinen durchgeführt werden, könnten auch Massentests auf Antikörper von menschlichem Blut erfolgen.

Basketball/NBA: Die nordamerikanische Profiliga NBA und die Spielergewerkschaft NBPA haben sich auf einen Plan zur Reduzierung der Spielergehälter geeinigt. Wie die Liga mitteilte, sollen 25 Prozent der Bezüge ab dem 15. Mai durch die Klubs zurückgehalten werden. Die Maßnahme soll der schrittweisen Senkung der Löhne der Basketball-Profis für den Fall eines vorzeitigen Saisonabbruchs wegen der Corona-Pandemie dienen. Sollte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, würde das zurückgelegte Geld abhängig von der Anzahl der Spiele an die Profis ausgezahlt werden.

Leichtathletik: Die Organisatoren des traditionellen Berliner Leichtathletik-Sportfestes ISTAF schließen eine Veranstaltung ohne Zuschauer aus. "Was wir ganz sicher nicht machen werden, ist ein Geister-Istaf", sagte Meeting-Direktor Martin Seeber der "Berliner Morgenpost". Das 79. ISTAF soll in diesem Jahr am 13. September stattfinden. Für Seeber "gehören die Zuschauer dazu, das ist wichtig für die Athleten, man braucht ja auch die Stimmung im Stadion". Zudem bilden die Ticketeinnahmen einen wichtigen Finanzierungs-Baustein, um die Top-Sportler nach Berlin zu locken. "Ohne sie kämen wir nicht zurecht", sagte der 55 Jahre alte Manager, der seit 2010 das ISTAF organisiert.

Biathlon: Die neue Biathlon-Saison soll nach den Plänen des Weltverbandes IBU am 28./29. November im finnischen Kontiolathi beginnen. Die Weltmeisterschaften im slowenischen Pokljuka sind vom 10. bis 21. Februar 2021 geplant. "Trotz dieser unsicheren Zeiten müssen wir nach vorn schauen und bestmöglich planen", erklärte IBU-Generalsekretär Niklas Carlsson. Man bereite die kommende Saison deshalb ohne Unterbrechungen vor, wisse aber, dass man flexibel bleiben müsse. Unterdessen steht die für August geplante Sommer-Weltmeisterschaft der Biathleten in Ruhpolding weiter auf der Kippe. Nachdem in Deutschland vorläufig noch bis zum 31. August Großveranstaltungen verboten sind, werden von den Veranstaltern verschiedene Optionen durchgespielt. Auch eine Verlegung der ursprünglich für den 20. bis 23. August 2020 geplanten Titelkämpfe in der bayerischen Biathlon-Hochburg auf einen späteren Termin steht zur Diskussion.

Tennis: Die drei großen Stars des Herren-Tennis planen offenbar die Einrichtung eines Hilfsfonds für weniger gut verdienende Profis auf den hinteren Weltranglistenpositionen. Über entsprechende Pläne von Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal berichteten mehrere Medien. Demnach will das Trio mehr als vier Millionen Dollar von den Top-100-Spielern im Einzel, den Grand-Slam-Turnieren und den ATP Finals einsammeln. Ziel sei es, den Spielern auf den Weltranglistenplätzen 250 bis 700 jeweils 10.000 Dollar zukommen zu lassen. "Wir denken, dass wir uns zusammenschließen müssen, um diesen Spielern zu helfen. Viele von ihnen denken darüber nach, das Tennis zu verlassen, weil sie finanziell ganz einfach nicht überleben können", zitierte die französische Sportzeitung "L'Equipe" aus einem Brief von Djokovic.

Freitag, 17.04.2020

Fußball/Südamerika: Die Südamerika-Qualifikation für die Fußball-WM 2022 in Katar soll im September beginnen. Die ursprünglich schon für Ende März angesetzten ersten zwei Spieltage waren wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden und sollen nun am 4. und 8. September stattfinden. Für diese Daten waren eigentlich schon die dritte und vierte Runde vorgesehen. Der Spielplan der folgenden Monate liege nun in der Verantwortung der FIFA, teilte Südamerikas Fußballverband CONMEBOL mit. Das Format bleibe aber unverändert.

Fußball/USA: Die nordamerikanische Major League Soccer wird frühestens am 8. Juni ihren Spielbetrieb aufnehmen. Das gab die Fußball-Profiliga am Freitag bekannt. Gleichzeitig will die Liga in den kommenden Wochen mögliche Szenarien diskutieren, wie die Saison trotz der Coronakrise regulär beendet werden kann. Die MLS war am 12. März nach nur zwei Spieltagen für zunächst 30 Tage unterbrochen worden. Der Beginn der Play-offs ist aktuell für Mitte Oktober geplant.

Tennis: Als drittes Bundesland nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wird Rheinland-Pfalz Lockerungen im Freizeitbereich und damit auch für Tennisspieler nach dem kompletten Coronavirus-Lockdown zulassen. "Wir haben die Infektionsgeschwindigkeit durch die Beschränkungen der vergangenen Wochen reduziert. Deshalb sind im Land nun wieder schrittweise mehr Freiheiten möglich", betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Mainz. Gespielt werden darf wieder ab dem 20. April.

Fußball: Fußballer könnten in der Corona-Krise nach Ansicht eines führenden belgischen Virologen mit Schutzmasken spielen. "Eine Möglichkeit wäre das Tragen von Masken, um Fußball zu spielen", sagte der Experte Marc Van Ranst der belgischen Zeitung "Le Soir". Dabei gehe es nicht um chirurgische Masken, die völlig ungeeignet wären. Man finde im Internet jedoch Masken gegen Luftverschmutzung, die von Radfahrern oder American-Football-Spielern getragen würden. "Die sind komfortabler", sagte der Virologe, der als Kapazität auf seinem Gebiet gilt: "Wenn es für sie möglich ist, warum sollte es dann nicht auch für Fußballspieler möglich sein?"

Fußball/Italien: Ein italienisches Mitglied der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich für eine Fortsetzung der Fußball-Liga Serie A in Mittel- und Süditalien ausgesprochen. "Es hat keinen Sinn, dort Spiele zu verbieten, wo es keine Infektionsfälle gibt, wie es in einigen Regionen Süditaliens der Fall ist. Wir schlagen vor, für den Sport verschiedene Maßnahmen je nach Region zu ergreifen", sagte Walter Ricciardi, der zudem Italiens Olympisches Komitee (CONI) berät, im Interview mit dem Sender Radio "Punto Nuovo". Die Lage sei in vielen italienischen Regionen besser geworden, aber nicht in allen, erklärte Ricciardi: "In der Lombardei ist die Situation noch besorgniserregend. Im Mai werden wir anhand der Situation Ratschläge zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs geben."

Fußball/Amateure: Der Bayerische Fußball-Verband macht sich in der Coronavirus-Krise für eine Fortführung der Saison bei den Amateuren vom 1. September an stark. Dies soll den Vereinen vorgeschlagen werden, sofern staatliche Vorgaben dies erlauben würden, erklärte BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher bei einer Video- Konferenz.

Pferdesport/Galopp: Die Wiederaufnahme der deutschen Galopprennen zunächst ohne Zuschauer soll nach wie vor am 1. Mai stattfinden. Das hat Michael Vesper als Präsident des Dachverbandes Deutscher Galopp in einem Pressegespräch bestätigt. "Wir hoffen nach wie vor, mit dem 1. Mai zu beginnen und damit an den ersten vier Tagen im Mai Rennen in Hannover, Mannheim, Köln und Dortmund durchführen zu können", sagte Vesper.

Basketball/ Bundesliga: Wegen des Verbots von Großveranstaltungen bis Ende August im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat der Deutsche Basketball Bund den Supercup in Hamburg und das Länderspiel gegen Puerto Rico in Bremen abgesagt. Das Traditionsturnier in Hamburg hatte eigentlich am 13./14. Juni stattfinden sollen, der Vergleich mit Puerto Rico am 17. Juni.

Formel 1: Die Formel 1 steuert nach der Corona-Zwangspause angeblich einen Saisonstart ohne Zuschauer in Österreich an. Auf das Rennen in Spielberg am 5. Juli könnten dann zwei WM-Läufe vor leeren Rängen in Silverstone folgen, berichtete die BBC unter Berufung auf einen vorläufigen Plan der Rennserie. Die Formel-1-Spitzen hatten in einer Video-Schalte über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten, Beschlüsse aber zunächst vertagt.

Football/NFL: Linebacker Von Miller ist als zweiter Spieler in der US-Football-Liga NFL positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtete das NFL Network unter Berufung auf Millers Agenten. Der 31-Jährige von den Denver Broncos ruhe sich zu Hause aus und sei in "guter Stimmung". Zuletzt war bereits bekannt geworden, dass Brian Allen (24), Center der Los Angeles Rams, ebenfalls an COVID-19 erkrankt war. Auch Sean Payton, Headcoach der New Orleans Saints, hatte sich Mitte März mit Corona infiziert, ist mittlerweile aber wieder genesen.

Katar/WM: Auf den Stadionbaustellen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar haben sich drei weitere Arbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Organisatoren mitteilten, sei die Zahl der bestätigten Fälle damit auf acht gestiegen. Am Mittwoch hatte der Golfstaat die ersten fünf positiven Fälle rund um die WM-Baustellen bekannt gegeben. Katar beschäftigt Tausende Gastarbeiter für die Errichtung der Arenen für 2022. Während das öffentliche Leben im WM-Gastgeberland wegen der Pandemie seit Wochen weitgehend stillgelegt wurde, lief der Stadionbau bislang davon unbeeinflusst weiter wie zuvor.

Donnerstag, 16.04.2020

Golf: Die unterbrochene Golf-Saison der PGA-Tour soll in den USA ab Mitte Juni wieder fortgesetzt werden. Die Verantwortlichen der US-Tour gaben bekannt, dass der Turnierbetrieb mit der Charles Schwab Challenge in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas vom 11. bis 14. Juni wieder starten soll. Das Event im Colonial Country Club soll wie auch mindestens die folgenden drei PGA-Turniere ohne Zuschauer stattfinden. Ursprünglich stand die mit 7,5 Millionen Dollar dotierte Veranstaltung für den 21. bis 24. Mai im Tourkalender der PGA.

Radsport: Das am 16. August geplante Radrennen Hamburg Cyclassics ist aufgrund der Coronakrise auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben worden. Laut Veranstalter arbeite man "mit Hochdruck daran, einen neuen Renntermin bestätigen zu können".

Tennis: Die Entscheidung über eine Durchführung der US Open in New York fällt spätestens im Juni. Das kündigte Mike Dowse, Chef des Verbandes United States Tennis Association, an. Bisher sei es sei nach wie vor das Ziel, das Grand-Slam-Turnier mit Zuschauern durchzuführen: "Ein Geisterturnier ist ein sehr unrealistisches Szenario."

Fußball/Österreich: Österreich erwägt für Mitte Mai die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der wegen der Coronakrise seit dem 8. März unterbrochenen Fußball-Bundesliga. Das bestätigte Ligachef Christian Ebenbauer: "Ich persönlich halte das für absolut realistisch", sagte Ebenbauer. Die Mannschaften sollen in der kommenden Woche das Training in Gruppen von jeweils sechs Spielern wieder aufnehmen. Zehn Spieltage vor Ende der Saison führt der Linzer ASK mit drei Punkten Vorsprung auf Titelverteidiger RB Salzburg die Tabelle an.

Motorsport/Formel E: Der Motorsportweltverband Fia und Veranstalter ABB haben alle für den Monat Mai und Juni angesetzten WM-Läufe der elektrischen Rennserie Formel E abgesagt. Darunter fällt auch das für den 21. Juni auf dem Gelände des ehemalien Flughafens Tempelhof terminierte Rennen in Berlin. Die beiden Organisationen prüfen nun alle verfügbaren Optionen, um so viele Rennen wie möglich auszutragen. Darunter fällt auch die Möglichkeit, WM-Läufe ohne Publikum zu veranstalten.

Fußball/Spanien: Für den Fall eines vorzeitigen Saisonabbruchs aufgrund der Corona-Pandemie hat sich der spanische Fußballverband für eine Wertung des derzeitigen Tabellenstandes in der Ersten Liga ausgesprochen. Wie der Verband am Donnerstag vorschlug, sollen anhand der aktuellen Konstellation in der Primera Division beispielsweise die Teilnehmer für die europäischen Wettbewerbe in der kommenden Saison bestimmt werden. Die spanische Liga sowie die UEFA stimmten dem Plan allerdings nicht zu. Stattdessen soll an einem Weg gearbeitet werden, um die Saison zu beenden.

Eislaufen: Der Weltverband ISU hat aufgrund der Coronakrise die noch ausstehenden Weltmeisterschaften 2020 abgesagt. Eine Verschiebung der Wettkämpfe sei nicht möglich, hieß es in einem Schreiben der ISU. Die endgültige Absage betrifft die Weltmeisterschaften im Shorttrack (Seoul/geplant 13. bis 15. März), Eiskunstlauf (Montreal/geplant 16. bis 22. März) und im Synchron-Eislauf (Lake Placid/geplant 3. bis 5. April).

Fußball/Bundesliga: Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat sich für eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga mit Geisterspielen ab Mai ausgesprochen. "Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, solange gewährleistet ist, dass wir keine Rudelbildung mit Zuschauern haben werden", sagte Kubicki, der die Infektionsgefahr für die ständig zu testenden Spieler gering einschätzt, bei Sky. "Insofern glaube ich schon, dass die Ministerpräsidenten sich darauf verständigen werden, Geisterspiele jedenfalls wieder zuzulassen, alles andere wäre auch absurd."

Cricket: Indiens Cricket-Fans müssen wegen Corona auf ein höchst populäres Sportereignis im Land verzichten. Die indische Premier League im Twenty20-Cricket - einer verkürzten Spielform der Sportart - ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. In der Liga spielen auch etliche internationale Cricketstars.

Golf: Die BMW International Open vor den Toren Münchens sind wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Diese Entscheidung gab der Veranstalter des Events nach enger Abstimmung mit der European Tour bekannt.

Basketball/Bundesliga: Die Basketball-Bundesliga erwägt im Falle einer Fortsetzung der seit Mitte März unterbrochenen Saison Spiele an nur wenigen Orten. "Wenn wir die Saison beenden, dann sicher nur an einigen Hubs", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Wegen der Folgen der Corona-Krise sei eine Durchführung des regulären Spielplans "mit Reisen quer durch die Republik" nicht denkbar. "Man würde sich dann wohl einen Ort im Norden, einen in der Mitte und einen im Süden Deutschlands suchen", sagte Holz. Die Spiele würden ohne Zuschauer durchgeführt.

Derweil haben 19 Vereine eine Lizenz für die neue Spielzeit in der Basketball-Bundesliga beantragt. Neben den 17 aktuellen Erstligisten reichten auch die beiden Zweitliga-Clubs Chemnitz 99ers und Eisbären Bremerhaven fristgerecht ihre Unterlagen ein, teilte die BBL mit.

Leichtathletik: Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat wegen der Corona-Krise verschiedene Titelkämpfe abgesagt, die auch nicht nachgeholt werden. Davon betroffen sind die Staffelmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid (27./28. Juni), die Seniorenmeisterschaften in Zittau (4./5. Juli) und die Team-Meisterschaften U20//U16 (5. September) in Hamburg und der Senioren (12. September) in Lage. Der DLV hofft dennoch wie der Weltverband World Athletics weiter auf eine "Late Season", also eine späte Saison. Dies betrifft auch die Meisterschaft der Aktiven, die ursprünglich als Olympia-Qualifikation für Ende Juni in Braunschweig geplant war. Der Verband schließt auch Geister-Meisterschaften nicht mehr aus.

Fußball/Frankreich: Der französische Verband kündigt angesichts der Coronakrise die Einstellung aller Amateurmeisterschaften an. Die Entscheidung des Exekutivkomitees betrifft alle Jugendwettbewerbe sowie bei den Männern alle Ligen bis einschließlich der viertklassige National 2. Bei den Frauen schließt die Entscheidung alle Klassen bis zur zweiten Liga ein.

Fußball/International: Die UEFA wird in der kommenden Woche auf mehreren Ebenen über die aktuelle Entwicklung der Coronakrise diskutieren. Zwei Tage vor dem Treffen des Exekutivkomitees am Donnerstag (23.04.20) werden sich die Generalsekretäre der 55 Mitgliedsländer bei einer virtuellen Konferenz zusammenschalten. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte zuletzt den Juli und August als mögliche Zeitpunkte für eine Wiederaufnahme der Champions und Europa League genannt. Dies wäre aber nur möglich, wenn bis dahin die nationalen Ligen ihre Saison beendet habenEbenfalls am Donnerstag findet die virtuelle Mitgliederversammlung der DFL statt.

Sport/Allgemein: Der Präsident des Landessportbundes NRW, rechnet damit, dass nicht alle Sportvereine die Corona-Krise finanziell überstehen werden. "Wir versuchen so gut es geht, die Vereine zu schützen und mit konkreten Hilfsangeboten abzusichern. Und dennoch wird es Härtefälle geben", sagte Stefan Klett bei rp-online. Der LSB leide genauso unter der Corona-Krise. "Wenn ich den Einnahmeverlust durch den Ausfall sämtlicher Buchungen von Seminaren und Ferienfreizeiten zusammenrechne, wird uns dieses Jahr ein Millionenbetrag fehlen." Seiner Meinung nach wird es lange Zeit keinen organisierten Sport geben.

Basketball/Euroleague: Wegen der Coronavirus-Pandemie kann das in Köln geplante Final Four der Basketball-Euroleague nicht wie geplant am 22. und 24. Mai stattfinden. "Wir sind mit der Lanxess Arena in Gesprächen über einen späteren Termin", sagte Euroleague-Chef Jordi Bertomeu. Die Saison in der Euroleague, an der aus der Bundesliga Bayern München und Alba Berlin teilnehmen, ist seit dem 12. März unterbrochen. "Unser Plan ist es nach wie vor, die Saison zu Ende zu spielen", sagte Bertomeu. "Und zwar die sechs noch ausstehenden Spiele der regulären Saison, die Playoffs und das Final Four."

Fußball/Italien: Die Saison in der italienischen Serie A könnte in einer einzigen Stadt fortgesetzt werden. Der italienische Fußballverband prüft die Möglichkeit, die restlichen Spiele nur in Rom auszutragen. "Eine Meisterschaft ohne Spiele in Norditalien ist eine Möglichkeit, an die wir denken", sagte Verbandspräsident Gabriele Gravina laut der Zeitung "Gazzetta dello Sport". Damit soll vor allem verhindert werden, dass Begegnungen in Städten wie Mailand, Bergamo und Turin gespielt werden, die von der Coronavirusa-Pandemie besonders betroffen sind. Der italienische Verband hatte am Mittwoch ein Protokoll für den Neustart des nationalen Spielbetriebs nach Ende des Lockdowns am 3. Mai entworfen. Geplant ist ein Neustart der Meisterschaft in drei Phasen. Dabei soll der Serie A Priorität eingeräumt werden, danach sollen Serie B und C neu starten.

Kanu: Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) will alle geplanten Veranstaltungen ab 30. Juni austragen. Das teilte das DKV-Präsidium mit. Das Gremium sehe "derzeit keine Notwendigkeit, Veranstaltungen nach dem Stichtag Ende Juni abzusagen" und setze alles daran, dass die Events wie geplant durchgeführt werden können. "Dennoch behält man sich im Präsidium vor, die Situation jederzeit neu bewerten zu können", hieß es in der Mitteilung. Eine abschließende Bewertung zur Saison 2020 solle spätestens am 30. Juni erfolgen.

US-Sport: Anthony Fauci, medizinischer Berater der US-Regierung und führender Immunologe, sieht in Zeiten der Coronakrise Geisterspiele als einzige realistische Chance, um wieder Profisport in den USA zu ermöglichen. "Es gibt einen Weg, den Sport zurückzubringen", sagte Fauci in der US-Snapchat-Show Good Luck America: "Keine Fans kommen ins Stadion, die Athleten werden in große Hotels gebracht, wo auch immer gespielt werden soll." Dort müssten die Sportler "sehr gut beobachtet und regelmäßig testet werden. Etwa einmal die Woche", führte Fauci aus: "Man muss zusehen, dass es unter den Athleten und deren Familien keine Infektionen gibt - und dann lasst sie die Saison zu Ende spielen." In allen Profiligen ruht derzeit der Spielbetrieb.

Tischtennis: Wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie hat die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) die Play-offs erneut ausgesetzt. Als frühestmöglicher neuer Termin wurde der 31. Mai festgelegt. Eine Austragung ohne Zuschauer ist dabei ausdrücklich nicht ausgeschlossen. "Wir hoffen, die Spielzeit mit einer Meisterschaftsentscheidung zu Ende zu bringen", sagte TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle. Die Saison läuft offiziell noch bis zum 30. Juni.

Mittwoch, 15.04.2020

Fußball/England: Einem Bericht des "Mirror" zufolge sollen sich einige Vereine aus der Premier League für eine verkürzte Saison stark machen, um die Spielzeit zum 30. Juni beenden und unter anderem einen Meister küren zu können. Laut dem britischen Blatt sollen mindestens neun Vereine darüber "ernsthafte Diskussionen" geführt haben. Sie wollen demnach ihre Position bei einem Gipfeltreffen der Liga am kommenden Freitag (17.04.20) präsentieren.

Golf: Die PGA-Tour strebt für Mitte Juni eine Wiederaufnahme der unterbrochenen Golfsaison an. Nach einem Bericht des US-Magazins "Golf Digest" möchten die Verantwortlichen der US-Tour den Turnierbetrieb mit der Charles Schwab Challenge von 11. bis 14. Juni in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas fortsetzen. Das Event im Colonial Country Club soll ohne Zuschauer stattfinden. Ursprünglich stand die mit 7,5 Millionen Dollar dotierte Veranstaltung für den 21. bis 24. Mai im Tourkalender der PGA.

Zuvor waren die drei wichtigen Major-Turniere in den USA neu terminiert worden. Die PGA-Championship in San Francisco soll nun vom 6. bis 9. August stattfinden. Die US Open in New York wurden auf den 17. bis 20. September verschoben. Das traditionsreiche Masters wird vom 12. bis 15. November im Augusta National Golf Club ausgespielt. Das vierte Major des Jahres, die British Open, wurde dagegen ersatzlos gestrichen.

Formel 1: Der Große Preis von Belgien wird in der ohnehin durcheinander gewirbelten Formel-1-Saison 2020 auch nicht wie geplant stattfinden können. In Belgien wurden Großveranstaltungen wegen des Coronavis am Mittwoch bis zum 31. August untersagt - das Rennen auf dem legendären Ardennen-Kurs ist eigentlich für den 30. August geplant. Ob ein Grand Prix ohne Zuschauer eine Möglichkeit wäre, blieb zunächst offen. Das Rennen gilt als einer der Publikumsmagneten, vor allem durch den niederländischen Red-Bull-Piloten Max Verstappen.

Tennis: Das Hamburger Turnier European Open könnte womöglich im September ausgetragen werden, nachdem Großveranstaltungen in Deutschland wegen des Coronavirus bis 31. August verboten sind. Das Sandplatzevent ist eigentlich vom 11. bis 19. Juli geplant gewesen. "Wir stehen mit allen unseren Partnern in engem Kontakt und prüfen alle möglichen Szenarien. Dabei diskutieren wir mit der ATP vor allem über die Möglichkeit einer Verschiebung auf einen Termin im September", sagte Turnierdirektorin Sandra Reichel.

Fußball/Schottland: Die schottischen Vereine haben für ein sofortiges Saisonende der drei Spielklassen unterhalb der ersten Liga wegen der Coronavirus-Pandemie gestimmt. 81 Prozent der Clubs stimmten insgesamt dafür, nicht weiterzuspielen. Zu Meistern wurden in der zweiten Liga Dundee United, in der dritten Liga der FC Raith Rovers und in der vierten Liga der FC Cove Rangers erklärt.

Fußball/Österreich: Der Österreichische Fußball-Bund wird alle Wettbewerbe mit Ausnahme der 1. und 2. Bundesliga sowie des ÖFB-Pokalfinales aufgrund der Corona-Krise vorzeitig abzubrechen. Es werde daher in den unteren Ligen keine Auf- und Absteiger geben. Vom Abbruch betroffen ist auch die höchste österreichische Spielklasse der Frauen. Ob und wie genau der Spielbetrieb in den beiden obersten Herren-Ligen fortgeführt werden kann, will die Bundesliga am Donnerstag bei einer Club-Konferenz beraten. Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) hatte den Vereinen am Vormittag signalisiert, dass die Regierung Geisterspielen grundsätzlich nicht im Wege stehen würde. Ab dem 20. April können die Fußballprofis in Kleingruppen wieder ins Training einsteigen.

Fußball/Italien: Der italienische Fußballverband FIGC hat ein Protokoll für den Neustart des nationalen Spielbetriebs nach Ende des Lockdowns am 3. Mai entworfen. Geplant ist ein Neustart der Meisterschaft in drei Phasen. Dabei soll der Serie A Priorität eingeräumt werden, danach sollen Serie B und C neu starten. In einer ersten Phase sollen sich alle Spieler, Trainer und sonstigen Mitarbeiter der Klubs Coronatests unterziehen. Erst, wenn gesichert sei, dass keiner der Beteiligten mit COVID-19 infiziert ist, könne man Phase zwei einleiten. Hierbei sollen die Mannschaft und das Personal drumherum im Trainingszentrum ohne jegliche sozialen Kontakte eine Art gemeinsame Quarantäne beziehen und das Training in Kleingruppen wieder aufnehmen. Alle Orte, an denen sich die Beteiligten dabei aufhalten müssen vorher gründlich desinfiziert werden. Nach einer gewissen Zeit soll auch wieder Mannschaftstraining möglich sein, ehe dann nochmals einige Wochen später in Phase drei der Spielbetrieb wieder anlaufen soll. Auch die Schiedsrichter sollen vor ihren nächsten Einsätzen die einzelnen Phasen durchlaufen.

Fußball: Auf den Stadionbaustellen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar ist es bei den Arbeitern zu fünf Corona-Infektionen gekommen. Dies bestätigte das Organisationskomitee. Demnach seien zwei Baustellenmitarbeiter am Al-Thumama Stadium, zwei Beschäftige am Al-Bayt Stadium sowie ein weiterer Arbeiter am Al-Rayyan Stadium an COVID-19 erkrankt. Während das öffentliche Leben im Golfstaat wegen der Pandemie seit Wochen weitgehend stillgelegt wurde, lief der Stadionbau davon unbeeinflusst weiter wie zuvor.

Radsport: Jetzt ist es offiziell: Die Tour de France 2020 wird aufgrund der Coronakrise 2020 verschoben und soll nun vom 29. August bis 20. September ausgetragen werden. Dies teilte der Veranstalter ASO mit. Der ursprüngliche Etappenplan wird beibehalten. Die Tour hätte am 27. Juni in Nizza beginnen und am 19. Juli traditionell auf den Pariser Champs-Elysees enden sollen. Am Montag (13.04.2020) hatte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron alle Großveranstaltungen bis zum 11. Juli verboten. Mit der Tour de France, Frankreichs wichtigstem Sportereignis, wird auch das letzte Großereignis des Sommers wegen der Corona-Pandemie nicht nach Plan ausgetragen.

Handball: Die Europäische Handball-Föderation will am 24. April entscheiden, ob die derzeit wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Spielzeit weitergeführt werden kann. "Wir werden eine Entscheidung treffen, wie die Saison zu Ende geht", sagte EHF-Präsident Michael Wiederer in einem Gespräch mit dem Magazin "Sponsors". Bislang sehen die Planungen des europäischen Verbands vor, dass in den Klub-Wettbewerben vom 1. Juni an wieder gespielt wird. Das Finalturnier der Champions League in Köln wurde bereits Ende März auf den 22./23. August, die Endrunde des EHF-Pokals in Berlin auf den 29./30. August verlegt.

Olympische Spiele: Das Olympische Dorf in Tokio könnte übergangsweise für wirtschaftliche Opfer der Coron-Krise genutzt werden. Eine entsprechende Online-Petition des japanischen Bürgerrechtlers Onishi Ren erreichte bislang 52.000 Unterschriften. Die 17.000 Schlafplätze sollen demnach für jene bereitgestellt werden, die "aufgrund der Corona-Krise ihren Job verloren haben und obdachlos geworden sind", so die Erklärung.

Fußball/Asien: Auch im asiatischen Fußball ruht aufgrund der Corona-Krise derzeit der Ball - die großen Turniere sollen aber trotzdem in diesem Jahr ausgespielt werden. Die asiatische Champions League und der AFC Cup würden in jedem Fall stattfinden, sagte Windsor John, Generalsekretär des asiatischen Verbandes (AFC). Derzeit ruht der Spielbetrieb in Asien mindestens bis Ende Juni. Ein Abbruch sei derzeit keine Option - "aus sportlichen Gründen und um kommerzielle Verpflichtungen einzuhalten", betonte der AFC-Generalsekretär.

Fußball/Peru: Der peruanische Fußball-Zweitligist Deportivo Coopsol hat aufgrund der Corona-Pandemie drastische Maßnahmen ergreifen müssen. Der Klub entließ kurzerhand alle Spieler und die Trainer, da dem Verein die finanziellen Mittel ausgegangen sind. "Es gibt keinen anderen Ausweg", teilte der Verein mit. Alle Sponsoren hatten nach Verhängung der Quarantäne am 16. März wegen der COVID-19-Ausbreitung in dem südamerikanischen Land ihre Zahlungen eingestellt, die Vereinbarungen wurden fristlos aufgekündigt. "Die Unternehmen sind stark betroffen, daher haben sie uns mitgeteilt, dass sie uns nicht weiter unterstützen können", betonte der Klub.

Eishockey: Eine langsame Rückkehr zur Normalität gibt es in der NHL frühestens im Mai. Die stärkste Eishockey-Liga der Welt verlängerte am Dienstag (14.04.2020) ihre Empfehlung an die Teams zur Selbstisolierung bis zum 30. April. Die Saison ist wegen der Coronavirus-Pandemie seit dem 12. März unterbrochen. Bislang gibt es nur Gedankenspiele und Gerüchte, aber noch keine offiziellen Pläne, ob und wie die Saison zu Ende gespielt werden kann.

Dienstag, 14.04.2020

Fußball/Deutschland/international: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) vertagt ihre für den kommenden Freitag geplante Mitgliederversammlung auf den 23. April 2020. Ziel der Verschiebung ist es, Klubs und DFL zusätzliche Zeit zur weiteren intensiven Vorbereitung bevorstehender Entscheidungen zu geben. Zuletzt hatte die Mitgliederversammlung den Spielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga bis mindestens 30. April 2020 ausgesetzt. Unter anderem über das weitere Vorgehen in dieser Frage werden die 36 Klubs auf Basis der dann aktuellen politischen Beschlusslage in Bund und Ländern in der kommenden Woche entscheiden. Um Geschlossenheit bei den Planungen zur Aufnahme des Spielbetriebs herzustellen, hat die DFL die 36 Profi-Clubs in mehreren Briefen darum gebeten, sich nicht weiter öffentlich zu äußern. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die DFL reagierte damit auf die punktuelle Veröffentlichung von Plänen, unter welchen Bedingungen die Saison fortgesetzt werden könnte.

Auch das Exekutivkomitee der UEFA will am 23. April über ihr weiteres Vorgehen beraten. Zuvor sollen zudem Gespräche mit den Generalsekretären der 55 Nationalverbände sowie den Ligen und Klubs stattfinden. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte zuletzt den Juli und August als mögliche Zeitpunkte für eine Wiederaufnahme der Champions League und Europa League genannt. Dies wäre aber nur möglich, wenn bis dahin die nationalen Ligen ihre Saison beendet haben.

Fußball/Champions League: Laut einem Bericht der spanischen Zeitung "Mundo Deportivo" denken die UEFA und die Klub-Vereinigung ECA spanischen Medienberichten zufolge über ein Final-8-Turnier im August nach. Es werde nach einem neutralen Ort gesucht, an dem die Teams und alle Begleiter während des Wettbewerbs isoliert leben könnten, schreibt die Zeitung weiter, allerdings ohne Quellen zu nennen. Auch müsse es dabei strenge ärztliche Kontrollen geben. Die Viertel- und Halbfinals sollen demnach jeweils in einem einzelnen Spiel ausgetragen werden statt wie üblich in Hin- und Rückspielen. Allerdings sind noch nicht alle Achtelfinals beendet. Auch das Rückspiel des FC Bayern München nach dem 3:0-Hinspielsieg beim FC Chelsea ist noch offen.

Formel 1: In der Formel 1 steht die Verschiebung des nächsten Rennens bevor. Die Veranstalter des eigentlich für den 28. Juni geplanten Grand Prix von Frankreich wollen "in den kommenden Tagen kommunizieren", was die neuen Ankündigungen von Staatspräsident Emmanuel Macron für das Event bedeuten, sagte ein Sprecher. Stand jetzt sollte die Formel-1-Saison in Frankreich beginnen, die vorherigen neun Rennen wurden wegen der Coronavirus-Pandemie bereits abgesagt oder verschoben. Macron hatte am Ostermontag (13.04.2020) die Ausgangsbeschränkungen in Frankreich wegen der Corona-Krise verlängert, Veranstaltungen "mit großem Publikum" sind bis Mitte Juli verboten.

Radsport/Tour de France: Nach der Verschiebung des Starts am 27. Juni ist nun der 29. August als Tag für den "Grand Depart" im Gespräch. Die französische Zeitung "Le Dauphiné Libéré" vermeldete am Dienstag den Termin als beschlossen - eine offizielle Bestätigung des Tour-Veranstalters ASO steht noch aus.

Leichtathletik: Angesichts der Corona-Krise schließt auch der Deutsche Leichtathletik-Verband "Geister-Meisterschaften" nicht mehr aus. "Wie viele andere Sport-Veranstalter auch hoffen wir darauf, im Rahmen einer Late Season Titelkämpfe mit Zuschauern durchführen zu können. Sollte dies nicht möglich sein, denken wir darüber nach, eine DM ohne Zuschauer mit reduzierter Anzahl an Mitarbeitern auszurichten", sagte DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Im Verband werden "derzeit verschiedene Optionen diskutiert", wann die ursprünglich für Anfang Juni in Braunschweig geplanten deutschen Meisterschaften stattfinden könnten. Laut Gonschinska sei momentan das Wochenende 8./9. August als Termin für die Titelkämpfe im Gespräch.

Fechten: Auch die Fecht-EM in Minsk kann aufgrund der Coronavirus-Krise nicht wie geplant in diesem Juni stattfinden. Der Weltverband FIE teilte am Dienstag mit, dass wegen der Pandemie alle für April, Mai und Juni geplanten Wettbewerbe abgesagt werden. Das EM-Turnier in Weißrussland sollte am 16. Juni beginnen und am 21. Juni enden.

Fußball/Asien: Der Asiatische Fußballverband hat die Aussetzung von Spielen und Wettbewerben verlängert. Alle Aktivitäten, die im Mai und Juni stattfinden sollten, wurden bis auf Weiteres verschoben. Zuvor waren wegen der Coronavirus-Pandemie bereits die Spiele im März und April verschoben worden. Der AFC werde sich weiter mit den teilnehmenden Mitgliedsverbänden an den AFC-Klubwettbewerben austauschen, um alle möglichen Optionen für den Abschluss der Gruppenphasen der AFC Champions League und des AFC Cups zu prüfen, hieß es.

Football: Die amerikanische Football-Profiliga XFL geht nach dem Abbruch ihrer ersten Saison in die Insolvenz. Das bestätigte die recht vielversprechend gestartete Konkurrenz zur National Football League (NFL) am Montag (13.04.2020). Die XFL hatte zuvor bereits den Betrieb eingestellt und laut ESPN am Freitag (10.04.2020) fast alle Mitarbeiter entlassen. "Leider waren wir als neues Unternehmen nicht gegen die harten wirtschaftlichen Einschnitte und Unsicherheiten durch die Coronakrise gefeit", teilte die Liga mit. Nach nur fünf Spieltagen hatte die XFL mit ihren acht Teams im März aufgrund der Pandemie die Saison unterbrechen müssen.

Montag, 13.04.2020

Fußball/Italien: Giovanni Rezza, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am italienischen Hochschulinstitut für Gesundheit, hat sich gegen eine Wiederaufnahme der Fußballmeisterschaft in der Serie A ausgesprochen. Er könne "keine befürwortende Stellungnahme" abgeben, sagte Rezza am Ostermontag bei einer Pressekonferenz des Katastrophenschutzes zur Corona-Pandemie.

Der Wissenschaftler führte aus: "Es ist eindeutig Sache der Politik, darüber zu entscheiden. Aber es ist ein Sport, bei dem es um Kontakte geht, und diese Kontakte beinhalten ein gewisses Übertragungsrisiko." Das Institut mit Rezza an der Spitze berät die italienische Regierung beim Ergreifen von Maßnahmen gegen Covid-19. Italien überschritt am Montag die Schwelle von 20.000 Coronavirus-Todesopfern. Der Lockdown dauert mindestens bis zum 3. Mai an.

Der italienische Fußballverband FIGC will ab Ende April bei den Spielern Covid-19-Tests durchführen, um damit die Voraussetzung für eine Wiederaufnahme des Trainings im Profifußball zu schaffen.

Radsport/Tour de France: Die Tour de France 2020 wird wohl nicht wie geplant vom 27. Juni bis 19. Juli stattfinden. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat am Abend des Ostermontags angekündigt, dass "Veranstaltungen mit großem Publikum frühestens Mitte Juli abgehalten werden" könnten. Davon wäre auch die 107. Auflage des weltweit wichtigsten Radrennens betroffen, dessen Veranstalter eine mögliche "Geister-Tour" zuletzt ausdrücklich ausgeschlossen hatte. Mit fast 15.000 Toten ist Frankreich eines der am stärksten betroffenen Länder der Corona-Krise.

Fußball/Portugal: Aus Solidarität mit dem Amateur-Fußball verzichten Portugals Nationalspieler um Cristiano Ronaldo auf einen Teil ihrer Prämien für die erfolgreiche EM-Qualifikation. Spieler, Trainer und Mitarbeiter des aktuellen Europameisters hätten beschlossen, die Hälfte ihrer Prämie einem Fonds zur Unterstützung der Amateure zukommen zu lassen, teilte der portugiesische Fußball-Verband auf seiner Homepage mit. Die EM hätte in diesem Sommer stattfinden sollen, ist wegen der Coronavirus-Pandemie aber um ein Jahr verschoben worden.

Fußball/Deutschland: Für Sportanwalt Christoph Schickhardt kann das bestehende Geschäftsmodell im Profifußball auf Dauer nicht mehr funktionieren. "Die Vereine sind heute viel zu sehr auf Kante finanziert. Jeder eingenommene Euro mehr wird direkt an Spieler und Spielerberater weitergegeben", sagte er im NDR-Sportclub. Es könne langfristig nicht sein, dass Wirtschaftsunternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz "nix" zurücklegen, "Sparsamkeit und Augenmaß" seien Schlagworte für die Zukunft.

Fußball/England: Manchester Uniteds Klub-Ikone Gary Neville kann sich vorstellen, dass die englische Premier League die Profiklubs zu einem Transfer-Embargo zwingen könnte. "Die Premier League hat im vergangenen Sommer 1,4 Milliarden Pfund für Transfers ausgegeben, und in den drei vorangegangenen Sommerpausen ebenfalls über eine Milliarde Pfund", sagte er "Sky Sports".

Er ergänzte: "Wenn die Klubs versuchen, Gehaltskürzungen von 30 Prozent bei den Spielern durchzubekommen, muss die Premier League möglicherweise ein Transfer-Embargo verhängen." Die Gehaltskürzungen sollen den geschätzten Verlust der Liga durch die Folgen der Corona-Pandemie von knapp einer Milliarde Pfund (1,14 Milliarden Euro), die durch einen möglichen Saisonausfall entstehen würden, abfangen.

Fußball/England: Nach dem FC Liverpool ist auch der englische Fußball-Klub Tottenham Hotspur bei der angekündigten Inanspruchnahme staatlicher Gelder im Zuge der Corona-Krise zurückgerudert. Nach massiven Protesten der Fans und einer erneuten internen Beratung habe der Premier-League-Klub beschlossen, nur beim Vorstand Gehaltskürzungen vorzunehmen und allen nicht spielenden Mitarbeitern zu 100 Prozent ihr Gehalt für April und Mai zu zahlen, teilte der Verein am Ostermontag mit.

Fußball/Spanien: Der spanische Fußball-Erstligist Real Sociedad San Sebastian hat die Pläne, das Training am Dienstag (14.04.2020) wieder aufzunehmen, vorerst zurückgestellt. Dies geschah nach Rücksprache mit der baskischen Regionalregierung. In Spanien, das aufgrund der Corona-Pandemie mehr als 17.000 Todesopfer beklagt, trat am Ostermontag eine kleine Lockerung im Lockdown in Kraft. Real Sociedad wird aber zunächst weiterhin das Einzeltraining für die Spieler zu Hause fortsetzen, um die getroffenen Maßnahmen und Einschränkungen der Regierung zu unterstützen.

dpa/sid/red | Stand: 18.04.2020, 08:25

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