Dressur-Equipe führt im Nationenpreis

Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl auf ihrem Pferd Dalera

CHIO

Dressur-Equipe führt im Nationenpreis

Die Bundestrainerin hatte es ausdrücklich gefordert, und die deutsche Dressur-Equipe im Nationenpreis von Aachen lieferte. In der Besetzung Helen Langehanenberg mit Damsey, Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera, Dorothee Schneider mit Showtime und Isabell Werth mit Bella Rose gewannen am Donnerstag (18.07.2019) die Gastgeber den Grand Prix und setzten sich vor dem abschließenden Grand Prix Special am Samstag an die Spitze der Nationenwertung.

In diesem Jahr, hatte Monica Theodorescu gesagt, wolle sie Deutschland gerne von Anfang an vorne sehen - 2018 hatten die USA nach dem Grand Prix die Nase vorn gehabt. Gesagt, getan: Mit 242,392 Punkten übernahm ihre Equipe die Führung vor Dänemark (228,174) und Schweden (223,783). Als einzige Reiterin bekam Isabell Werth für den letzten Übergang auf der Schlusslinie die Note 10,0.

Rothenberger nur Zuschauer

Herausragende Einzelleistungen zeigten neben den Deutschen vor allem die dreimalige Olympiasiegerin Charlotte Dujardin (Großbritannien) mit Erlentanz sowie die Dänen Cathrine Dufour mit Bohemian und Daniel Bachmann-Andersen mit Don Olymbrio.

Nur Zuschauer war am Donnerstag Mannschafts-Olympiasieger Sönke Rothenberger. Der EM-Zweite von 2017 war wegen plötzlich aufgetretener Kolik-Symptome seines Wallachs Cosmo noch vor Wettkampfbeginn von den deutschen Meisterschaften im Juni in Balve abgereist und deshalb nicht für den Aachener Nationenpreis nominiert worden. Am Mittwoch hielt sich Rothenberger in Aachen in der "kleinen" Tour schadlos, mit Cosmo gewann er den Grand Prix vor Werth mit Emilio.

Langehanenberg schwach im Grand Prix

Rothenberger kämpft in Aachen um einen Platz im Kader für die Europameisterschaften Ende August in Rotterdam. Und seine Aussichten stehen möglicherweise gar nicht so schlecht, denn im Grand Prix des Nationenpreises lieferte Langehanenberg das schlechteste Ergebnis der deutschen Equipe ab. Ihr ungestümer Hengst Damsey "hatte überhaupt keine Arbeitseinstellung", sagte Theodorescu: "Er hat sie total hängen lassen, das ist ein ganz blödes Gefühl, wenn man da oben drauf sitzt und nichts machen kann."

Rothenberger und Cosmo hatten es tags zuvor besser gemacht. Nach dem verheerenden Brand auf dem familieneigenen Gestüt Erlenhof, bei dem einige Pferde ums Leben kamen und Cosmo nur knapp überlebte, sowie dem erneuten Rückschlag in Balve zeigte sich der Wallach in bestechender Form. "Er ist gut in Schuss, gut drauf, hochmotiviert", sagte Theodorescu, die sich allerdings noch nicht zur EM-Nominierung äußern wollte: "Das ist heute kein Thema, darüber reden wir am Samstagabend."

Starkes Comeback von Dujardin

Ihr Aachen-Comeback nach einigen Jahren gab Charlotte Dujardin, die mit dem zwölfjährigen Trakehner-Wallach Erlentanz an der 80-Prozent-Grenze kratzte. Nach dem sportlichen Rückzug ihres Jahrhundertpferdes Valegro im Anschluss an den Olympiasieg 2016 in Rio hat Dujardin vor allem mit der zehnjährigen Hannoveraner Stute Freestyle wieder ein hochklassiges Championatspferd im Stall. Ihr Mentor und Entdecker Carl Hester ist jedenfalls sicher, dass Dujardin und Freestyle bei Olympia 2020 in Tokio wieder zu den Sieganwärtern gehören werden: "Charlotte ist eine gnadenlose Wettbewerbsreiterin, und Freestyle ist ein tolles Pferd."

CHIO in Aachen - die Eröffnungsfeier Sportschau 16.07.2019 01:26:08 Std. Verfügbar bis 16.07.2020 Das Erste

sid | Stand: 18.07.2019, 16:02

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