Einigung bei Bund-Länder-Konferenz: Der Amateursport bekommt einen Öffnungsplan

Kinder beim Fussballtraining

Einigung bei Bund-Länder-Konferenz: Der Amateursport bekommt einen Öffnungsplan

Von Michael Buchartz

Die Forderung des Amateursports, endlich Erwähnung bei Bund- und Länderbeschlüssen zu finden, hat sich erfüllt. Am Mittwoch (03.03.2021) wurde ein Stufenplan für den Sport beschlossen - und eine "Notbremse".

Grundsätzlich hat sich die Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März geeinigt - mit vielen Ausnahmen für mögliche Öffnungsschritte. So erhalten die Vereine ab kommenden Montag (08.03.2021) einen perspektivischen Stufenplan. Dieser ist in drei Schritte aufgeteilt. Verantwortlich für die Entscheidung, ob dies so umgesetzt wird, sind allerdings die Bundesländer. Mit Sachsen zeigte sich bereits ein Bundesland skeptisch und unterstützte den Mehrheitsbeschluss nicht.

Die Öffnungsschritte im Überblick
Bei Inzidenz unter 50Inzidenz zwischen 50 und 100
Möglich ab 8. März
  • Kontakfreies Training bis zehn Personen im Freien

Kindertraining bis 14 Jahre in 20er-Gruppen; ndividualsport mit zwei Haushalten und maximal fünf Personen im Freien

Möglich ab frühestens 22. MärzStart kontaktfreier Indoorsport, Start Kontaktsport draußenStart kontaktfreier Indoorsport mit negativem, tagesaktuellen Test; Start Kontaktsport draußen mit negativem, tagesaktuellen Test
Möglich ab frühestens 5. AprilStart Kontaktsport Indoor; Bis zu 50 Zuschauer bei Sportevents im FreienKontaktfreier Indoorsport ohne Test; Kontaktsport draußen ohne Test

Zwei unterschiedliche Lösungswege

Zwei mögliche Wege stehen demnach für Lockerungen offen. Beide sind aufgegliedert in jeweils drei Schritte. Der erste Weg führt über die Inzidenzschwelle von 50. Dort wird im ersten Schritt kontaktfreier Sport auf Außenanlagen mit bis zu zehn Personen möglich. Nach der ersten Lockerung soll das Infektionsgeschehen 14 Tage beobachtet werden.

Hält sich die Inzidenz dann immer noch darunter, dürfen der kontaktfreie Indoorsport sowie der Kontaktsport im Freien ohne Einschränkungen starten. Einer weiteren Beobachtungszeit von zwei Wochen folgt die letzte vorgesehene Lockerung: Dann ist der Kontaktsport in Turnhallen wieder erlaubt. Dazu dürfen draußen bis zu 50 Zuschauer bei Sportveranstaltungen dabei sein.

Erste Öffnungen ab 100er-Inzidenz

Um dem Sport eine realistischere, nähere Perspektive zu bieten, sind auch Öffnungsschritte bei einer Inzidenz von maximal 100 erlaubt. Hier geht es damit los, dass dann erlaubt wird, Kinder unter 14 Jahren in 20er-Gruppen und den Individualsport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten im Seniorenbereich im Freien trainieren zu lassen.

Nach 14 Tagen wird geschaut, ob die Inzidenz gestiegen ist. Wenn nicht, dürfen der Kontaktsport im Freien und der kontaktlose Indoorsport starten. Alle Teilnehmer benötigen jedoch einen negativen tagesaktuellen Selbst- oder Schnelltest. Weitere zwei Wochen Beobachtung folgen. Liegt dann die Inzidenz weiterhin konstant unter der Grenze, fällt der erforderliche Test weg.

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Vereine müssten Hygienekonzepte überarbeiten

"Wir stehen vor einer neuen Phase in der Pandemie, in die wir nicht mit Sorglosigkeit, aber doch berechtigten Hoffnungen gehen können", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Anschluss an die Beratungen. Mit dem Stufenplan im Sport wurde die deutliche Forderung der Sportverbände im Vorhinein nach einem klaren stufenweisen Konzept berücksichtigt. Der Restart könnte damit am Montag in vielen Bundesländern beginnen. Eine Inzidenz von 100 überschreitet laut den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Institutes nur Thüringen.

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Verantwortlich für die Umsetzung und Einhaltung der Regeln sind die Vereine, die durch die Behörden kontrolliert werden. Sie müssen ihre Hygienekonzepte nun überarbeiten und ausbessern. Eine "Notbremse" ist ebenfalls eingebaut worden: Liegen die Inzidenzwerte am zweiten Werktag in Folge in einer Region über 100, werden die Maßnahmen, die bis zum 7. März gelten, wieder gültig.

Klar ist auch, dass mögliche Selbst-/Schnelltests durch die Amateursportler oder deren Vereine selbst finanziert werden müssen. Sie werden zwischen zwei und zehn Euro kosten und ab Samstag im Handel sein. Einmal pro Woche plant der Bund zudem, jedem Bürger, nicht nur den Sportlern, eine Möglichkeit für einen kostenlosen Schnelltest zu geben. Dieses Angebot soll kommende Woche beginnen. Die nächste Beratungsrunde zwischen Bund und Ländern ist für den 22. März angedacht.

Stand: 03.03.2021, 23:50

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