Deutsche Biathlon-Staffel verballert Medaillenchance

Biathlon-WM - Preuß und Lesser landen im Single-Mixed nur auf Rang sieben Sportschau 18.02.2021 03:45 Min. Verfügbar bis 18.02.2022 Das Erste

WM in Slowenien

Deutsche Biathlon-Staffel verballert Medaillenchance

Von Raphael Honndorf

Erik Lesser und Franziska Preuß haben bei der Biathlon-WM das Podium in der Single-Mixed-Staffel klar verpasst. Grund waren zu viele Fehler beim Schießen. Die Entscheidung über Gold fiel auf den letzten Metern.

Erik Lesser und Franziska Preuß sind in der Single-Mixed-Staffel leer ausgegangen. Das Silberduo der WM 2020 leistete sich am Schießstand zu viele Nachlader und musste gar einmal in die Strafrunde. Zu viel, um im Medaillen-Kampf ein Wörtchen mitreden zu können. Sie landeten mit 1:21,2 Minuten Rückstand auf die Sieger auf Rang sieben.

Erik Lesser

Erik Lesser am Schießstand bei der Single Mixed Staffel

Gold ging an das französische Duo Antonin Guigonnat und Julia Simon, das sich auf der Schlussrunde gegen die Norwegerin Tiril Eckhoff durchsetzte. Gemeinsam mit Johannes Thingnes Bö durfte sie sich über Silber freuen. Dritter wurden Sebastian Samuellson und Hanna Öberg aus Schweden.

Preuß und Lesser selbstkritisch

"Wir haben uns etwas anderes vorgenommen. In der Single Mixed geht es total schnell, dass man hinten dran ist. Aber wir haben es heute einfach nicht rübergebracht", lautete das Fazit von Preuß im ZDF. Mit Blick auf seine Strafrunde erklärte Lesser: "Ich war danach ziemlich stinkig auf mich, das war durch und durch eine schlechte Serie. Mit so einem Ergebnis ist die Single Mixed eigentlich schon gegessen."

Erik Lesser: "Das war außergewöhnlich schlecht" Sportschau 18.02.2021 03:39 Min. Verfügbar bis 18.02.2022 Das Erste

Viele Schießen, kurze Runde

Die Single Mixed Staffel zeichnet sich durch eine nur 1,5 Kilometer kurze Laufrunde und insgesamt acht Schießeinlagen aus. In diesem Jahr begannen die Männer, die Frauen liefen auf Position zwei. Nach einmal liegend und einmal stehend schießen wird gewechselt. Wie in den Staffelrennen haben die Athleten und Athletinnen am Schießstand drei Patronen zum Nachladen.

Strafrunde für Lesser im zweiten Schießen

Der Norweger Bö startete ohne großes Taktieren und riss das Feld bereits nach 800 Metern auseinander. Lesser musste beim ersten Liegendschießen einmal nachladen und ging mit zehn Sekunden auf den Führenden Italiener auf die nächste Runde. Das Feld rückte wieder zusammen und kam geschlossen zum Stehendanschlag. Dort setzte Lesser gleich vier Schüsse daneben und musste in die verkürzte Strafrunde. Mit 30 Sekunden Rückstand auf die Spitze um Österreich, Italien und Norwegen übergab er an Preuß.

Preuß verliert weiter Boden

Preuß, die bei den bisherigen WM-Rennen auf der Pokljuka immer in den Top acht landete, lief auf den folgenden 1,5 Kilometern etwas Zeit zu, musste aber liegend zwei Zusatzpatronen nutzen. So bleib sie auf Position 14, es kamen jedoch weitere 15 Sekunden Rückstand hinzu. An der Spitze lag zu diesem Zeitpunkt Italien mit Dorothea Wierer, die sich gemeinsam mit der Norwegerin Tiril Eckhoff ein kleines Stück absetzen konnte. Nach dem vierten Schießen schob sich Österreich in Person von Lisa Theresa Hauser hinter Italien auf Position zwei. Preuß traf erneut zwei Scheiben nicht, als Zwölfte übergab sie mit einer Minute Defizit auf die Medaillenränge.

Frankreich übernimmt die Führung

Beim nächsten Schießen schoben sich der Franzose Antonin Guigonnat und Sebastian Samuelsson aus Schweden mit jeweils fünf Treffern vor Österreich. Norwegen verlor durch drei Nachlader von Bö zunächst etwas an Boden. Erik Lesser konnte mit einem weiteren Fehler kaum Zeit gutmachen und lag auf Rang zehn. Nach dem sechsten Schießen übernahm Frankreich die Führung und nahm den letzten Wechsel als erstes vor. Dahinter folgten Italien und Schweden. Lesser blieb diesmal ohne Fehlschuss und übergab auf Position acht liegend auf Preuß. Ihr Rückstand vor den letzten 4,5 Kilometern betrug 1:05 Minuten.

Wierer vergibt Medaille im letzten Schießen

Beim vorletzten Schießen übernahm die fehlerfreie Wierer wieder die Spitzenposition von Julia Simon, dahinter rückte Eckhoff für Norwegen wieder heran. Preuß machte einen weiteren Platz gut, verlor aber weiter Zeit. Im Abschlussschießen leistete sich Wierer eine Strafrunde und musste damit ihre Medaillenhoffnungen begraben.

Eckhoff und Simon gingen zeitgleich auf die abschließende Runde und machten das Rennen unter sich aus. Dahinter begann der Kampf zwischen Schweden und der Ukraine um Bronze. Preuß musste erneut einmal nachladen und hatte 1:12 Minute Rückstand. Auf den letzten Metern übernahm Simon schließlich die Führung und holte somit die Goldmedaille für Frankreich.

Antonin Guigonnat und Julia Simon

Antonin Guigonnat und Julia Simon

Stand: 18.02.2021, 15:56

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