Was macht eigentlich ... Biathletin Gabriela Koukalova?

Gabriela Koukalova, Veronika Vitkova, Eva Puskarcikova (v.r.n.l.) auf dem Wachstruck des tschechischen Biathlon-Teams

Karriereende oder Comeback des tschechischen Glamourgirls?

Was macht eigentlich ... Biathletin Gabriela Koukalova?

Von Dirk Hofmeister, Östersund

Vor zwei Jahren wurde die Tschechin Gabriela Koukalova noch Weltmeisterin. Dann wurde es ruhig um sie. Bei der WM in Östersund ist sie präsent, was für Verärgerung im tschechischen Team sorgen dürfte. Ein Comeback der 29-Jährigen ist eher unwahrscheinlich: Aus sportlichen und zwischenmenschlichen Gründen.

Großer Prominentenauflauf am Donnerstag (14.03.2019) bei der Biathlon-WM in Östersund. Nach dem Single-Mixed-Rennen werden Weltmeister früherer Tage in einer "Charity-Staffel" Geld für den Klimaschutz sammeln. Mit dabei unter anderem Stars wie Uschi Disl, Magdalena Forsberg, Sven Fischer oder Liv Grete Skjelbreid.

In diese Staffel früherer Biathlon-Weltmeister würde auch Gabriela Koukalova gut passen. Die Tschechin sammelte sechs WM-Medaillen und dürfte zudem an Östersund gute Erinnerungen haben, hier durfte sie drei Weltcupsiege bejubeln. Doch Koukalova ist nicht in Östersund.

Keine guten Chancen auf ein Comeback

Die frühere Weltcup-Gesamtsiegerin bestritt vor knapp zwei Jahren ihr letztes Weltcuprennen, musste die Saison 2017/2018 wegen Schienbeinproblemen absagen. Seither rätselt die Biathlon-Welt. Was ist mit der 29-Jährigen? Kommt das Glamour-Girl des Biathlon jemals zurück? Um es vorwegzunehmen: Die Chancen stehen nicht eben gut. Aus sportlichen und aus eher zwischenmenschlichen Gründen.

"Sport nur in meiner Freizeit"

Bei Instagram veröffentlichte Koukalova im Januar ein kurzes Video, das sie auf Langlaufski mit ihrer Mutter zeigt. Bereits im November kündigte sie an, dass sie langsam mit dem Training beginnen werde. Doch allen Fans, die schon auf ein Comeback der 17-fachen Weltcupsiegerin gehofft haben, musste sie im neuen Jahr eine Absage erteilen. "Ich habe immer noch Schmerzen. Ich mache Sport derzeit nur in meiner Freizeit", zitierte "Idnes", das Online-Portal der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes", Koukalova im Februar.

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Koukalova-Konterfei auf den Wachstrucks

Gabriela Koukalova, Veronika Vitkova, Eva Puskarcikova (v.r.n.l.) auf dem Wachstruck des tschechischen Biathlon-Teams

Gabriela Koukalova, Veronika Vitkova, Eva Puskarcikova (v.r.n.l.) auf dem Wachstruck des tschechischen Biathlon-Teams

In Östersund ist Koukalova dennoch präsent. Auf dem Wachstruck des tschechischen Teams prangt das lächelnde Konterfei des einstigen Biathlon-Aushängeschildes. Und das dürften andere Athleten wie Veronika Vitkova oder Michal Slesingr als pure Provokation empfinden. Denn, so erklärt der tschechische Journalist, Jan Suchan, Koukalova habe im vergangenen Jahr alles unternommen, um das Team gegen sich aufzubringen.

Autobiografie mit schweren Vorwürfen

Massenstart in Oberhof - Gabriela Koukalova wird gefeiert

Ein Bild aus besseren Tagen: Gabriela Koukalova wird 2017 in Oberhof vom Team gefeiert.

Im Frühjahr 2018 veröffentlichte Koukalova, die mit dem berühmten tschechischen  Squashspieler Jan Koukal verheiratet ist, eine Autobiografie. "In dieser Biografie wimmelt es von Anschuldigungen gegen Trainer, andere Biathleten und Journalisten", erklärt Journalist Suchan. Teamkollegin Veronika Vitkova warf Koukalova vor, sie seit Kindheitstagen zu hassen und im Team immer gegen sie intrigiert zu haben. Teamleader Ondrey Rybar warf Koukalova vor, sie gegen ihren Willen zur Umstellung ihrer Skitechnik gezwungen zu haben und damit für ihre Schienbeinprobleme verantwortlich zu sein. Zudem fuhr Koukalova Geschütze gegen Jiri Hamza, mächtiger Chef des tschechischen Biathlon-Verbandes (BCR) und tschechische Journalisten auf. Teamkollege Michal Slesingr reagierte kurz nach der Veröffentlichung der Autobiografie auf Facebook. "In dem Buch stehen viele Lügen", schrieb er damals.

"Viele Leute sind sauer auf Gabi"

"Viele Leute sind sehr sauer auf Gabi", erklärt Hörfunkt-Journalist Suchan, der das tschechische Team den gesamten Winter im Weltcup und jetzt auch bei der WM begleitet. BCR-Chef Hamza erklärt öffentlich zwar, dass er eine sportliche Rückkehr Koukavlovas befürworten würde. Doch zwischenmenschlich wäre das vermutlich eine Katastrophe. Zudem Hamza ein eigenes Koukalova-Team im tschechischen Biathlon nach dem Vorbild von Anastasija Kuzmina bei den Slowaken kategorisch ausschließt.

Pressekonferenz im Mai

Ganz von der Bildfläche verschwunden ist Koukalova indes nicht. Immer wieder taucht sie in tschechischen Talkshows oder Gala-Veranstaltungen auf, bewirbt hier Schmuck, den sie entworfen hat, macht dort Werbung für ihren Fanshop und ihr Buch. Endgültig Klarheit will sie aber schon bald schaffen. Für Mai kündigte sie eine Pressekonferenz an, in der sie sich ausführlich über ihre Zukunft äußern will.

Thema in: Sportschau live, 12.03.2019, ab 15.05 Uhr

Stand: 13.03.2019, 13:55

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