Drama um Lesser: Deutsche Biathleten chancenlos in der Staffel

Video - Früher Einbruch bringt deutsche Biathlon-Staffel um alle Chancen Sportschau 20.02.2021 02:10 Min. Verfügbar bis 20.02.2022 Das Erste

Biathlon-WM

Drama um Lesser: Deutsche Biathleten chancenlos in der Staffel

Von Raphael Honndorf

Die deutsche Männer-Staffel hat bei der WM die Medaillenränge klar verpasst. Erik Lesser brach auf der Strecke völlig ein und machte damit früh alle Hoffnungen zunichte. Den Titel sicherte sich das norwegische Quartett vor Schweden und dem russischen Team.

Erik Lesser, Roman Rees, Arnd Peiffer und Benedikt Doll sind im WM-Staffelrennen auf der Pokljuka nur auf siebten Rang gelaufen. Schon nach dem ersten Läufer war der Traum von einer weiteren Medaille geplatzt. Grund war ein heftiger Leistungseinbruch von Lesser auf seiner dritten Runde. Dieses Defizit konnten auch seine drei Teamkollegen trotz starker Schießleistungen nicht mehr wettmachen.

Der Titel ging an die Norweger, die sich mit einem souveränen Rennen den nächsten WM-Titel in Slowenien sicherten. Sturla Holm Laegreid, die Brüder Tarjei und Johannes Thingnes Bö sowie Vetle Sjastad Christiansen waren vom Beginn an der Spitze und liefen über weite Strecken ein einsames Rennen.

Keine Erklärung für Einbruch

"Wir haben nichts gefunden, weshalb wir uns Sorgen um ihn machen müssten. Aber eine wirkliche Erklärung haben wir nicht", sagte Teamarzt Dr. Jan Wüstenfeld nach einem ersten Check von Lesser im ZDF.

"Das passiert. Wenn man mal so einen Tag erwischt und es einen schon in der zweiten Runde schlecht geht, wird die dritte umso schlimmer. So etwas hat jeder schon einmal erlebt. Es ist natürlich sehr schade und es tut mir leid für Erik. Das macht keinen Spaß", nahm Peiffer seinen Kollegen in Schutz.

Biathlon-WM - die Stimmen zur Biathlon-Staffel der Männer Sportschau 20.02.2021 07:56 Min. Verfügbar bis 20.02.2022 Das Erste

Lesser quält sich ins Ziel

Lesser stand nach eher durchwachsenen Leistungen besonders unter Beobachtung und erlebte dann einen rabenschwarzen Tag. Der Startläufer des DSV-Teams musste liegend einmal nachladen, konnte den Rückstand auf den fehlerfreien Franzosen an der Spitze mit 5,3 Sekunden zunächst in Grenzen halten.

Doch anschließend ging ihm die Puste aus. Nach zwei weiteren Nachladern stehend und einer halben Minute Rückstand brach Lesser auf dem Weg zum Wechsel völlig ein. Läufer um Läufer zog an ihm vorbei, der Oberhofer quälte sich ins Ziel. 1:23 Minuten nach Norwegen übergab er auf Roman Rees. Das deutsche Team lag auf Platz 20 von 27.

Rees stark am Schießstand

Für Rees ging es nun also nur noch um Schadensbegrenzung und die Hoffnung, irgendwie doch noch nach vorne zu kommen. Ein fehlerfreier Liegendanschlag war da schon mal ein Anfang.

An der Spitze bestimmte der Norweger Tarjei Bö das Geschehen und setzte sich mit 24 Sekunden von der Konkurrenz aus Frankreich und der Schweiz ab. Auch nach drei Nachladern schmolz dieser Vorsprung nur gering, da auch die Verfolger schwächelten. Roman Rees ging wieder mit fünf Treffern in fünf Versuchen von Schießstand und schob das deutsche Quartett auf Rang 15 (+1:30,3 Minuten).

Norwegen macht Druck und setzt sich ab

Da Bö an der Spitze weiter aufs Tempo drückte, wuchs der Rückstand bis zum Wechsel weiter an. Arnd Peiffer, Vize-Weltmeister im Einzel, übernahm auf Rang 13. Norwegen war zu diesem Zeitpunkt 1:45 Minuten enteilt, die Ukraine auf dem Bronzerang lag anderthalb Minuten vor den deutschen Skijägern. Peiffer gelangen zwei fehlerfreie Schießeinlagen, er schob das deutsche Team langsam Richtung Top 10. Allerdings pendelte sich der Rückstand bei fast zwei Minuten ein.

Doll kann nichts mehr gutmachen

Der Norweger Christiansen lief in seinem ersten Rennen bei dieser WM als Schlussläufer ein unaufgeregtes Rennen und brachte den ersten Platz sicher ins Ziel. Zu groß war der Vorsprung auf seine Verfolger. Auf Rang zwei hatte sich nach dem Liegendschießen das russische Team eingereiht (+54,6 Sekunden). Frankreich, Schweden, Italien und die Ukraine kämpften weitere 20 Sekunden dahinter.

Da sich die Nationen vor Deutschland keine größeren Schnitzer leisteten, war für Schlussläufer Doll trotz nur eines Nachladers bei zehn Versuchen nicht mehr viel auszurichten. Im Kampf ums Podium konnte Schweden nach dem letzten Schießen schließlich noch Russland überholen und Silber holen.

Stand: 20.02.2021, 16:12

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