Deutscher Fehlstart bei Biathlon-WM perfekt

DSV-Debakel bei Sieg von Ponsiluoma Sportschau 12.02.2021 00:48 Min. Verfügbar bis 12.02.2022 Das Erste

Biathlon-WM auf der Pokljuka

Deutscher Fehlstart bei Biathlon-WM perfekt

Von Dirk Hofmeister

Ein Schwede vor zwei Franzosen - im Männer-Sprint bei der Biathlon-WM haben die großen Favoriten aus Norwegen die Medaillen verpasst. Die Deutschen auch, das DSV-Quartett patzte am Schießstand.

Martin Ponsiluoma ist der neue Biathlon-Weltmeister im Sprint. Der 25-Jährige siegte bei den Titelkämpfen in Slowenien am Freitag (12.02.2021) nach 10 Kilometern mit zwei fehlerfreien Schießen. Der Schwede verwies die beiden Franzosen Simo Desthieux (0 Strafrunden nach Schießfehlern) um 11,2 Sekunden und Emilien Jaquelin (1 Strafrunden nach Schießfehlern) um 12,9 Sekunden auf die Plätze.

Die Top-Favoriten aus Norwegen gingen dagegen leer aus: Johannes Dale wurde mit einer Strafrunde und 22,4 Sekunden Rückstand noch Vierter. Top-Favorit Johannes Thingnes Bö aus Norwegen (2 Strafrunden nach Schießfehlern) kam nur auf Rang fünf (+ 22,5 Sekunden).

Bö: "Wie ein Schlag ins Gesicht"

"Ich habe mich ganz gut gefühlt. Ich hätte alles genauso gemacht, auch den Anlauf ins Liegendschießen", sagte Weltcupspitzenreiter Bö nach dem Wettkampf in der Sportschau und ergänzte frustriert: "Ich bin sehr enttäuscht, weil ich mich gut gefühlt habe. Wir Norweger sind zwar alle in den Top 10, aber keiner auf dem Podest. Das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Wir müssen jetzt aufwachen." Auch der russische Titelverteidiger Alexander Loginow erlebte mit zwei Strafrunden und Rang 26 einen schwarzen Tag.

Peiffer als bester Deutscher 36.

Arnd Peiffer beim Schießen in Pokljuka

Arnd Peiffer beim Schießen in Pokljuka

Die vier deutschen Starter konnten wegen zu vieler Schießfehler nicht in die Medaillenvergabe eingreifen. Bester aus dem DSV-Quartett wurde Arnd Peiffer, er kam aber jenseits als 36. ins Ziel (+ 1:37,2 Minuten). Der 33-jährige Niedersachse kam nach fehlerfreiem Liegendanschlag mit Podestchancen zum Stehendschießen. Dort ließ er aber die erste und letzte Scheibe stehen und verabschiedete sich damit von den vorderen Plätzen.

Biathlon-WM in Pokljuka - die Analyse nach dem Sprint der Männer Sportschau 12.02.2021 14:19 Min. Verfügbar bis 12.02.2022 Das Erste

"Ich hatte ein schlechtes Stehendschießen. Da waren zwei wirklich schlechte Schüsse dabei. Das ärgert mich total. Läuferisch gingen die ersten beiden Runden noch. Auf der letzten Runde habe ich aber Probleme gehabt", ärgerte sich Peiffer nach dem Rennen in der Sportschau: "Ich bin extrem unzufrieden. Schlechtes Schießen, die Laufzeit hat nicht gepasst. Am Material lag es nicht. Ich muss mir an die eigene Nase fassen."

Biathlon-WM in Pokljuka - der Sprint der Männer in voller Länge Sportschau 12.02.2021 01:12:17 Std. Verfügbar bis 12.02.2022 Das Erste

Doll mit vier Strafrunden: "Das macht mich fertig"

Benedikt Doll wurde mit vier Schießfehlern 39. Der Schwarzwälder zeigte sich läuferisch mit der achtbesten Laufzeit verbessert, die Strafrunden spülten ihn aber weit nach hinten. "Das ärgert mich richtig", sagte Doll und erklärte: "Ich war am Schießstand Liegend eigentlich gut fokussiert. Ich glaube, das war eine Verlagerung nach links. Das Anschießen war so gut. Das hat mich ganz schön aus meinem Vorhaben geschmissen. Liegend die zwei Fehler, das hat mich fertig gemacht. Keine Ahnung, wo das wieder herkam. Das ist nicht mein Anspruch."

Kühn auf Rang 45

Erik Lesser und Johannes Kühn konnten nur beim fehlerfreien Liegendanschlag überzeugen. Kühn musste Stehend viermal in die Strafrunden und wurde letztlich 45. Mit der zehnbesten Laufzeit konnte Kühn aber zumindest auf der Strecke mithalten.

Lesser: "Mich gefragt, warum ich Teil der WM-Mannschaft bin"

Erik Lesser

Erik Lesser

Anders als Lesser: Der Thüringer ließ stehend zwei Scheiben stehen und verpasste mit der nur 64.-besten Laufzeit als Gesamt-66. die Verfolgung am Sonntag (14.02.2021). "Ich bin traurig", sagte Lesser, der mit seinen drei Nachladern bereits in der Mixed-Staffel von Mittwoch (10.02.2021) keinen guten Tag hatte. "Mein Körper hat heute nicht funktioniert. Nach der ersten Runde hatte ich gemerkt, dass es nicht das ist, was ich mir vorgestellt habe. In der zweiten Runde habe ich mich dann schwer getan. Hinten raus bin ich total krachen gegangen. Zwischendurch habe ich mich gefragt, warum ich Teil der WM-Mannschaft bin."

"Gewehrwechsel als Geniestreich" - Bö auch mit neuer Waffe top? Sportschau 12.02.2021 02:30 Min. Verfügbar bis 12.02.2022 Das Erste

Arnd Peiffer: Vergangenes hinter sich lassen Sportschau 12.02.2021 01:31 Min. Verfügbar bis 12.02.2022 Das Erste

Stand: 12.02.2021, 15:33

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