Herrmann knapp an Sprint-Medaille bei Biathlon-WM vorbei

Sprint-Weltmeisterin heißt Tiril Eckhoff Sportschau 13.02.2021 00:35 Min. Verfügbar bis 13.02.2022 Das Erste

Biathlon-WM

Herrmann knapp an Sprint-Medaille bei Biathlon-WM vorbei

Von Dirk Hofmeister

Auch die deutschen Frauen haben im Sprint die erste Medaille bei der Biathlon-WM verpasst. Was Mut macht für die Verfolgung: Drei Läuferinnen schafften es in die Top 12.

Denise Herrmann hat die erste Medaille für das deutsche Team bei der Biathlon-WM auf der Pokljuka verpasst. Die Verfolgungs-Weltmeisterin von 2019 war im 7,5-Kilometer-Sprint am Samstag (13.02.2021) als Vierte beste Deutsche.

Eckhoff vor Chevalier-Bouchet und Sola

Die Medaillen gingen so nach Norwegen, Frankreich und etwas überraschend nach Belarus. Neue Weltmeisterin ist Tiril Eckhoff. Die Norwegerin feierte mit einem fehlerfreien Schießen ihr zweites Einzel-Gold nach 2016, als sie in Oslo Sprint-Weltmeisterin wurde. In der Sportschau freute sie sich nach dem Rennen: "Ich war sehr nervös vor dem Rennen und beim Schießen sehr langsam. Aber ich habe mir beim Atmen Extrazeit genommen um das Ziel gut zu sehen. Ich bin zufrieden. Heute war ein guter Tag."

Silber ging an Anais Chevalier-Bouchet, die sich mit einer Strafrunde um 12,0 Sekunden geschlagen geben musste. Bronze gewann Hanna Sola. Die Belarussin, die es in ihrer Karriere zuvor in 66 Rennen nur einmal in die Top 15 schaffte, holte mit fehlerfreiem Schießen und 14,4 Sekunden Rückstand Bronze.

Herrmann fehlen 7,9 Sekunden

Bei Temperaturen um Minus 10 Grad Celsius, Sonne und böigem Wind ließ Herrmann im Stehendanschlag die zweite Scheibe stehen. Obwohl die in Ruhpolding lebende Oberwiesenthalerin die viertbeste Laufzeit auf den schweren Strecken in den Julischen Alpen zeigte, konnte sie die Lücke zu den Medaillen nicht schließen.

Das ärgerte die 32-jährige ehemalige Skilangläuferin im Ziel: "Vierter beim Großereignis wird man aber nur sehr ungern", sagte sie in der Sportschau, konnte aber auch das Positive in ihrem Rennen sehen: "Es ist mein bestes Sprint-Ergebnis und mein bestes Schießergebnis im Sprint in dieser Saison. Das ist schön. Ich habe versucht, mit einer gewissen Lockerheit ranzugehen. Von der Aufregung war es gut, ich konnte das in Konzentration ummünzen."

Herrmann: "Ich bin mit Lockerheit ins Rennen gegangen" Sportschau 13.02.2021 04:30 Min. Verfügbar bis 13.02.2022 Das Erste

Immerhin: Mit Rang vier lief Herrmann zudem zum besten Einzel-Ergebnis nach Rang zwei im Saison-Auftaktrennen in Kontiolahti.

Preuß Achte: "Etwas ratlos"

Ein gutes Rennen machte auch Franziska Preuß, die mit einem Schießfehler und der fünftbesten Laufzeit Achte wurde. Die Ruhpoldingerin verfehlte Stehend den zweiten Schuss und kämpfte bei böigem Wind um die restlichen Treffer. Über die so genannte "Nähmaschine" beim Stehendschießen ärgerte sich Preuß nach dem Rennen in der Sportschau: "Stehend habe ich Schadensbegrenzung betrieben. Natürlich ärgert es mich total, dass immer wieder das Wackeln kommt. Da verliert man so viel Zeit. Ich bin da gerade etwas ratlos, was man machen kann. Das ist schon ein großes Thema. Da muss ich mit dem Schießtrainer reden. Grundsätzlich weiß ich, dass ich gut Schießen kann", wirkte Preuß im Ziel frustriert. Doch auch sie konnte ihrem Rennen Positives abgewinnen: "Abgesehen von der Platzierung bin ich mit meinem Laufen und Liegendschießen zufrieden." Als Achte mit 50,4 Sekunden Rückstand auf Eckhoff hat sie eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag (14.02.2021).

Hinz Zwölfte: "Bestes Rennen bei der WM zeigen"

Zufrieden war auch Vanessa Hinz: Mit einer Strafrunde wurde sie Zwölfte (+ 1:08,5 Minuten) und sagte nach dem Wettkampf in der Sportschau: "Ich wollte mein bestes Rennen bei der WM zeigen. Das ist mir gelungen. Der eine Fehler wurmt mich noch. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Der Anspruch ist immer 0-0 im Sprint. Da ist noch ein bisschen Luft. Das Schießen hat sich heute richtig gut angefühlt. Ich bin sehr zufrieden und freue mich auf die Verfolgung morgen. Da ist alles drin." 

Hettich wird 31.

Janina Hettich kam mit zwei Strafrunden im Stehendanschlag als 31. ins Ziel (+ 1:52,2 Minuten). "Ich habe mich heute einfach nicht so gut gefühlt. Beim Schießen schleichen sich wieder so in paar Fehler ein. Prinzipiell habe ich das aber ganz gut im Griff und mich auch bei den Trainingseinheiten ganz gut gefühlt. Stehend ging es aber einfach nicht so", sagte sie nach dem Rennen.

Sonntag ab 15.30 Uhr - Verfolgung der Frauen

In der Verfolgung der Frauen gehen am Sonntag (14.02.2021) die Top 60 des Sprint-Wettkampfes auf die Strecke. Weltmeisterin 2020 war Marte Olbu Röiseland.

Stand: 13.02.2021, 15:21

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