Öberg erlöst Schwedens Biathlon-Fans

Biathlon - Die Flower Ceremony nach dem 15km-Rennen der Frauen Sportschau 12.03.2019 02:00 Min. Verfügbar bis 12.03.2020 Das Erste

WM in Östersund

Öberg erlöst Schwedens Biathlon-Fans

Hanna Öberg hat bei der Biathlon-WM in Östersund das Einzel gewonnen und den Gastgebern die erste Medaille bei der Heim-WM beschert. Laura Dahlmeier schrammte knapp an Edelmetall vorbei.

Die Olympiasiegerin von Pyeongchang blieb in allen vier Schießeinlagen fehlerfrei und distanzierte nach 15 Kilometern die ebenfalls fehlerfrei gebliebene Weltcupführende Lisa Vittozzi (Italien) um 23,6 Sekunden. Platz drei sicherte sich die Französin Justine Braisaz (+32,5/1 Fehler). "Das bedeutet sehr viel für mich", sagte Öberg im Ersten: "Ich war völlig fokussiert und ich wusste, was ich kann. Es wird heute großartig und ich freue mich sehr auf die Siegerehrung."

Biathlon - Die Stimmen zum 15km-Rennen der Frauen Sportschau 12.03.2019 03:56 Min. Verfügbar bis 12.03.2020 Das Erste

Wenn Frust zur Freude wird - die Bilder zum Frauen-Einzel

Einzel der Frauen, Biathlon-WM in Östersund

Wunderschöners Wetter, 15 schwere Kilometer, viermal Schießen, und ...

Wunderschöners Wetter, 15 schwere Kilometer, viermal Schießen, und ...

... ein dreifaches Happy End bei den Biathlon-Frauen. Am Dienstag jubelten Hanna Öberg (Mitte), Lisa Vittozzi (links) und Justine Braisaz (re.) über Gold, Silber und Bronze - dabei lief es bisher bei der WM noch nicht so gut für das Trio.

Justine Braisaz war nach Rang 60 im Sprint noch enttäuscht und ließ die Verfolgung aus. Im Einzel am Dienstag ging sie mit hoher Startnummer 71 ins Rennen ...

... und rollte das Feld von hinten auf. "Ich hatte in dieser Saison viele Hochs und Tiefs - naja, eigentlich mehr Tiefs", sagte Braisaz nach dem Rennen lachend. Zweimal schaffte sie es in diesem Winter aufs Podest, dazwischen lagen aber auch Platzierungen jenseits der Top 40.

An diesem Abend winkte aber WM-Bronze, die erste Einzel-Medaille der 22-jährigen Französin in einem Einzelrennen. "Ich habe immer an mich geglaubt. Nun hoffe ich, dass meine Medaille unserem Team einen Schub gibt. Alle Frauen in unserem Team haben es drauf, eine Medaille zu gewinnen."

Leidtragende des guten Rennens von Braisaz war Laura Dahlmeier, die lange auf eine Medaille hoffen konnte, ...

... am Ende aber um 7,0 Sekunden auf Rang vier verwiesen wurde.

Eine Medaille ging auch an Weltcupspitzenreiterin Lisa Vittozzi. Nach Rang 21 und 10 in Sprint und Verfolgung und vielen Schießfehlern zeigte die Italienerin diesmal ein perfektes Rennen ohne Strafminute.

Vittozzi lag auf der schweren Strecke das gesamte Rennen auf Podestkurs. "Meine Trainer haben mich über meine guten Platzierungen informiert. Ich habe aber versucht, mich nur auf das Schießen zu konzentrieren", sagte sie nach dem Rennen. Das gelang, und so ...

... konnte sich die 24-Jährige am Abend über die Silbermedaille freuen.

Noch größer die Freude bei der Goldmedaillengewinnerin. Hanna Öberg war bei der WM mit zwei fünften und einem vierten Platz dem Podest schon ziemlich nahe, doch erst im Einzel ...

... fuhr sie, angefeuert von tausenden Schweden an der Strecke, ...

... zu Gold. Öberg erlöste damit nicht nur die Gastgeber, die ihre erste Medaille bei der Heim-WM feiern durften. Die 23-Jährige schaffte es auch als erste Frau, direkt nach dem Olympiasieg Weltmeisterin zu werden.

Während die schwedischen Fans aus dem Häuschen waren, ...

... war bei den deutschen Zuschauern nur die Freude vor dem Wettkampf groß. Im Einzel gab es keinen weiteren Podestplatz für die deutschen Starterinnen.

Zweitbeste aus dem DSV-Team hinter der Viertplatzierten Laura Dahlmeier war Vanessa Hinz, die mit zwei Schießfehlern 19. wurde.

Franziska Hildebrand wurde mit drei Strafminuten 31. Nach dem Wettkampf sagte sie: "Ich weiß nicht, wo meine gute Form der letzten Rennen vor der WM hin ist." Gleich beim ersten Schießen war ihr klar, dass es kein guter Tag werden würde: "Als ich lag, stieß mich jemand mit den Ski an. Da ging ein Schuss bei mir los und natürlich daneben."

Auch Franziska Preuß schoss zu viele Fehler. Mit vier Strafminuten landete sie nur auf Rang 38. Ohne Fehler wäre sie Dritte geworden.

Dahlmeier knapp an Bronze vorbei

Beste aus dem deutschen Quartett war einmal mehr Laura Dahlmeier. Die Bayerin leistete sich nur einen Schießfehler und wurde Vierte (+39,5 Sekunden). Zwischenzeitlich konnte sie auf mehr hoffen. Als sie mit Startnummer 28 ins Ziel kam, übernahm sie zunächst die Führung. Doch hinter ihr kamen dann noch Öberg und Vittozzi, und auch Braisaz rettete ein paar Sekunden ihres Vorsprungs über die Ziellinie.

Für Dahlmeier ging damit eine Serie von 13 WM-Rennen mit einer Medaille zu Ende. Dennoch war Dahlmeier nicht allzu traurig: "Das Rennen war sehr gut, sehr solide. Zum Schluss haben ein paar Prozent gefehlt. Im Sprint war ich die Glücklichere gewesen".

Biathlon - Die Analyse der 15km der Frauen Sportschau 12.03.2019 05:05 Min. Verfügbar bis 12.03.2020 Das Erste

Hinz passabel - Preuß und Hildebrand patzen zuviel

Franziska Hildebrand, Franziska Preuß und Vanessa Hinz vergaben eine bessere Platzierung am Schießstand. Hinz hielt sich mit zwei Fehlern noch am besten und wurde 19. Hildebrand und Preuß kamen mit je drei Fehlern auf die Ränge 31 und 38 ein. Preuß zeigte sich nach dem Rennen sehr enttäuscht: "Es klappt nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Läuferisch war es okay, aber das hilft beim Biathlon am Ende auch nichts."

Biathlon - Das 15km-Rennen der Frauen Sportschau 12.03.2019 01:23:14 Std. Verfügbar bis 12.03.2020 Das Erste

Thema in: Sportschau im Ersten, 12.03.2019, 15.05 Uhr

dko/dpa/sid | Stand: 12.03.2019, 16:48

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