Erster Titel der Biathlon-WM geht an Norwegen

Biathlon-WM: Platz vier für Deutschland in der Mixed-Staffel Sportschau 13.02.2020 01:41 Min. Verfügbar bis 13.02.2021 Das Erste

Mixed-Staffel in Antholz

Erster Titel der Biathlon-WM geht an Norwegen

Zum Auftakt der Biathlon-WM hat das norwegische Team einmal mehr seine Vormachtstellung unter Beweis gestellt und sich in der Mixed-Staffel den ersten Titel gesichert. Die DSV-Skijäger verpassten das Podest.

Die Norwegische Mixed-Staffel zur Biathlon-WM in Antholz

Die norwegische Mixed-Staffel zur Biathlon-WM in Antholz mit Marte Olsbu Röiseland, Tiril Eckhoff, Tarjei Boe und Johannes Thingnes Boe (v.l.n.r.)

In der Besetzung Marte Olsbu Röiseland, Tiril Eckhoff, Tarjei Bö und Johannes Thingnes Bö hat sich Norwegen den ersten Weltmeister-Titel 2020 geholt und damit seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt. Die Entscheidung in einem spannenden Rennen fiel erst beim letzten Schießen, als Johannes Thingnes Bö etwas schneller schoss als sein Kontrahent aus Italien und sich somit den entscheidenden Vorsprung sicherte. Die Lokalmatadoren durften über Silber jubeln, den dritten Platz auf dem Stockerl sicherte sich etwas überraschend Tschechien.

Das deutsche Team um Franziska Preuß, Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll verpasste mit elf Nachladern und einer Strafrunde als Viertplatzierter die Medaillenränge um knapp 20 Sekunden. Die hochgehandelten Franzosen mussten bereits nach dem ersten Schießen in die Strafrunde und hatten damit bereits früh keine Chancen mehr. Am Ende landete das Quartett auf dem siebten Rang.

Preuß mit Fehlern gleich zu Beginn

Die deutsche Startläuferin Franziska Preuß musste im Liegendanschlag einmal nachladen und hatte so früh einen kleinen Rückstand auf die Spitze. Beim Stehendschießen wollte sie mit einem schnellen Rhythmus aufholen, setzte aber diesmal gleich zwei Patronen neben das Ziel. Ganz vorne hielten sich die favorisierten Norwegerinnen und Italienerinnen weitestgehend schadlos.

Marte Olsbu Röiseland verschärfte auf ihrer Schlussrunde das Tempo und lief so bereits einen Vorsprung von mehr als einer halben Minute auf das Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) heraus. Auf Rang elf übergab Preuß auf Denise Herrmann und zeigte sich im Anschluss im ZDF selbstkritisch: "Es war für meinen Geschmack etwas zu viel Rückstand. Stehend war es eine sehr wacklige Partie. Es hat nicht so 100-prozentig funktioniert. Ich weiß, dass ich es besser kann."

Herrmann muss in die Strafrunde

Denise Herrmann

Denise Herrmann

Hermann halbierte auf den ersten 1,7 Kilometern den Rückstand auf das Spitzenduo Dorothea Wierer und Tiril Eckhoff, setzte liegend alle fünf Versuche ins Schwarze und nahm die Verfolgung von Italien sowie Österreich an der Spitze auf. Beim abschließenden Schießen der Frauen war Deutschland Teil einer Achtergruppe, die innerhalb von zehn Sekunden lag.

Dort versagten der DSV-Skijägerin dann aber die Nerven, trotz drei Nachladern blieb eine Scheibe stehen. Nach der Strafrunde hatte sie 46 Sekunden Rückstand auf das wieder in Führung liegende Team aus Norwegen. Ein Fehler in ihrer Taktik hatte sie aber nicht ausgemacht. "Nach dem Liegendschießen ging alles nach Plan. Ich hatte extrem viel aufgeholt. Stehend hätte ich dann den letzten Nachlader treffen müssen, so haben wir zu viel Zeit verloren", lautete ihre Einschätzung nach dem Rennen.

Peiffer startet mit 41 Sekunden Rückstand

Zwar konnte Herrmann noch ein wenig Zeit gutmachen, Teamkollege Arnd Peiffer ging aber mit 41 Sekunden Rückstand auf Tarjei Bö aus Norwegen ins Rennen. Trotz fünf Treffern bei fünf Versuchen liegend blieb er auf Rang fünf und konnte den Rückstand auf die Skandinavier nicht verkürzen. Dazwischen lagen noch die Teams aus Italien, Tschechien und der Schweiz. Stehend konnte Peiffer mit der letzten Patrone die Strafrunde vermeiden, musste aber die Ukraine und Weißrussland vorbeiziehen lassen.

Doll kann Rückstand nicht wettmachen

Die Deutschen Benedikt Doll (l.) und Arnd Peiffer beim Training.

Die Deutschen Benedikt Doll (l.) und Arnd Peiffer.

So lag es schließlich an Benedikt Doll, zumindest noch einen Platz auf dem Podest zu erlaufen. Ganz vorne liefen Norweger mit Johannes Thingnes Bö und der Italiener Dominik Windisch den Weltmeister aus und distanzierten Tschechien schon vor der ersten Schießeinlage. Doll ging zwar ohne Fehler aus dem ersten Schießen, verlor aber etwas Zeit auf das Duo ganz vorne. Der Rückstand auf das Treppchen betrug zu diesem Zeitpunkt rund eine halbe Minute.

Zwei weitere Nachlader beim Stehendschießen später war aber klar, dass es nicht mehr zu einer Medaille reichen würde. Norwegen und Italien lieferten sich derweil ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bö war schneller im Schießen, musste zwar wie Windisch zwei Zusatzpatronen verwenden, war dabei aber deutlich schneller als der Italiener und lief schließlich den Sieg nach Hause.

"Wir hatten uns vorgenommen auf das Podium zu kommen, und die Chance war auch da. Deswegen sind wir mit dem vierten Platz nicht zufrieden. Aber wir schauen nach vorne", so Arnd Peiffer nach dem Rennen. Benedikt Doll nannte den vierten Platz "sehr doof", relativierte das Ergebnis aber auch ein wenig: "Am Ende ist es keine ganz schlechte Leistung oder Ausfall. Aber bei einer WM geht es um Medaillen, da kann man sich für einen vierten Platz nicht so viel kaufen."

Am Freitag geht es mit dem Frauen-Sprint weiter

Für die Frauen, die in der Mixed-Staffel zum Einsatz kamen, heißt es nun rasch zur Ruhe zu kommen und zu regenerieren. Denn in nicht einmal 24 Stunden geht es weiter mit dem Sprint über 7,5 Kilometer. Dort schickt der DSV neben Denise Herrmann und Franziska Preuß auch Janina Hettich, Vanessa Hinz und Karolin Horchler in den Kampf um den Weltmeister-Titel.

Das Thema im Programm: Tagesschau, Das Erste, 13.02.2020, 20.00 Uhr.

rho | Stand: 13.02.2020, 15:53

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