Mangelhafte DSV-Schießergebnisse - Debatte um Schießtrainer geht weiter

Bernd Eisenbichler

Biathlon-WM in Antholz

Mangelhafte DSV-Schießergebnisse - Debatte um Schießtrainer geht weiter

Die größtenteils schwachen Schießleistungen der deutschen Biathlon-Männer bei der WM in Antholz bereiten Bernd Eisenbichler, dem Sportlichen Leiter des Deutschen Skiverbands (DSV), keine Sorgen. Eine ausführliche Analyse soll es dennoch geben.

Eisenbichler sagte: "Ein Schießproblem sehe ich bei uns nicht." Er betonte, "dass das Grundsystem in Deutschland im Topbereich sehr gut ist. Und dass man jetzt auch nicht alles über den Haufen werfen muss, nur weil das Einzelrennen mal schlecht lief." Im Einzel hatten die fünf DSV-Athleten am Mittwoch (19.02.2020) bei 100 Schüssen 24 Fahrkarten verzeichnet (Quote: 76 Prozent getroffen). Allein bei Arnd Peiffer blieben im Stehendanschlag sechs Scheiben stehen. Abgesehen von Peiffer hatten die deutschen Biathleten schon zuvor im Sprint und in der Verfolgung am kniffligen Schießstand in Südtirol Probleme offenbart.

Eisenbichler: Personalplanungen im Frühjahr

Nach der Saison werde das Schießen auf der Agenda stehen, versicherte Eisenbichler: "Wir werden sehr stark analysieren, was die anderen Nationen machen, und eben dann schauen, wo man punktuell ansetzen muss." Auch die Möglichkeit der Verpflichtung eines ausländischen Schießtrainers sei "etwas, was wir uns im Frühjahr anschauen werden", schließlich müsse man den Blick offen halten, wo man sich punktuell Stimuli holen könne. Deshalb wurde im DSV zu Saisonbeginn bereits ein Schießkompetenzteam gegründet, dem Schieß-Bundestrainer Gerald Hönig, Waffenmeister Sandro Brieslinger und Staffel-Olympiasieger Michael Rösch angehören. Ziel dieses Teams sei es laut Eisenbichler, "eine gewisse deutsche Handschrift" zu entwickeln und systematische Basispunkte für die Ausbildung des Nachwuchses festzulegen.

Hönig nicht immer dabei

Hönig wird als Schieß-Bundestrainer jedoch im Weltcup-Team nicht permanent eingesetzt. Beim Weltcup in Oberhof Anfang Januar hatte es zwar ein Gespräch zwischen Hönig und dem Sportlichen Leiter gegeben, in dem "etwaige Ungereimtheiten ausgeräumt" wurden. Aber dass Hönig, der früher Damen-Bundestrainer war, ständig im Top-Bereich dabei sei, sei nicht vorgesehen, hieß es da.

Bundestrainer Gerald Hönig

Bundestrainer Gerald Hönig

Rösch hatte bereits am Donnerstag (20.02.2020) gesagt, dass ein Schießtrainer eine "überlegenswerte" Option und "keine schlechte Idee" wäre. Der 36-Jährige sagte: "Jetzt alles an diesem Rennen festzumachen, wäre fatal. Aber es ist schon fraglich, warum die deutschen Schießergebnisse im Vergleich zur Konkurrenz nicht so gut sind." Bei den Franzosen, Norwegern oder Italienern sei ein Schießexperte im Weltcup-Team inzwischen Standard. Es gebe genug gute deutsche Schießtrainer, erklärte Rösch. Am Wochenende stehen bei der WM noch Staffeln und Massenstarts an.

Michael Rösch

Michael Rösch

mkö/sid/dpa | Stand: 21.02.2020, 12:46

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