Die Gewinner und Verlierer von Östersund

Einzel der Männer, Biathlon-WM in Östersund

Biathlon-WM

Die Gewinner und Verlierer von Östersund

Die Biathlon-WM in Östersund war eine Weltmeisterschaft der Überraschungen. Dramen und Niederlagen gehörten genauso dazu wie unglaubliche Siege. Die Tops und Flops, hier!

Gewinner: Herrmann und Peiffer

Denise Herrmann räumte einen kompletten Medaillensatz ab, Arnd Peiffer gewann neben Gold noch zweimal Silber, Laura Dahlmeier holte in Sprint und Verfolgung Bronze: Auf die Stars im Team der deutschen Skijäger war auch in Östersund wieder Verlass. Peiffer und Herrmann trugen maßgeblich zu den Silbermedaillen in der Mixed- und Männerstaffel dabei.

 Gewinner und (einmal ein Verlierer): Johannes Thingnes Bö

Der 25 Jahre alte Norweger machte genau das, was alle von ihm erwarteten: Medaillen sammeln. Mit vier WM-Titeln und einmal Silber hievte sich Bö auf eine Stufe mit dem Franzosen Martin Fourcade, beide sind nun die erfolgreichsten Männer bei einer einzelnen WM-Ausgabe. Gold im Massenstart war auch zum Greifen nah. Doch mit fünf (!) Fehlern beim letzten Schießen platzte der Traum von Medaille Nummer sechs. Ganz beiläufig sicherte sich der Dominator des Winters auch noch die Siege im Einzel- und  Gesamtweltcup.

Gewinner: Schweden I

Gastfreundschaft, Traumkulissen und jede Menge Schnee: Östersund und alle Beteiligten an dieser WM betrieben in den vergangenen Tagen mächtig Eigenwerbung. Die Titelkämpfe in Mittelschweden waren nicht zuletzt wegen der Seelenruhe der Einwohner ein angenehmes Kontrastprogramm zu den hitzigen Weltcups in Oberhof, Ruhpolding oder Antholz. Dort wird übrigens die nächste WM stattfinden - Östersund hat die Messlatte ziemlich hoch gelegt.

Gewinner: Schweden II

Zur fröhlichen Stimmung trug freilich auch das Abschneiden der Lokalmatadoren bei. Die Erben der großen Magdalena Forsberg haben dem Erwartungsdruck standgehalten und bewiesen, dass die Olympischen Spiele 2018 keine Eintagsfliege waren. Dumm nur, dass im Ruhpoldinger Wolfgang Pichler der Vater des Erfolgs nach der Saison aufhört. 

Verlierer: Die Frauen hinter Dahlmeier und Herrmann

Freanziska Hildebrand beim Schießen in Östersund (16.03.2019)

Erfolg kaschiert Misserfolg? Ganz so einfach ist das nicht. Während Dahlmeier und Herrmann glücklich nach Hause reisen dürfen, verlief die WM für Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Franziska Hildebrand enttäuschend. Die erhofften (Einzel)-Medaillen wurden deutlich verpasst, Platzierungen außerhalb der Top 15 waren die Regel.

Verlierer: Martin Fourcade und Kaisa Mäkäräinen

Der Dominator der vergangenen Jahre war eigentlich schon am Tiefpunkt angekommen - und stürzte dann noch weiter ab. Nach dem schlechtesten WM-Ergebnis ( Platz 39 im Einzel ) seiner Karriere verballerte Martin Fourcade auch noch die sicher geglaubte Staffelmedaille. Wie er nach jedem Rennen die Schultern hängen ließ und verzweifelt nach Erklärungen für seinen Leistungseinbruch suchte, war er irgendwann fast zu bemitleiden. Ähnlich erging es Kaisa Mäkäräinen. Die Finnin, die 2010 in Östersund ihren ersten Weltcup gewonnen hatte, wollte im Sommer schon aufhören. Sie tat es nicht, reiste als eine der Favoritinnen nach Schweden und erlebte ein medaillenloses Drama. Dafür gab es in den finnischen Zeitungen reichlich Kritik.

Verlierer: Kaugummi-WM

So schön die Tage in Östersund auch waren, etwas weniger hätten es auch getan. Da die Sportler aber natürlich ihre Ruhetage benötigen, sollten die Verantwortlichen des Weltverbands IBU vielleicht mal über das Wettkampfprogramm nachdenken. Benötigt es wirklich eine Single-Mixed-Staffel? Weniger ist manchmal mehr.  

Verlierer: Österreich

Rot-Weiß-Rot wollte angreifen, vor allem in den Staffeln etwas reißen. Der Plan des Teams um Trainer Ricco Groß ging allerdings so sehr nach hinten los, dass am Ende nur einmal Bronze zu Buche stand und selbst Bulgarien im Medaillenspiegel vor der Alpenrepublik lag.

Thema in: Sportschau, 07. - 12.03.2019

sid | Stand: 17.03.2019, 18:19

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