Jacquelin neuer Biathlon-Weltmeister in der Verfolgung

Biathlon-WM - Peiffer Fünfter bei Jacquelin-Sieg Sportschau 16.02.2020 00:31 Min. Verfügbar bis 16.02.2021 Das Erste

Biathlon-WM in Antholz

Jacquelin neuer Biathlon-Weltmeister in der Verfolgung

Von Wolfram Porr

Dank einer taktischen Meisterleistung hat sich der Franzose Emilien Jacquelin den Weltmeistertitel in der Verfolgung gesichert. Für Sprintsieger Alexander Loginow blieb nur Bronze. Arnd Peiffer kam auf einen guten fünften Rang.

Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/1 Schießfehler) hat auf den 12,5 Kilometern alles gegeben - mehr als ein starker fünfter Platz war für den Routinier im deutschen Biathlon-Team aber nicht drin. Peiffer leistete sich nur einen Schießfehler. Aber selbst, wenn er am Schießstand eine weiße Weste behalten hätte, hätte es bei einem Rückstand von 30 Sekunden auf den Bronzeplatz wohl nicht ganz zu einer Medaille gereicht.

Jacquelin hält Bö in Schach

Den WM-Titel sicherte sich überraschend Emilien Jacquelin (Frankreich/0). Der Außenseiter im Medaillenkampf, der als Sechster nach dem Sprint mit einer knappen halben Minute Rückstand ins Rennen gegangen war, blieb nicht nur am Schießstand fehlerlos. Auch in der Loipe bewies er Steherqualitäten und konnte in der Schlussrunde sogar Johannes Thingnes Bö (Norwegen/2) in Schach halten. Nachdem Bös Angriff ausblieb, forcierte Jacquelin kurz vor dem Ziel selbst das Tempo, machte dem Norweger die kürzere Innenbahn zu und lief im Zielsprint vor dem Dominator dieses Winters jubelnd über die Ziellinie.

Loginow: Ein Schießfehler kostet zweiten WM-Titel

Sprint-Weltmeister Alexander Loginow (Russland/1) ließ beim vierten Schießen eine Scheibe stehen - zu viel, um auch in der Verfolgung den Titel zu holen. Der wegen seiner Dopingvergangenheit sehr kritisch beäugte Russe, der bei den vorherigen Schießen schnell und fehlerlos agiert hatte, musste sich am Ende mit Bronze zufrieden geben. Sein Rückstand im Ziel: 23,9 Sekunden. Martin Fourcade (Frankreich/2), der lange auf Medaillenkurs war und große Kämpferqualitäten zeigte, blieb nach Rang drei im Sprint diesmal nur der undankbare vierte Platz.

Jacquelin: "Ein Kindheitstraum hat sich erfüllt"

"Das war ein Kindheitstraum, Weltmeister zu sein und genau so erfolgreich zu sein wie Raphael Poiree oder Martin Fourcade", sagte der glückliche neue Weltmeister im ZDF: "Ich danke meinen Eltern und allen, die mich auf dem Weg hierhin begleitet haben. Es ist ein unglaubliches Gefühl."

Peiffer: "Ich muss das akzeptieren"

Arnd Peiffer

Arnd Peiffer

Sehr viel nüchterner kommentierte Arnd Peiffer das für ihn "komische Rennen": "Das war eine ordentliche Leistung. Aber die vorne haben auch nicht viel zugelassen. Ich habe nahezu das Bestmögliche rausgeholt und bin deshalb auch zufrieden", so Peiffer im ZDF: "Ich muss akzeptieren, dass die Burschen heute einfach besser waren."

Horn, Doll und Kühn geschlagen

Für die anderen drei deutschen Starter lief das Rennen dagegen ernüchternd: Philipp Horn (Frankenhain/6), Achter nach dem Sprint, leistete sich insgesamt sechs Schießfehler und wurde am Ende 18.. Noch schlechter erging es Benedikt Doll (Breitnau/7), der am Schießstand überhaupt nicht zurecht kam und auf Rang 29 durchgereicht wurde, noch einen Platz hinter Johannes Kühn (Reit im Winkl/5), der sich immerhin um zwölf Plätze verbesserte.

Ein verrücktes Rennen erlebte Quentin Fillon Maillet (Frankreich/6), Der Zweitplatzierte im Sprint leistete sich gleich beim ersten Liegendschießen vier Fahrkarten. Damit schienen alle Chancen auf eine Medaille dahin. Trotzdem arbeitete er sich dank einer großartigen Laufleistung noch auf den siebten Rang vor.

Das Thema im Programm: Sportschau, Das Erste, 16.02.2020, 18.00 Uhr

Stand: 16.02.2020, 16:05

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