Skiverband gibt Biathlon-WM-Kader bekannt

Die deutschen Biathleten Laura Dahlmeier, Arnd Peiffer und Vanessa Hinz bei der WM in Hochfilzen

Biathlon-WM 2019

Skiverband gibt Biathlon-WM-Kader bekannt

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat seinen Kader für die in dieser Woche beginnende Biathlon-WM in Östersund bekanntgegeben. Laura Dahlmier führt das Team mit insgesamt sechs Athletinnen und sechs Athleten an.

"Da Östersund an sich ein gutes Pflaster für uns ist, sollten wir an einem guten Tag sowohl bei den Damen als auch bei den Herren zu den Medaillenkandidaten gehören. Wir wollen diese Weltmeisterschaft jedoch bewusst nicht an der von Hochfilzen messen - wir wissen alle, dass die Erfolge von damals außergewöhnlich waren", wird Björn Weisheit, sportlicher Leiter Biathlon im DSV, in einer Verbandsmitteilung zitiert.

Sieben Goldmedaillen in Hochilzen 2017

In Hochfilzen 2017 gewann bei den Damen Laura Dahlmeier drei Mal Einzelgold: Sie siegte in allen Solorennen außer dem Sprint. Benedikt Doll und Simon Schempp steuerten noch zwei weitere Goldmedaille bei, auch in der Frauen- und in der Mixed-Staffel gewann Deutschland.

DSV-Biathlon auf sehr hohem Niveau Sportschau 03.03.2019 01:26 Min. Verfügbar bis 03.03.2020 Das Erste

Die DSV-Starter bei der BIathlon-WM

Frauen: Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen), Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld), Vanessa Hinz (SC Schliersee), Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld), Franziska Preuß (SC Haag)

Männer: Benedikt Doll (SZ Breitnau), Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl), Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain), Philipp Nawrath (SK Nesselwang), Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld), Roman Rees (SV Schauinsland)

Formcheck - die deutschen Frauen vor der WM

Laura Dahlmeier, Denise Herrmann, Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Karolin Horchler gehen in Östersund für den Deutschen Skiverband in die Spur. Die deutschen Frauen unter der Lupe - unser Teamcheck.

Laura Dahlmeier

Laura Dahlmeier - Die heißeste Medaillenkandidatin im deutschen Team. Läuferisch top, am Schießstand zuverlässig - dennoch fehlt Dahlmeier noch die Frische des vergangenen Jahres. Nachdem sie die ersten Weltcups absagen musste, stieg die 25-Jährige in Nove Mesto ein und überraschte mit einem zweiten Platz im Sprint. Danach verliefen die Wettkämpfe eher durchwachsen. Das Topergebnis erreichte sie in Antholz mit Rang eins im Massenstart. Bei der vergangenen WM war sie mit fünf Mal Gold und einmal Silber die erfolgreichste Starterin.

Laura Dahlmeier - Die heißeste Medaillenkandidatin im deutschen Team. Läuferisch top, am Schießstand zuverlässig - dennoch fehlt Dahlmeier noch die Frische des vergangenen Jahres. Nachdem sie die ersten Weltcups absagen musste, stieg die 25-Jährige in Nove Mesto ein und überraschte mit einem zweiten Platz im Sprint. Danach verliefen die Wettkämpfe eher durchwachsen. Das Topergebnis erreichte sie in Antholz mit Rang eins im Massenstart. Bei der vergangenen WM war sie mit fünf Mal Gold und einmal Silber die erfolgreichste Starterin.

Denise Herrmann - An Östersund hat sie herrliche Erinnerungen. Auf den Strecken in Schweden feierte die Ex-Langläuferin 2017 ihre ersten beiden Weltcupsiege. Nach dem Sprint gewann die Sächsin auch das Verfolgungsrennen. Nach einer langen Durststrecke glückte Herrmann ausgerechnet bei der WM-Generalprobe in Soldier Hollow in der Verfolgung der dritte Einzelsieg im Weltcup. Bekommt Herrmann in Östersund das Schießen in den Griff, ist mit ihr zu rechnen. In der Loipe ist auf die 30-Jährige stets Verlass.

Franziska Hildebrand - Die 31-Jährige präsentierte sich zuletzt mit ansteigender Form. Im letzten Weltcup-Sprint vor der WM blieb sie in Soldier Hollow fehlerfrei und erreichte Rang drei. "Ich freue mich, dass es so gut funktioniert hat", sagte sie - der Mutmacher für Östersund? Normalerweise ist sie neben Dahlmeier die "Mrs. Zuverlässig" der deutschen Biathletinnen. Wenn sie sich am Schießstand voll fokussiert "und nicht von anderen Dingen ablenken" lässt, dürften Top-Ten-Plätze, vielleicht sogar eine Medaille drin sein.

Vanessa Hinz - Eine Medaille könnte auch die Zielsetzung für Hinz sein. Sie zeigte in diesem Winter jedoch schwankende Leistungen. In den vergangenen Wochen landete sie bei ihren Einzel-Auftritten zumeist irgendwo in den Top 40. Ihre Stärke dürfte in den Staffel-Rennen liegen. In Canmore bewies Hinz jedoch auch, dass mit ihr als Solistin zu rechnen ist, als sie mit Platz sechs überraschte.

Franziska Preuß - Die 24-Jährige eröffnete die Weltcup-Saison mit vier Top-Ten Platzierungen in Hochfilzen, Pokljuka, Nove Mesto und Oberhof. Ganz starke Form und gute Nerven bewies Preuß in Ruhpolding, als sie beim Massenstart alle Scheiben abräumte und ganz oben aufs Treppchen kletterte. Noch so ein Sahnetag und sie dürfte ganz vorn mitmischen.

Karolin Horchler - Die jüngere der Horchler-Schwestern hat in diesem Winter das volle Weltcup-Programm mitgemacht, zumeist ordnete sich die 29-Jährige zwischen den Rängen 20 und 50 ein. Das beste Weltcup-Ergebnis gelang der Athletin aus Clausthal-Zellerfeld beim Massenstart in Antholz (Siegerin Laura Dahlmeier), als sie viermal fehlerfrei schoss und Achte wurde. Gerade das Schießen ist auch die Stärke von Horchler, läuferisch kann sie nicht ganz mit den Besten mithalten. Ein Top-Ten-Platz im Einzel ist ihr bei der WM zuzutrauen.

Formcheck - die deutschen Männer vor der WM

Benedikt Doll, Johannes Kühn, Erik Lesser, Philipp Nawrath, Arnd Peiffer und Roman Rees sind die sechs Starter des Deutschen Skiverbands (DSV) bei der Biathlon-WM - unser Formcheck.

Benedikt Doll beim Sprint in Hochfilzen

Benedikt Doll - Er ist wahrscheinlich der schnellste DSV-Athlet in der Loipe. Auch in dieser Saison hat er immer wieder für die besten Laufzeiten gesorgt - genauso häufig aber auch im Schießen gepatzt. Die Saison bisher: ein ständiges Auf und Ab. Nach ansprechendem Weltcup-Beginn zeigte die Formkurve des 28-Jährigen nach unten. Zuletzt ließ er jedoch auf den Olympiastrecken von 2001 bei Salt Lake City mit Platz neun in der Verfolgung wieder aufhorchen.

Benedikt Doll - Er ist wahrscheinlich der schnellste DSV-Athlet in der Loipe. Auch in dieser Saison hat er immer wieder für die besten Laufzeiten gesorgt - genauso häufig aber auch im Schießen gepatzt. Die Saison bisher: ein ständiges Auf und Ab. Nach ansprechendem Weltcup-Beginn zeigte die Formkurve des 28-Jährigen nach unten. Zuletzt ließ er jedoch auf den Olympiastrecken von 2001 bei Salt Lake City mit Platz neun in der Verfolgung wieder aufhorchen.

Erik Lesser - Seit geraumer Zeit zeigt die Leistungskurve des Thüringers Erik Lesser nach oben, zum Sprung aufs Podest hat es allerdings noch nicht gereicht in dieser Saison. Aber: Niemand versteht es so gut wie Lesser, zum Saisonhöhepunkt topfit zu sein. Wenn er seine leichten Schwächen im Stehendschießen in den Griff bekommt, kann er überraschen. Läuferisch hat der Jung-Papa - Töchterchen Anouk erblickte Anfang des Jahres während des Weltcup-Wochenendes in Oberhof das Licht der Welt - jedenfalls das Zeug dazu.

Arnd Peiffer - Der Sprint-Olympiasieger von 2018 verdiente sich in diesem Winter gute Noten, allein mit einem ersten Platz hat es noch nicht geklappt. Nach kräftezehrenden Wochen war für ihn in Übersee (Canmore) mit Platz 13 über 20 Kilometer etwas die Luft raus. Mit einer guten Vorbereitung wird aber auch Peiffer für den WM-Höhepunkt gewappnet sein, der achte Platz im Gesamt-Weltcup kommt nicht von ungefähr.

Johannes Kühn - Die Weltcup-Saison begann für Kühn wie gemalt. Im slowenischen Pokljuka verblüffte der 27-Jährige die Fachwelt und wurde im Einzel über 20 Kilometer Zweiter hinter dem Seriensieger der vergangenen Saison, Martin Fourcade. In den darauffolgenden Weltcups konnte er diese Sololeistung jedoch nicht mehr abrufen. Mit viel Optimismus ist ihm in Östersund ein Top-20-Platz zu zutrauen.

Roman Rees - Wird Östersund ein gutes Pflaster für Roman Rees? Im Dezember 2016 feierte er in der schwedischen Wintersportmetropole seinen Weltcup-Einstand und wurde 48. Diese Saison kämpfte der 26-Jährige einige Zeit um Anschluss, in den jüngsten Rennen in Nordamerika zeigte seine Formkurve jedoch nach oben. Überraschend sein dritter Platz im Sprint in Salt Lake City, als er um einen Wimpernschlag Dritter vor Erik Lesser wurde. Damit war ihm der WM-Platz sicher. Gelänge ihm noch so ein Husarenstreich, läge eine Medaille im Bereich des Möglichen.

Philipp Nawrath - Bundestrainer Mark Kirchner mag auf Philipp Nawrath nicht verzichten, schätzt er den 26-Jährigen vom SK Nesselwang doch als "absoluten Teamplayer" ein. 2017 gab Nawrath im finnischen Kontiolahti sein Weltcup-Debüt und sammelte mit einem 34. Platz gleich erste Punkte. In der aktuellen Saison ging es für den früheren Staffel-Juniorenweltmeister nach guten Leistungen von der zweiten Biathlon-Liga, dem IBU-Cup, hoch in die höchste Wettkampfklasse. Zuletzt gehörte er in Salt Lake City zur ersten Garde und ließ mit Rang acht im Sprint aufhorchen.

Thema in: Wintersport im Ersten, 07.03.2019, ab 10.00 Uhr

red/dsv | Stand: 04.03.2019, 09:20

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