ARD-Expertin: Vielleicht helfen nur Haftstrafen

Kati Wilhelm

Biathlon-WM 2019

ARD-Expertin: Vielleicht helfen nur Haftstrafen

Der Doping-Skandal bei der Nordischen Ski-WM sorgt für Ängste vor der Biathlon-WM: Könnte es dort die nächsten Razzien geben? ARD-Expertin Kati Wilhelm hofft, dass die WM vom großen Knall verschont bleibt.

Die Ungewissheit nach den jüngsten Doping-Enthüllungen während der Nordischen Ski-WM in Seefeld ist groß. Und vieles deutet darauf hin, dass die Ermittlungen noch zahlreiche weitere Dopingsünder aufschrecken.

Die frühere Biathletin Kati Wilhelm, bei der WM in Östersund als Expertin für die ARD-Sportschau im Einsatz, sieht nur dakonische Strafen als letzte Chance: "Vielleicht kannst du die Leute wirklich nur noch mit Haftstrafen abschrecken und bestrafst sie wie Schwerverbrecher. Weil Sperren reichen ja scheinbar nicht mehr. Wir haben schon zu oft gesehen, dass die, die zurückkommen, nach Sperren teilweise wieder dopen", sagte die 42-Jährige vor dem WM-Auftakt in einem Interview.

Wilhelm: Hoffe nicht, dass Biathlon betroffen ist

"Ich hoffe nicht, dass Biathlon betroffen ist. Aber natürlich muss jetzt erstmal das gefundene Material weiter gesichtet werden und wie man sagt, werden noch weitere Beteiligte vermutet", ergänzte Wilhelm: "Wenn, dann wünsche ich mir eine rasche Bekanntgabe, möglichst noch vor der WM. Jetzt sind tiefgründige Untersuchungen und Handeln notwendig."

An systematisches Doping in Deutschland glaubt sie jedenfalls nicht. "Ich glaube, wenn in Deutschland jemand dopt, sind es Einzelfälle. Dann ist das eine Sache, wo der Sportler für sich diesen Schritt geht, weil er keine andere Möglichkeit sieht und um jeden Preis den Erfolg sucht", sagte die fünfmalige Weltmeisterin.

DOSB-Präsident: Härte kann nicht groß genug sein

Alfons Hörmann

Auch Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), spricht sich für härtere Strafen aus. "Um es ganz klar zu sagen: Die Härte der Strafe für solche Verstöße kann im Grunde nicht groß genug sein", forderte er vor der in dieser Woche beginnenden Biathlon-WM in Östersund: "Ich kann nur sagen: Je härter, klarer und konsequenter Sportler, Hintermänner oder Betreuer bestraft werden, desto eher ist die Chance gegeben, dass diese Szenarien für alle anderen so abschreckend wirken, dass diese inakzeptablen und schockierenden Vergehen unterbleiben."

Könnte bei der Biathlon-WM der nächste Skandal drohen? Schon in Seefeld habe es "Spekulationen" gegeben, "dass in Östersund eine weitere Aktion geplant sein soll", sagte Hörmann, schränkte aber auch ein: "Es gibt keinerlei konkrete Hinweise oder Informationen dazu."

Thema in: Wintersport im Ersten, 07.03.2019, ab 10.00 Uhr

red/dpa | Stand: 04.03.2019, 13:20

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