Russland attackiert Biathlon-Weltverband

Alexander Loginow

Doping-Ermittlungen gegen Weltmeister Loginow

Russland attackiert Biathlon-Weltverband

Der Ton wird schärfer im Biathlon: Russlands Verband RBU greift den Weltverband IBU an. Bei der Doping-Razzia gegen Sprint-Weltmeister Alexander Loginow während der WM in Antholz haben man Unterstützung durch die IBU vermisst.

Ein Vorwurf der RBU: Niemand habe dem russischen Team am Rande der WM im italienischen Antholz erklärt, "welche exakten Regeln und welche Artikel der IBU-Verfassung" Sprint-Weltmeister Alexander Loginow gebrochen habe, "so dass er von anderen Teams wahrlich geächtet wurde." Dies geht aus einem dreiseitigen von der RBU verschickten Brief hervor.

Adressiert ist der vom RBU-Vizepräsidenten Alexej Nuschdow unterschriebene Brief an IBU-Präsident Olle Dahlin und den Vorstand des Weltverbands, Datum ist der vergangene Freitag (28.02.2020). Am Dienstag wurde das Schreiben auch an internationale Medien verschickt. "Die RBU erwartet in Zukunft die Hilfe der IBU", hieß es weiter.

Russischer Biathlon-Verband: "Alle sind sauber"

Im Schreiben wird betont, dass "alle Mitglieder des russischen Nationalteams" sich den Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA unterwerfen würden: "Als Konsequenz davon sind alle sauber." Im Falle Loginow wäre nun jedoch ein negatives Bild entstanden, das der russische Verband so nicht hinnehmen will.

IBU "enttäuscht" über Veröffentlichung

Der Weltverband reagiert auf dpa-Nachfrage "sehr enttäuscht über die Entscheidung der RBU", den Brief zu veröffentlichen, "der unbegründete Anschuldigungen enthält und die Situation (...) grundlegend falsch darstellt." Die IBU sieht kein Fehlverhalten.

Doping-Razzia in Antholz am 22. Februar

Am 22. Februar war Loginow in Antholz von der italienischen Polizei verhört worden. Eine Sondereinheit hatte am frühen Morgen sein Hotelzimmer durchsucht und Material beschlagnahmt. Die Durchsuchung sei durch den Artikel 586 des Strafgesetzbuches - Verwendung oder Verabreichung von Dopingmitteln - abgedeckt, so die ermittelnde Staatsanwaltschaft.

Dopingermittlungen gegen Russland: Razzia vor Staffelrennen Sportschau 22.02.2020 01:16 Min. Verfügbar bis 22.02.2021 Das Erste

Loginow schon einmal gesperrt

Bei Loginow war 2014 eine zunächst unauffällige Doping-Probe vom 26. November 2013 in Östersund neu analysiert worden. Das Ergebnis: EPO-Doping. Loginow hatte damals nach IBU-Angaben auf die Öffnung der B-Probe verzichtet. Die IBU sperrte den Russen im Januar 2015 zwei Jahre rückwirkend. Seit dem 26. November 2016 darf Loginow wieder Rennen laufen. Der WM-Sieg im Sprint in Antholz war sein erster großer Einzeltitel.

Thema in: B5 Sport, 03.03.2020, 13.55 Uhr

beb/dpa | Stand: 03.03.2020, 13:52

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